ADAC-Crashtest zeigt, wie gefährlich der Transport sein kann

Im Frühling fährt so mancher zum Baumarkt und deckt sich mit Gartenartikeln ein. Doch der Transport der gekauften Sachen mit dem Kleinwagen kann gefährlich werden. Das hat der Automobilclub ADAC in zwei aktuellen Crashtests festgestellt. Getestet wurde exemplarisch ein Fiat Punto im Frontalaufprall bei 50 km/h. Der Kleinwagen wurde mit typischen Gegenständen aus dem Baumarkt beladen. Dazu gehören nicht nur Blumenerde und Gartenschläuche, sondern auch harte Gegenstände wie Schaufeln und anderes Werkzeug.

Schwere Wirbelsäulenverletzungen
Beim ersten Test wurde die Ladung schlecht gesichert. Die Rücksitze wurden umgeklappt und die Gegenstände einfach hineingelegt, ohne sie festzuzurren. Das hat den Vorteil, dass man viel ins Auto hineinbekommt und das Beladen schnell vor sich geht. Beim Aufprall aber kann das schlimme Folgen haben. So wurde der Innenraum des Kleinwagens völlig demoliert. Die ungesicherte Ladung schießt nach vorne – mit einer Wucht, die dem Dreißigfachen des eigenen Gewichtes entsprechen kann. Fliesen und Splitter hätten im Ernstfall zu schweren Schnitt- und Wirbelsäulenverletzungen geführt. Die Sitze im Kleinwagen können der Wucht der nach vorn fliegenden Gegenstände nicht Stand halten. Sie bieten den Lendenwirbeln der Insassen kaum Schutz.

Besser Rückbank nicht umklappen
Bei einem zweiten Crashversuch mit richtig gesicherter Ladung wurde kein Insasse durch herumfliegende Gegenstände verletzt. Dabei wurden im Fond nur die Sitzflächen umgeklappt, aber nicht die Sitzlehnen – diese wurden als Barriere genutzt. So können harte Gegenstände wie Werkzeuge oder Fliesen im Auto nicht nach vorne fliegen. Aber die Lehne der Rücksitzbank des Kleinwagens geriet im Crash bereits mit zwei Paketen voll Fliesen an ihre Belastungsgrenze. Immerhin werden die beiden Frontinsassen bei weitem nicht so stark gefährdet wie beim ersten Crashversuch. Der Test zeigte auch, dass Ösen und Haken zum Verzurren fehlen. So ist eine zusätzliche Sicherung im getesteten Auto kaum möglich.

Gegenstände verzurren
Autofahrer können Verletzungen im Fall eines Unfalles verringern, indem sie einige Vorsichtsmaßregeln beachten, so der ADAC. Gegenstände sollten nicht frei auf der Ladefläche stehen, sondern bündig an festen Flächen wie der Rückbank anstehen. Daher sollte man überlegen, ob man die Rückbank wirklich umklappen muss. Denn im aufrecht stehenden Zustand kann sie als schützende Trennwand dienen. Die Rücksitzlehne kann durch diagonal geschlossene Gurte unterstützt werden, falls dort niemand sitzt. Schwere Gegenstände wie etwa Farbkübel gehören in den Fußraum, kleinere und spitze Gegenstände gehören in Kisten oder Kartons. Zerbrechliches sollte in Decken eingewickelt werden. Vorhandene Haken und Ösen zum Verzurren sollten genutzt und Spanngurte im Auto auch für spontane Einkäufe immer mitgeführt werden.

Zu wenig Ösen
Der ADAC fordert von den Herstellern, Ösen zum Festzurren nicht nur in Kombis, sondern in jedem Fahrzeug anzubringen. Sie müssen in ausreichender Zahl vorhanden und eindeutig als solche gekennzeichnet sein. Wie die Ladung im Auto sicher verstaut wird, sollte in der Bedienungsanleitung nachzulesen sein. Ein Hinweis auf die Belastungsgrenze der Halterungen gehört ebenso dazu. Für das Beladen mit umgeklappter Rücksitzlehne sollte auch für Kleinwagen Sicherheitszubehör wie beispielsweise stabile Netze angeboten werden.

Baumarkt-Crash