Konzeptfahrzeug "ActiveDrive" auf Basis eines Skoda Octavia Scout

Der fränkische Automobilzulieferer Schaeffler hat im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz ein elektrisch betriebenes Konzeptfahrzeug vorgestellt. Der ,ActiveDrive" basiert auf einem Skoda Octavia Scout und verfügt als Besonderheit sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse über ein aktives Elektrodifferenzial.

Gezielte Drehmomentverteilung
Dieses so genannte eDifferenzial vereint den elektrischen Antrieb mit der Möglichkeit einer radselektiv steuerbaren Antriebsleistung. Dadurch wird eine sowohl für die Dynamik und Sicherheit als auch für den Komfort zuträgliche Drehmomentverteilung zwischen dem rechten und linken Rad ermöglicht, so Schaeffler. ,Das eDifferenzial erlaubt Eingriffe zur Fahrdynamik durch gezielte Kraftzuführung anstelle – wie bislang vom ESP gewohnt – mittels Bremseingriff und somit Energieentnahme", erklärt der zuständige Produktentwickler Peter Gutzmer. Das aktive Elektrodifferenzial soll die Kraftübertragung beim Fahren auf Untergründen mit unterschiedlichen Reibwerten deutlich verbessern. Auch die Lenkung wird unterstützt. Der Einsatz von zwei eDifferenzialen ermöglicht zudem eine Längsverteilung der Antriebsmomente.

Zwei Elektromotoren
Das eDifferenzial integriert zwei unterschiedlich dimensionierte wassergekühlte Elektromotoren, ein Planetengetriebe, ein Getriebe zur aktiven Drehmomentverteilung sowie – als zentrales Element – ein Leichtbaudifferenzial. Der größere Elektromotor, der maximal 105 kW (143 PS) leistet und ein Drehmoment von 170 Newtonmeter erzeugt, ist für den Antrieb zuständig. Die zweite E-Maschine regelt die Drehmomentverteilung und muss lediglich fünf Kilowatt Leistung aufbringen, um bis zu 2.000 Newtonmeter Drehmomentdifferenz auf der Achse zu erzeugen.

Stolze 286 PS Maximalleistung
Der ActiveDrive verfügt über eine Gesamtleistung von bis zu 210 kW (286 PS) sowie einen Allradantrieb. Als Energiespeicher für den Elektroantrieb fungieren Lithium-Ionen-Batterien mit einer Kapazität von 18 Kilowattstunden. Sie sind im Kardantunnel und vor der Hinterachse untergebracht. Das 1,9 Tonnen schwere Konzeptauto beschleunigt in 8,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Bei Tempo 150 wird das Fahrzeug elektronisch abgeregelt. Die Reichweite soll bis zu 100 Kilometer betragen.

Bereits dritte Studie des Unternehmens
Neben der Elektrostudie des Octavia Scout hatte Schaeffler bereits in der Vergangenheit zwei weitere Konzeptfahrzeuge entwickelt. Der ,CO2ncept-10%" basiert auf einem Porsche Cayenne mit V8-Benziner und soll zeigen, wie sich durch Detailarbeit an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor Verbrauch und Schadstoffausstoß um zehn Prozent reduzieren lassen. Bei der Studie erstreckten sich die Optimierungsmaßnahmen auf bereits erhältliche, beziehungsweise seriennahe Detaillösungen.

Verschiedene Hybrid-Lösungen im Vergleich
Der ,Schaeffler Hybrid" auf Basis eines Opel Corsa dient als Ideenauto zur Darstellung und zum Vergleich unterschiedlicher Hybrid-Lösungen. Die Fahrmodi reichen hier vom klassischen Betrieb mit Verbrennungsmotor über die Funktionsweisen als Parallel-Hybrid und serieller Hybrid mit Range-Extender bis hin zum vollelektrischen Fahren.

Gallery: Aktive Differenziale