Ab 2011 drei batteriebetriebene Modelle: Fluence, Kangoo und Twizy

Renault präsentiert auf dem Pariser Autosalon 2010 (2. bis 17. Oktober) seine ersten drei Großserien-Elektroautos mit Batteriebetrieb: die Limousine Fluence Z.E., den Kangoo Rapid Z.E. und das City-Mobil Twizy. ,Z.E." steht für ,Zero Emission", also ,null Emissionen". Die drei Modelle sollen 2011 auf dem Markt kommen. Mit dem ZOE Preview zeigen die Franzosen darüber hinaus die seriennahe Studie eines weiteren Elektrofahrzeugs, das ab 2012 angeboten werden soll.

Elektroautos in Großserie
Mit seinen emissionsfreien Z.E.-Modellen zielt Renault auf eine breite Durchdringung des Marktes. Deshalb werden die batteriebetriebenen Modelle zunächst in Ländern mit Steuerbegünstigungen für Elektrofahrzeuge angeboten. In Frankreich gibt es beispielsweise einen Zuschuss von 5.000 Euro. So ist die Stufenhecklimousine Fluence Z.E. dann für 21.300 Euro erhältlich. In Ländern ohne staatliche Förderung wird der Preis bei rund 26.000 Euro liegen. Der Kangoo Rapid Z.E. wird in Frankreich nach Abzug des staatlichen Zuschusses 15.000 Euro kosten. Im übrigen Europa wird der Preis 20.000 Euro betragen. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer. Der Kangoo kostet in Deutschland dann 23.800 Euro.

Batterien werden geleast
Beim Vertrieb seiner Z.E.-Modelle geht Renault komplett neue Wege: So trennt der französische Hersteller den Besitz von Fahrzeug und Batterie. Während die Kunden das Auto auf konventionellem Weg kaufen oder leasen können, werden die Lithium-Ionen-Akkus und spezielle Mobilitätsdienstleistungen geleast. Die Batterie-Miete wird für den Fluence Z.E. 79 Euro betragen. Für den Kangoo Rapid Z.E. wird sie bei rund 86 Euro liegen.

Kangoo Rapid Z.E. für das Gewerbe
Der Kangoo Rapid Z.E. basiert dem Schwestermodell mit Verbrennungsmotor und ist laut Renault auf die Bedürfnisse gewerblicher Nutzer in Stadtgebieten zugeschnitten. Der Elektromotor des Z.E. leistet 60 PS, das Drehmoment beträgt 226 Netwonmeter. Bei Bremsvorgängen wird durch Rekuperation Bewegungsenergie zurückgewonnen und wieder in die Batterie eingespeist. Diese bietet eine Kapazität von 22 Kilowattstunden und befindet sich unter dem Fahrzeugboden. Die Lademöglichkeiten sollen dadurch wie bei der Version mit Verbrennungsmotor ausfallen: Je nach Modell fasst das Frachtabteil 3 bis 3,5 Kubikmeter und kann mit bis zu 650 Kilogramm beladen werden. Die Reichweite beträgt nach Angaben der Franzosen 160 Kilometer. Aufgeladen wird das Elektroauto innerhalb von sechs bis acht Stunden über eine Wallbox. Diese kann über den Stromanbieter in jedem Haushalt installiert werden.

Elektro-Limousine Fluence Z.E.
Auch der Fluence Z.E. ist vom konventionellen Modell abgeleitet. Der Elektromotor leistet hier 95 PS, das Drehmoment beträgt 226 Newtonmeter. Der Elektromotor ist bei den Z.E.-Modellen mit einer konstanten Untersetzung verbunden, bauartbedingt gibt es also kein Getriebe. Die Höchstgeschwindigkeit ist laut Hersteller zugunsten einer Reichweite von 160 Kilometern auf 135 km/h begrenzt. Mit 4,75 Meter Länge übertrifft der Elektro-Fluence sein Schwestermodell mit Verbrennungsmotor um 13 Zentimeter. Der Zuwachs ist Renault zufolge nötig, damit der auswechselbare Batterieblock hinter den Rücksitzen nicht die Platzverhältnisse für die Fondpassagiere und das Gepäck beschneidet. Diese Aussage ist allerdings etwas optimistisch, denn das Gepäckvolumen beträgt 300 Liter und damit 230 Liter weniger als beim normalen Modell. Der Radstand beträgt wie beim normalen Fluence 2,7 Meter.

