Mercedes Zetros 2733 A 6x6 mit drei angetriebenen Achsen

Höchste Geländegängigkeit und große Nutzlasten, das sind die Stärken des Mercedes Zetros 2733 A 6x6. Das Fahrzeug besitzt drei Achsen, die alle angetrieben werden. So taugt es für schweres Gelände – als Nutzfahrzeug, aber auch als Basis für Fernreise- und Expeditionsmobile. Das stellen zwei Zetros 6x6 mit speziellem Auf- und Ausbau unter Beweis, die nun nach Ulan-Bator, der Hauptstadt der Mongolei, ausgeliefert wurden. Bestellt wurden die Fahrzeuge von zwei mongolischen Unternehmern – der eine hat eine Brauerei, in der Bier nach deutschem Rezept entsteht, der andere wurde durch Beteiligungen an Kohle- und Kupferminen wohlhabend. Sie wollen das Gefährt zum Beispiel für mehrtägige Jagdausflüge ins Altai-Gebirge verwenden.

1.300 Newtonmeter
Entwickelt wurde das Fahrzeug im Daimler-Werk Wörth, dort wird es auch gebaut. Den modifizierten Aufbau übernahm die Karosseriefirma Hartmann in Alsfeld, den Innenausbau die Firma Huenerkopf in Neukirchen. Triebstrang und Chassis basieren auf den Baureihen Actros und Axor. Der Allrad-Dreiachser bietet bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 25 Tonnen eine Nutzlast von rund 16 Tonnen. Unter der Haube arbeitet ein 7,2-Liter-Reihensechszylinder. Beeindruckender als die Leistung von 326 PS ist das Drehmoment: 1.300 Newtonmeter. Standard ist eine Neungang-Schaltung, optional ist eine sechsstufige Automatik zu bekommen. Die Geländeübersetzung ist gut 20 Prozent kürzer als bei den Allradfahrzeugen der Baureihen Actros und Axor. So sind besonders niedrige Geschwindigkeiten möglich, wichtig etwa bei steilen Bergabpassagen. Die Zugkraft wird generell um rund 70 Prozent erhöht.

Drei Differenzialsperren
Serienmäßig wird der Zetros mit drei mechanischen Differenzialsperren ausgeliefert, die der Fahrer über einen Drehschalter einlegen kann. Der Schalter gibt die Reihenfolge vor, in der die Sperren bei zunehmend schwierigem Gelände einzulegen sind: erst die Längssperre, dann die Quersperre an den Hinterachsen und schließlich die vordere Quersperre.

Sorgfältiger Umbau
Es handelt sich um ein Haubenfahrzeug (Hauber), das heißt, einen LKW mit einer Motorhaube vor der Fahrerkabine. Letztere bietet eine Liege, eine Klimaanlage, ein Radio mit CD-Wechsler, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie einen Sieben-Zoll-Touchscreen mit Rückfahrkamera. Auf dem Fahrerhausdach ist ein Lastträger für eine Belastung mit bis zu 100 Kilo installiert. Am Dachträger wurden vier Zusatzscheinwerfer montiert, im Kühlergrill verbergen sich vier Blinklichter in Rot und Blau. Am Heck findet sich ein Träger für zwei Reserveräder mit eigenem Lift-System, über das auch Ladung aufs Kabinendach geschafft werden kann. Über die Rückfahrkamera werden zusätzliche Suchscheinwerfer am Heck aktiviert.

Tanks für 500 Liter Diesel
Für ausreichende Reichweite abseits der Zivilisation sind Dieseltanks mit 300 und 200 Liter Inhalt verbaut. Wegen der extremen Temperaturschwankungen in Wüsten wurde die Kabine besonders sorgfältig isoliert. Alle Innenausbauten wurden so ausgeführt, dass sie auch starken Erschütterungen gewachsen sind. Die Möbel sind auf die Nutzung in tropischen und wüstenartigen Gebieten ausgerichtet. Beide Fahrzeuge sind weitgehend identisch aufgebaut, aber eines verfügt über eine Heckgarage zur Mitnahme eines Quads. Damit steigt die Länge von 10,70 auf 11,30 Meter. Die Breite liegt bei 2,70 Meter, die Höhe bei 4,20 Meter. Die Wohnkabine misst 7,10 mal 2,55 mal 2,00 Meter und liegt auf der rechten Fahrzeugseite. Eine integrierte Treppe und Haltegriffe erleichtern den Einstieg. Die Fenster der Wohnkabine haben Doppelverglasung, lassen sich allesamt öffnen und sind mit Moskitonetzen ausgestattet.

Luxuriöses Badezimmer mit Marmorboden
Der Innenraum ist in verschiedene Bereiche gegliedert. Das Schlafzimmer befindet sich im Heck, vorne gibt es eine Leder-Sitzgruppe für vier bis sechs Personen. Außerdem findet sich ein luxuriöses Badezimmer mit Marmorboden und Fußbodenheizung sowie eine Küche. Außer im Schlafzimmer steht Übernachtungsplatz im Wohnbereich zur Verfügung. Der Tisch in der Sitzgruppe lässt sich elektrisch anheben und absenken, bei abgesenktem Tisch entsteht dort ein zusätzliches Bett. Die Küche ist mit Keramik-Kochfeld, Mikrowelle inklusive Grill, Kühl- und Gefrierschrank, Bar und Kaffeemaschine ausgestattet. Die Spüle wird mit Warm- und Kaltwasser versorgt, an Bord ist außerdem ein Geschirr-Set für acht Personen. Für die Outdoor-Nutzung verfügen die Fahrzeuge über mobile Zweiflamm-Gaskocher. Im Bad gibt es eine abgetrennte Duschkabine, eine WC-Bidet-Kombination, ein Waschbecken und einen dreiflügeligen Spiegelschrank.

46-Zoll-Fernseher
Der Schlafraum ist durch eine Trennwand mit zwei integrierten Fernsehern vom Wohnbereich separiert. Die TV-Geräte haben eine Diagonale von 40 und 46 Zoll. Ein Safe für Wertsachen sowie ein Waffenschrank für Jagdgewehre sind ebenfalls fest integriert. Mit auf die Reise gehen ein Satelliten-Receiver inklusive Antenne, ein DVD-CD-Player, ein MP3-Player, ein Sound-System von Bose sowie ein Mac Mini und ein WLAN-Router.

Dieselgenerator und 250 Liter Wasser
Alle elektrischen Geräte sind ans bordeigene 230-Volt-System angeschlossen. Ein Dieselgenerator sorgt für Strom, ein Set aus vier 220-Amperestunden-Akkus puffert die Energie. Geladen werden die Akkus entweder vom Generator oder über die Solaranlage auf dem Dach. Die Klimaanlage ist für alle Räume getrennt regelbar. Zusätzlich arbeiten in Bad und Küche elektrische Ventilatoren. Für Wärme im Wohnbereich sorgt eine mit Diesel betriebene Heizung. Für Trink- und Brauchwasser (Dusche, Toilette) gibt es getrennte Tanks mit insgesamt rund 250 Liter Volumen. Ein Boiler mit 20 Liter Inhalt sorgt für Warmwasser in der Küche und im Bad. Wenn es das Wetter zulässt, kann auch die Außendusche genutzt werden. Die umgebauten Fahrzeuge haben laut Mercedes-Sprecher Jürgen Barth knapp 800.000 Euro gekostet, wobei auf das Fahrgestell nur etwa 100.000 Euro entfallen. Ähnlich wie bei Feuerwehrfahrzeugen ist das Teure auch hier der Auf- und Ausbau.

Bildergalerie: Mit Marmor im Bad