Wie gut ist der Neue auf Eis und Schnee? Wir haben es ausprobiert

Dunlop nutzte die letzten Tage mit Schnee und Minustemperaturen in Schweden, um seinen neuesten Winterpneu für die kommende Saison vorzustellen. Wir waren dabei und haben auf einer Teststrecke die ersten Eindrücke vom SP Winter Sport 4D sammeln können.

4D-Lamellensystem
Der Name des Dunlop SP Winter Sport 4D leitet sich von seinem neu entwickelten 4D-Lamellensystem ab. Dunlop-Entwicklungschef Dr. Bernd Löwenhaupt erklärt uns: ,Eine Lamelle ist eine ultra-dünne Rille im Reifenprofil, die Traktion und Grip verbessert. Beim 4D haben wir unsere 3D-Technologie um eine neue Quer-Lamelle erweitert und damit einen Mikro-Block geschaffen, der es uns ermöglicht, den Druck noch besser auf die Fahrbahn zu verteilen."

Besser Bremsen und Beschleunigen
Die Folge: Das Profil verbeißt sich bei Schnee und Eis besser in die Fahrbahnoberfläche und soll somit mehr Leistung beim Bremsen und Beschleunigen bieten. Wie weit sich die Lamelle öffnet, wird von der Traktionskraft bestimmt: Je größer die Kraft in Laufrichtung, desto größer die Öffnung. Der neue 4D-Reifen hat auf der Innenseite der Profilblöcke gezackte Einkerbungen, die besonders den Bremsweg auf tiefem Schnee verkürzen sollen.

Sicheres Gefühl auf Schnee
Auf der Teststrecke im schwedischen Áre probieren wir den neuen Pneu in der Größe 225/45 R17 mit einem BMW 318d aus. Zum Vergleichen stehen uns zwei weitere BMW mit den Winterreifen-Konkurrenten Michelin Alpin A4 und Pirelli Sottozero zur Verfügung. Wir sind mit den Hecktrieblern recht zügig auf einer verschneiten, kurvenreichen Piste unterwegs. Mit jedem Reifen fahren wir je eine Runde mit der gleichen Geschwindigkeit. Dann wiederholen wir das Ganze mit höherem Speed. Während der ersten Runden scheinen alle drei Marken einen gleich guten Grip zu bieten, doch je weiter wir uns in den Grenzbereich wagen, desto mehr können wir die Unterschiede spüren. Mit dem Dunlop-Pneu fühlen wir uns am sichersten, wir können die Kurven schneller als mit den Konkurrenten durchwedeln, bevor das ESP regelnd eingreift.

Vergleich mit einem Reifen-Oldtimer
Wie weit sich Reifen weiterentwickelt haben, spüren wir im direkten Vergleich zwischen dem neuen 4D und einem Dunlop SP Winter Sport M2, der vor 20 Jahren auf den Markt kam. Das war der erste Reifen, der, wie auch der neue 4D, ein laufrichtungsgebundenes Profil hatte. Natürlich sind die Reifen unseres Testwagens nicht 20 Jahre alt, sondern wurden eigens für den Test von den Dunlop-Ingenieuren mit der Originalmischung nachgegossen. Auf einer spiegelglatten Eisfläche merken wir am Steuer eines neuen Audi A3 die Unterschiede: Wir fahren mit jeweils der gleichen Geschwindigkeit ein Oval. Mit dem alten M2 schiebt der Fronttriebler rasch aus der Kurve, auch wenn wir besonders sensibel mit dem Gasfuß umgehen. Beim 4D können wir schneller fahren und besser beschleunigen, da wir mit weniger Traktionsproblemen zu kämpfen haben und auf der Strecke bleiben.

Weniger Verhärtung
Die Eis-Leistung des neuen Pneus wird durch eine Gummimischung mit so genannten ,funktionalisierten Polymeren" verbessert. Diese aktiven Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass sich die Lauffläche bei niedrigen Temperaturen weniger verhärtet. Doch auch bei Nässe hilft der neue Kunststoff in Verbindung mit dem laufrichtungsgebundenen Profil. Chefentwickler Löwenhaupt: ,Die aktiven Inhaltsstoffe stellen sicher, dass der Dunlop SP Winter Sport 4D den besten Grip seiner Klasse auf nasser Fahrbahn bietet, ohne dass die Leistung auf Schnee darunter leidet". Zudem sei es gelungen, den Rollwiderstand um elf Prozent zu verringern und den Spritverbrauch zu senken.

Ab Herbst im Handel
Der Dunlop SP Winter Sport 4D ist ab Herbst 2011 im Handel. Er wird in 37 Varianten von 195/55 R15 bis 255/35 R19 zu haben sein. Die Preise stehen noch nicht fest, Dunlop-Sprecher David Plättner teilte aber mit, dass sie im Vergleich zum Vorgänger je nach Dimension zwischen drei und vier Prozent steigen werden.

Dunlop: Mehr Grip