Batterie aufladen oder tauschen
Die Batterie des Fluence kann auf zwei Arten geladen werden: per Standardladung in sechs bis acht Stunden oder per Schnellaufladung. Die Schnellaufladung ist laut Renault an Ladestationen mit 400 Volt Kraftstrom innerhalb von 20 Minuten möglich. Als dritte Möglichkeit gibt es den kompletten Austausch des Akkus an einer automatischen ,Quickdrop"-Station. Nur drei Minuten soll der Vorgang dauern. Renault arbeitet momentan am Aufbau eines Quickdrop-Stationsnetzes.

Twizy: Stadtfahrzeug für zwei Personen
Mit dem Twizy zeigt Renault in Paris das dritte Serien-Elektrofahrzeug. Das 2,3 Meter lange und nur 1,2 Meter breite Gefährt ist ein Zweisitzer für den Innenstadtverkehr. Fahrer und Beifahrer sitzen hintereinander in einer ,hochfesten Sicherheitsfahrgastzelle". Der Wendekreis des 450-Kilo-Winzlings beträgt 3,4 Meter. Die Karosserie des Twizy ist an den Seiten offen. Zum Schutz vor Wind und Nässe stehen optionale Türen zur Verfügung. Die Sicherheitsausstattung besteht aus einem Fahrerairbag, einen Vierpunkt-Sicherheitsgurt vorne sowie einem Dreipunkt-Sicherheitsgurt hinten. Unter dem Rücksitz befindet sich ein 31-Liter-Gepäckfach, dessen Volumen sich mit wenigen Handgriffen auf 55 Liter erhöhen lässt.

100 Kilometer Reichweite
Den Antrieb des Twizy besorgt ein Elektromotor mit 20 PS und 57 Newtonmeter Drehmoment. Die Spitzengeschwindigkeit gibt Renault mit 75 km/h an, die Reichweite mit ,bis zu" 100 Kilometer. Aufgeladen wird das Stadtmobil an einer haushaltsüblichen 230-Volt-Steckdose. Das dafür nötige Ladekabel befindet sich aufgerollt unter einer Abdeckplatte an der Fahrzeugfront. Der Ladevorgang benötigt gemäß Hersteller 3,5 Stunden. Darüber hinaus offerieren die Franzosen eine Variante, die ohne Auto-Führerschein gefahren werden darf und maximal 45 km/h schnell ist. Der Twizy kommt Ende 2011 in ausgewählten Märkten ,zum Preis eines Motorrollers" auf den Markt.

Seriennahe Elektrostudie ZOE Preview
Der ZOE Preview bietet einen Ausblick auf das vierte Elektroauto von Renault, das ab Mitte 2012 erscheinen wird. Rund 90 Prozent der Teile sind mit der späteren Serienversion identisch. Das Elektroauto besitzt mit 4,1 Meter Länge ungefähr Clio-Größe und nimmt das neue Markengesicht vorweg, das im zweiten Halbjahr 2011 eingeführt wird. Optische Merkmale sind die aerodynamische Formgebung mit tropfenförmigem Heck und kurzer Motorhaube, die markante Gürtellinie sowie 19-Zoll-Räder. Der Elektromotor leistet 82 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 226 Nm zur Verfügung.

Mit Antistress-Düften
Im Innenraum des ZOE Preview fährt Renault ein Wellness-Programm. Die Klimaanlage bietet neben der Temperaturkontrolle Funktionen, die das Wohlbefinden an Bord erhöhen sollen. Hierzu gehören ein Feuchtigkeitsspender sowie ein Sensor, der auf unsaubere Luft reagiert und automatisch die Lufteinlässe schließt. Ein elektrisches System verteilt nach Bedarf ätherische Öle. Spezielle Anti-Stress-Düfte sollen nach einem langen Arbeitstag beruhigen. Andere Substanzen sollen wiederum die Aufmerksamkeit bei Nachtfahrten erhöhen. Zusätzlich können die Insassen eine zum jeweiligen Duft passende Musikkulisse aktivieren. Eine Steigerung des Wohlbefindens soll das ,belebende Licht" des mittleren Bildschirms im Instrumententräger bringen.

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