Concept Car: Tuningunternehmen baut BMW Z4 zum radikalen Spritsparer um

Ein Roadster mit 190 PS und 3,8 Liter Verbrauch? Das geht, zumindest, wenn man den Angaben von AC Schnitzer glaubt. Das Aachener Tuningunternehmen hat einen BMW Z4 radikal zum ,99d" umgebaut: Das Concept Car soll Spritsparer und Fahrspaßmaschine zugleich sein. Der Name der Studie deutet auf die CO2-Emission von 99 Gramm je Kilometer hin – mehr soll nicht aus dem 99d-Abgasstrang herauskommen.

Motorverpflanzung
Ausgangsbasis war ein BMW Z4 SDrive 23i. Das Motto des Umbaus lautete ,Efficient Performance", angelehnt an das Label der BMW-Philosophie ,Efficient Dynamics". Schnitzer implantierte sowohl den Motor des BMW 320d Efficient Dynamics-Edition als auch eine Start-Stopp-Automatik, dessen Bremsenergierückgewinnung und Schaltpunktanzeige. Beibehalten wurden die Sicherheitssysteme wie ABS, Airbags und ESP.

Unter vier Liter Verbrauch
Der Zweiliter-Turbodiesel aus dem Spritspar-Dreier leistet normalerweise 163 PS. Schnitzer steigerte die Leistung elektronisch auf 190 PS und erhöhte das Drehmoment von 360 auf 420 Newtonmeter. Als Höchstgeschwindigkeit nennt der Tuner 235 km/h. Von null auf 100 km/h soll der Diesel-Roadster in 6,9 Sekunden sprinten. Der von Schnitzer gemessene Verbrauch beträgt 3,8 Liter Diesel. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von rund 99 Gramm je Kilometer. Gegenüber dem Motorspender BMW 320d Efficient Dynamics ergibt sich ein Verbrauchsvorteil von 0,3 Liter sowie eine um zehn Gramm niedrigere CO2-Emission.

Runter mit dem Speck
1.436 Kilogramm wog der BMW Z4 SDrive 23i laut Schnitzer vor der Modifikation. 230 Kilogramm konnten eingespart werden. Ein leichterer Lithium-Ionen-Akku ersetzt die herkömmliche Fahrzeugbatterie. Im Innenraum kommen Karbon, Magnesium und Titan zum Einsatz. Der Austausch von Karosserieteilen ließ ebenfalls die Kilos purzeln. Nach Angaben des Tuners wiegt das neue Karbon-Dach nur neun statt 65 Kilogramm. Der Kofferraumdeckel bringt nun drei statt 38 Kilo auf die Waage. Mit vier Kilogramm fällt die Abgasanlage 19 Kilo leichter aus.

Auch Felgen und Bremsen leichter
35 Kilogramm der Gewichtsreduktion gingen auf das Konto von leichteren Rad- und Bremsen-Komponenten. Jede der vier 8,5x19 Zoll großen Schmiedefelgen wird mit Titanschrauben befestigt und wiegt laut Tuner nur 7,9 Kilogramm. Die Hochleistungsbremsanlage ist mit Leichtbau-Bremsscheiben ausgerüstet. Die geringeren ungefederten Massen sollen das Fahrgefühl beeinflussen: Gemäß Schnitzer wirkt das Fahrzeug wie um 335 Kilogramm erleichtert.

Aktive Aerodynamik
Bei der Karosserie setzte Schnitzer auf eigene Anbauteile. Aus Karbon bestehen beispielsweise der Frontspoiler, die Sportkotflügel vorne, das Dach, der Heckschürzeneinsatz sowie der Kofferraumdeckel. Dazu kommen noch ein Heckspoiler, ein silbermatt eloxierter Frontgrill sowie so genannte ,Bonnet Vents", Luftschlitze in der Motorhaube. Außerdem installierte Schnitzer die aktive Aerodynamik aus dem BMW 520d: Eine Klappe im Kühlergrill öffnet sich nur bei Bedarf und sorgt im geschlossenen Zustand für einen besseren Fluss des Luftstroms. Die Tieferlegung um 30 Millimeter durch ein Rennfahrwerk soll ebenfalls den Luftwiderstand verringern.

Weniger Reibung
Radlager aus Keramik reduzieren die Reibung. Bei den Bremsen setzt Schnitzer auf ein ,Retraction System" von PFC. Die Leichtlauf-Lösung aus dem Motorsport bewirkt, dass sich nach jedem Bremsvorgang die Bremsbeläge um 0,1 Millimeter von den Bremsscheiben absetzen. Auf reibungsarme Eigenschaften achtete der Tuner auch bei den Schmierstoffen und Reifen.

Inneneinrichtung mit iPhone-Einbindung
Die Insassen nehmen auf Karbon-Schalensitzen mit Lederbezug Platz. Als Multimedia-Gimmick dient ein Apple iPhone4. Hierüber ist der Zugriff auf sämtliche Daten des Bordcomputers möglich. So können beispielsweise der Verbrauch oder auch die Funktion des Partikelfilters überprüft werden. Daneben dient das Smartphone zum Abspielen von Musik, zum Telefonieren mit Freisprechmöglichkeit, zur Navigation und dem Surfen im Internet.

Unverkäuflicher Technologieträger
Einen Teil der genannten Komponenten und Modifikationen bietet Schnitzer in seinem Programm für jeden Z4 an. Der 99d ist als Technologieträger zu verstehen und bleibt ein Einzelstück. Gäbe es ihn zu kaufen, würde er 149.000 Euro kosten.

Bildergalerie: Leichtbau-Roadster