TÜV Süd erforscht Prüfverfahren für die Zukunft

Was sind die Herausforderungen, wenn Elektrofahrzeuge zukünftig zur Hauptuntersuchung müssen? Welche zusätzlichen Prüfschritte erfordern Elektro- und Hybridantriebe im Vergleich zum Verbrennungsmotor? Diese Fragen will der TÜV Süd in den kommenden Monaten beantworten, um neue Richtlinien auszuarbeiten. Zu diesem Zweck wurde jetzt eine Zusammenarbeit mit BMW beschlossen.

Plakette für den Mini E
Gegenstand der Kooperation ist die TÜV-Abnahme bei einem Teil der insgesamt 612 Mini E, die im vergangenen Jahr zur Feldforschung auf die Straße gebracht wurden. Die ersten vier Fahrzeuge fanden sich nun in der Prüfstelle in Hoppegarten an der Stadtgrenze von Berlin ein und erhielten nach eingehender Untersuchung die Plakette. Das größte Augenmerk gilt bei E-Autos der so genannten Hochvolt-Technologie. Eine wichtige Orientierungshilfe dafür bietet die europäische Prüfnorm ECE-R 100 für elektrische Sicherheit. Geregelt ist dort zum Beispiel die Absicherung und Kennzeichnung aller stromführenden Teile.

Die Hauptuntersuchung der Zukunft
Bei der zukünftigen Hauptuntersuchung müssen detailliert alle verbauten Sicherheits- und Kontrollsysteme geprüft werden. Dazu gehört neben der bereits obligatorischen Sichtprüfung von Kabelsträngen und Isolierungen auch die Überprüfung der Eigendiagnose, beispielsweise zu Kurzschlüssen oder der Widerstandsänderungen. Einer der wichtigsten Punkte bei der Sicherheit von Elektroautos ist der Schutz der Fahrgäste und anderer Verkehrsteilnehmer vor elektrischen Gefahren durch eine intakte Isolation. Im TÜV-geprüften Mini E kontrolliert ein so genannter Isolationswiderstandswächter permanent die Isolierung der Hochvolttechnik. Stimmt hier etwas nicht, ändert sich der Widerstand und der Fahrer bekommt eine Meldung. Der TÜV empfiehlt hier generell eine in Position und Ausführung standardisierte Not-Aus-Funktion des Energiespeichers.

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