800.000 Euro: Spezialfirma Xenatec baut Limousine zum Zweitürer um

Sonderfahrzeug- und Karosserie-Spezialist Xenatec hat sich mit dem Maybach 57 S ein nicht gerade alltägliches Auto zum Verändern herausgesucht. Das ohnehin schon sehr exklusive Luxusgefährt wird von der Weinsberger Firma in Handarbeit zu einem exklusiven Coupé umgebaut. Richtig gelesen: Coupé. Eine Karosserievariante, die die Nobelmarke seit ihrer Wiederbelebung Ende der 1990er-Jahre durch Mercedes nach wie vor nicht im Angebot hat. Die Limousinen 57 und 62 waren seit 2002 die einzigen Modelle, jeweils nur um ,S"-Versionen ergänzt. Stattdessen füllen nun die Weinsberger Spezialisten die Lücke der Modellpalette. Die Produktion des limitierten Zweitürers ist soeben angelaufen.

Neue Dachpartie und Türen
Geschneidert wurde das Coupé-Blechkleid von Frederik Burchhardt. Er zeichnete bereits 2004 für den Exelero verantwortlich, ein Gemeinschaftsprojekt von Maybach und Reifenhersteller Fulda. Bis ein Xenatec Coupé entstehen kann, sind einige Änderungen vonnöten. Der komplette Aufbau wurde laut der Spezialfirma neu entwickelt. Beispielsweise sind für den Umbau neue Türen erforderlich, denn die B-Säule wird um 20 Zentimeter nach hinten versetzt. Heck- und Windschutzscheiben zeigen sich aufgrund einer niedrigeren Dachlinie ebenfalls modifiziert. Auf Wunsch verbaut der Karossier ein Glasdach.

Sportliche Ausrichtung
Der Umbau zum Coupé erfordert ebenso neu konzipierte Schweller und Seitenwände bis hin zu den Rückleuchten. Gleichzeitig werden die Radhäuser hinten um 20 Millimeter verbreitert. Darin stecken nach der Verwandlung entweder neue 20-Zoll- oder auf Wunsch 21-Zoll-Räder mit Felgen in neuem Design. Die Spurweite wächst hinten analog zur Radhausverbreiterung um 20 Millimeter. Die Stoßfänger vorne und hinten unterscheiden sich mit ihrer sportlicheren Ausrichtung von denen der Limousine. Dabei verlaufen die Endrohre der Auspuffanlage durch entsprechende Aussparungen in der Heckschürze. Bei den neuen Rückleuchten sitzt die Nebelschlussleuchte in der Mitte.

Innenraum nach Kundenwunsch
Beim Antrieb verlässt sich der Sonderfahrzeugbauer auf die serienmäßige Maybach-Technik der Limousine. Es bleibt also beim sechs Liter großen V12-Motor mit Turboaufladung und 630 PS. Alle Basisfahrzeuge kommen laut Xenatec direkt von der Daimler AG und erhalten zusätzlich zur originalen Fahrgestellnummer eine Ergänzungsnummer der Spezialfirma. Gewährt wird eine vierjährige Garantie. Anlaufstelle ist jedes Maybach-Service-Center. Alle Optionen für die Limousine sind nach Angaben der Karosseriespezialisten auch für das Coupé erhältlich. Jedes Fahrzeug wird nach Kundenwunsch gestaltet. Auch Panzerungen sind möglich. Die Exklusivität hat ihren Preis: Wer sich für eines der maximal 100 geplanten Exemplare interessiert, muss mit mindestens 803.250 Euro rechnen. Das Basisfahrzeug 57 S bietet Maybach ab 465.290 Euro an.

Sonderfahrzeuge und Prototypen
Die auf Sonderfahrzeuge und Prototypen spezialisierte Manufaktur in Weinsberg gehörte früher zu ThyssenKrupp Drauz Nothelfer und wurde 2009 von Xenatec übernommen. Der Standort liegt in unmittelbarer Nähe zur Geburtsstätte von Wilhelm Maybach in Heilbronn. Die Firma erfüllt nach eigenen Angaben ,Fahrzeug-Sonderwünsche der besonderen Art". Dabei reicht das Portfolio von gepanzerten oder individuell aufgebauten Luxusfahrzeugen für VIP-Kunden bis hin zu Prototypen und Testfahrzeugen für verschiedene deutsche Automobilhersteller. Außerdem beliefert Xenatec andere Unternehmen mit Spezialteilen für den Bau eigener Sonderfahrzeuge.

Bildergalerie: Exklusiver Lückenfüller