Limousine und Variant kommen noch 2010 auf den Markt

Er ist eines der Highlights auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober 2010): der neue VW Passat. Nach fünf Jahren geht noch 2010 die siebte Generation an den Start. In der französischen Hauptstadt feiern sowohl die Limousine als auch das Kombimodell Variant Weltpremiere.

Beibehaltene Grundform und Maße
Die Grundform des Vorgängers wurde in beiden Karosserievarianten weitgehend beibehalten. Mit 4,77 Meter Länge, 1,82 Meter Breite und 1,47 Meter Höhe bleiben die Abmessungen der Limousine nahezu unverändert. Beim Variant verhält es sich ebenso. Dennoch übernimmt die Neuauflage des Passat viele Merkmale seiner VW-Geschwister. So fällt vorne das aktuelle Markengesicht auf, das vom Polo über den Sharan bis zum Touareg mittlerweile ein Großteil der Wolfsburger Fahrzeugpalette trägt. Die Doppelscheinwerfer des Passat sind auf Wunsch mit Xenon- und LED-Tagfahrlicht erhältlich. Dank der im Vergleich zum Vorgänger reduzierten Keilform soll das Heck der Limousine eleganter wirken. Die Rückleuchten erinnern stark an Sharan und Touareg. Sie sind optional in LED-Technik erhältlich.

Vertrautes Interieur
Die Armaturentafel präsentiert sich Volkswagen-typisch sehr übersichtlich und aufgeräumt. Die Unterschiede gegenüber dem Vorgänger und dem Passat CC fallen auf den ersten Blick nur geringfügig aus. Der Hersteller betont hier aber neue Oberflächen und Details wie etwa zusätzliche Chromapplikationen. Mittig im Armaturenbrett platziert wurde eine Analog-Uhr. Neu gestaltet und konzipiert wurden die Türverkleidungen und die Sitze. Auf Wunsch sie klimatisiert mit aktiver Belüftung und Massagefunktion für Fahrer und Beifahrer erhältlich.

Von 105 bis 300 PS
Zehn verschiedene Motoren stehen für den Passat zur Verfügung. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen sollen sie um bis zu 19 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Als Benziner werden der 1.4 TSI mit 122 PS, der 1.8 TSI mit 160 PS, der 2.0 TSI mit 211 PS und eine 3,6-Liter-Variante mit 300 PS angeboten. Die Topmotorisierung setzt auf sechs Zylinder, alle anderen Benziner sind aufgeladene Vierzylinder. Der 1.4 TSI mit BlueMotion Technology soll sich mit durchschnittlich 5,8 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer begnügen, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 138 Gramm je Kilometer.

Nur 109 Gramm CO2-Ausstoß
Die sparsamste Version des neuen Passat ist der 1.6 TDI BlueMotion mit 105 PS. Als Limousine verbraucht er nur 4,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer und stößt dabei 109 Gramm CO2 je Kilometer aus. Als weitere Diesel stehen der 2.0 TDI in Leistungsstufen mit 140 und 170 PS zur Verfügung. Der 2.0 BlueTDI leistet ebenfalls 140 PS und erfüllt dank eines so genannten SCR-Katalysators bereits die Abgasnorm Euro 6. Die Motorenpalette ergänzen der mit Erdgas betriebene 1.4 EcoFuel mit 150 PS sowie als weiteres Derivat des 1.4 TSI der auf den Einsatz von bis zu 85 Prozent Ethanol ausgelegte MultiFuel-Motor mit 160 PS. Bis auf den 105-PS-TDI lassen sich alle Motoren des neuen Passat mit einem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) kombinieren. Im Fall des 3.6 V6 ist diese Automatik serienmäßig an Bord. Die Traktion in Kurven verbessern soll das elektronische Quer-Sperrdifferential XDS, das etwa aus dem Golf GTI bekannt ist.

