Wir erklären, worauf Sie achten sollten

Schnell ist es passiert: Zu spät gebremst, beim Einparken nicht in den Rückspiegel geschaut – und schon ist eine Delle im Auto. Doch beim Werkstattbesuch haben viele Autobesitzer Bedenken: Werden wirklich alle Schäden gefunden? Wird sich die Rechnung im erwarteten Rahmen halten? Die D.A.S. Rechtsschutzversicherung gibt Tipps, was zu beachten ist.

Augenschein vor dem Werkstattbesuch
Vor dem Werkstatttermin sollten Sie sich selbst einen Überblick über den Schaden verschaffen. Dazu ist der Wagen anhand der Wartungsliste im Serviceheft oder in der Bedienungsanleitung zu überprüfen, insbesondere die Beleuchtung sowie die Flüssigkeitsstände für Waschwasser, Motor- und Hydrauliköl sowie Kühlflüssigkeit. So können Sie unnötiges Nachfüllen oder Auswechseln von Teilen durch die Werkstatt entdecken. Insbesondere bei größeren Arbeiten sollten Sie einen Kostenvoranschlag anfordern. Auf keinen Fall sollten Sie mündliche Pauschalaufträge wie ,Bringen Sie den Wagen mal in Form" erteilen. Der Auftrag sollte schriftlich festgehalten werden und eine Kostenobergrenze, die genaue Auflistung aller notwendigen Arbeiten, die voraussichtlich benötigte Arbeitszeit, Materialkosten und Mehrwertsteuer enthalten.

20-Prozent-Limit
Ohne Ihr Einverständnis darf der im Kostenvoranschlag genannte Preis nicht wesentlich überschritten werden. Dabei liegt das Limit laut Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bei 15 bis 20 Prozent. Wird diese Obergrenze durchbrochen, muss die Werkstatt Sie informieren. Sie haben dann ein Sonderkündigungsrecht. Nehmen Sie es in Anspruch, so müssen Sie lediglich die bisher durchgeführten Arbeiten sowie etwaige Auslagen der Werkstatt bezahlen.

Arbeitskosten bleiben manchmal
Informiert die Werkstatt Sie nicht, müssen Sie für die Arbeitskosten nicht aufkommen. Nach Angaben des ZDK kann Ihnen jedoch das verwendete Material in Rechnung gestellt werden – wenn die Reparaturen notwendig und in Ihrem Interesse waren. Für den Kostenvoranschlag selbst wird übrigens nur dann eine Vergütung fällig, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde.

Telefonische Rücksprache
Auch wenn kein exakter Kostenvoranschlag erstellt wird, sollten Sie vereinbaren, dass die Werkstatt Sie anruft, wenn es teurer wird als erwartet. Auf jeden Fall sollten Sie den Durchschlag des Auftrages mit nach Hause nehmen. Ist der Wagen abholbereit, können Sie dann schnell nachvollziehen, welche Reparaturen berechtigterweise erfolgt sind. Übersehene Fehler sollten Sie der Werkstatt sofort melden. Generell raten die D.A.S.-Experten, bei Mängeln die Zahlung nur unter Vorbehalt zu leisten. Lassen Sie die Mängel und die Zahlung unter Vorbehalt schriftlich auf dem Fahrzeug-Abholschein vermerken. Ansonsten erkennen Sie den Auftrag als erledigt an und verlieren Ihr Recht auf eine Beseitigung der Mängel.

Schiedsstelle bei Streit
Bei überhöhten Rechnungen oder fehlerhafter Arbeit sollten Sie bei der Werkstatt Nachbesserung fordern. Falls das keinen Erfolg hat, können Sie sich an eine Schiedsstelle wenden, die vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem ADAC gegründet wurde. Dazu muss die Werkstatt allerdings Mitglied der Kfz-Innung sein – zu erkennen am weiß-blauen Meisterschild. Im Streitfall sollten Sie die Beschwerde schriftlich formulieren und mit Rechnung und Kostenvoranschlag an die Schiedsstelle schicken. Kontaktdaten und weitere Informationen gibt es unter www.kfz-schiedsstelle.de. Lässt sich keine Einigung erzielen, bleibt noch der Gerichtsweg.

Nicht gleich zum Anwalt