Einzelstück: Milliardär lässt sich Rennwagen auf Ferrari-430-Basis bauen

New York (USA)/Turin (Italien), 28. März 2011 – Autobegeisterung, Leidenschaft, genug Geld und etwas Exzentrik waren schon immer eine gute Kombination, wenn es um spektakuläre private Autoprojekte ging. Der US-Milliardär James ,Jim" Glickenhaus, seines Zeichens Finanz-Profi und Autosammler, hat sich kurzerhand den Traum eines eigenen Rennwagens erfüllt. Dieser erinnert an die legendäre P-Serie von Ferrari. Dabei handelte es sich um eine Reihe von Sportwagen Prototypen aus den 1960er- und frühen 1970er-Jahren. Der Name der Neuinterpretation lautet Ferrari P4/5 Competizione. Ihr Zweck ist es, den Rennbetrieb auf dem Nürburgring aufzumischen.

Für den Wettbewerb gebaut
Beim Design des Ferrari P4/5 Competizione fühlt man sich nicht nur an die alten Vorbilder erinnert. Bereits 2006 gab Glickenhaus einen Ferrari P4/5 in Auftrag. Das Designbüro Pininfarina schneiderte dem Auto-Enthusiasten eine Kohlefaser-Hülle im Stil der alten Ferrari-Prototypenrenner auf einen seiner beiden Enzo-Ferraris. Im Gegensatz zum zivilen Einzelstück trägt das neue Unikat den Zusatz ,competizione". Das italienische Wort steht für ,Wettbewerb" und kennzeichnet für gewöhnlich reinrassige Rennwagen. Als Basis dient diesmal nicht der Enzo, sondern der 430 Scuderia. Am Aufbau sind die drei italienischen Sportwagenschmieden LM Gianetti, N.Technology und Pro.To beteiligt. Den Überblick über das Projekt behält Paolo Garella von Pininfarina.

Auf Basis des Ferrari 430 und 430 GT2
Technikspender sind sowohl die Serienversion des Ferrari 430 Scuderia als auch die Rennvariante 430 GT2. Dabei stammen insbesondere das sequenzielle Sechsgang-Getriebe und der Vierliter-V8-Motor vom GT2. Eine andere Motorsteuerung und weitere Veränderungen lassen das Aggregat nach Angaben der Projektverantwortlichen allerdings etwas weniger Leistung produzieren, jetzt rund 450 statt 490 PS. Das Drehmoment des Rennmotors beträgt 600 Newtonmeter.

Karbon-Karosserie
Die hinreißend gezeichnete Kohlefaser-Karosserie ist von der des 2007er-Einzelstücks abgeleitet. Das Kleid unterscheidet sich deutlich vom Ferrari 430. Die Länge des eleganten Renners beträgt knapp 4,70 Meter, die Breite fast zwei Meter. Unter der Hülle sitzt ein neu designter Überrollkäfig. Insgesamt wiegt der Spezial-Ferrari 1.230 Kilogramm. 40 Prozent des Gewichts lasten auf der Vorderachse, 60 Prozent auf der Hinterachse. Erprobt wurde das Fahrzeug bislang auf dem italienischen Kurs von Vallelunga, der französischen Rennstrecke Paul Ricard sowie auf dem Nürburgring.

Erster Einsatz: 24 Stunden vom Nürburgring
Am 2. April 2011 heißt es dann endgültig ,Ring frei": Im Rahmen der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring feiert der P4/5 Competizione seine Weltpremiere. Im Juni 2011 wird das Fahrzeug auch am ,ADAC Zurich 24h-Rennen" auf der Nordschleife des Nürburgrings teilnehmen. Das Rennteam tritt als ,Scuderia Cameron Glickenhaus" an, ist in New York beheimatet und nach der Ehefrau von Glickenhaus, Margaret Cameron, benannt. Zur Mannschaft gehören der Ex-DTM-Champion Nicola Larini, der ehemalige Formel-1-Pilot Mika Salo und Fabricio Giovanardi, der 2007er-Meister der Britischen Tourenwagenmeisterschaft. Vierter Fahrer im Bunde ist Luca Capellari, der FIA-GT-Meister von 2004.

Der Regisseur James Glickenhaus
Wenn der Name James Glickenhaus fällt, klingelt es nicht nur in der Finanzwelt oder bei Auto-Enthusiasten. Auch der ein oder andere Film-Fan wird sich erinnern: Der heutige Finanz-Profi verdiente sein Brot in den 1980er- und 1990er-Jahren in Hollywood. Glickenhaus führte Regie und schrieb Drehbücher. Dabei arbeitete er unter anderem mit Schauspielern wie Klaus Kinski oder Jackie Chan zusammen. Hauptsächlich produzierte Glickenhaus Actionfilme. Besonders The Exterminator wurde kontrovers diskutiert.

Ferrari P4/5 Competizione