Hochwertiges Exclusive-Modell
Der Passat ist künftig in den drei Varianten Trendline, Comfortline und Highline lieferbar. Alle Turbodiesel-Modelle besitzen serienmäßig ein Start-Stopp-System und eine Energierückgewinnung (Rekuperation). Die anderen Benzin- und Erdgasmotoren verfügen ebenfalls über den Rekuperationsmodus. Im Fall des kleinsten Benziners stehen die Rekuperation und das Start-Stopp-System zudem optional zur Verfügung. Parallel zu den drei Ausstattungslinien wird es zudem einen Passat und Passat Variant Exclusive geben. Das von der Volkswagen R GmbH entwickelte Modell basiert auf der Highline-Ausstattung und verfügt zusätzlich über 18-Zoll-Leichtmetallräder, Ledersitze mit farblich abgesetzten Nähten und Kedern, ein individuelles Holzdekor sowie Einstiegsleisten mit beleuchtetem Exclusive-Schriftzug.

Notbremsfunktion und Müdigkeitserkennung
Für den Passat sind in Zukunft diverse Sicherheits- und Assistenzsysteme verfügbar. So gibt es eine automatische Notbremsfunktion. Sie reagiert als Bestandteil der optionalen, automatischen Distanzregelung ACC im Bereich unterhalb von 30 km/h selbsttätig und soll dazu beitragen, Auffahrunfälle zu vermeiden. Ab der Ausstattung Comfortline ist eine Müdigkeitserkennung mit an Bord. Diese registriert nachlassende Konzentration des Fahrers und warnt ihn gegebenenfalls mit einem akustischen Signal und einer optischen Pausenempfehlung im Kombiinstrument.

Immer mit Fernlicht fahren
Erstmals beim Passat erhältlich ist zudem das maskierte Dauerfernlicht mit der Bezeichnung Dynamic Light Assist, das im neuen Touareg Premiere feierte. Der optionale Assistent erlaubt in Verbindung mit Xenonscheinwerfern das permanente Fahren mit Fernlicht. Über eine Kamera erkennt das System Gegenverkehr und vorausfahrende Autos und blendet diese relevanten Bereiche automatisch ab. Insgesamt kann die Straße dadurch deutlich besser ausgeleuchtet werden. Für Fahrzeuge mit konventionellen Halogenscheinwerfern steht eine einfachere Variante der Fernlichtautomatik zur Verfügung. Beim Light Assist erkennt eine Kamera ebenfalls Gegenverkehr. Das System schaltet daraufhin komplett von Fern- auf Abblendlicht um. Sobald keine anderen Fahrzeuge mehr geblendet werden, ist das Fernlicht wieder aktiv. Parallel zum bereits im Vorgänger verfügbaren Spurhalteassistenten gibt es fortan auch den sogenannten Side Assist, der mittels aufblinkender LEDs in den Außenspiegeln auf Fahrzeuge aufmerk-sam macht, die sich von hinten im toten Winkel nähern.

Heckklappe öffnet auf Fußbewegung
Komfortorientiert für den Alltag ausgelegt ist die Funktion Easy Open: In Kombination mit dem automatischen Schließ- und Startsystem reicht eine gezielte Fußbewegung hinter dem Fahrzeug, um die Heckklappe zu öffnen. Das soll den Zugang zum Gepäckraum erleichtern, wenn der Fahrer mit beiden Händen beladen vor einem Auto steht und den Schlüssel in der Tasche trägt. Die variable Nutzung des Laderaums wird durch eine jetzt vom Kofferraum aus entriegelbare Rücksitzanlage vereinfacht. Wie der neue Sharan, wird nun zudem auch der Passat mit dem Parklenkassistent II angeboten. Dieser kann nicht nur parallel zur Fahrbahn angeordnete Parkbuchten ansteuern, sondern rangiert das Fahrzeug auch in quer zur Fahrtrichtung angeordnete Stellplätze. Das Navigationssystem RNS 510 ist im neuen Passat mit einer Kamera ausgestattet, die Verkehrsschilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen erkennt und sie auf dem Touchscreen in der Mittelkonsole anzeigt.

Ab November 2010 zu haben
Verkaufsstart für den neuen Passat ist im November 2010 – und zwar sowohl für die Limousine als auch den Variant. Preise hat VW noch nicht bekannt gegeben. Das noch aktuelle Modell ist als Viertürer ab 25.100 Euro zu haben, der Variant sogar schon für 400 Euro weniger.

Bildergalerie: Der neue VW Passat