Die populärsten Rechtsirrtümer für Radler

Wie gut kennen sich Radler im Straßenverkehr aus? Viele sind sich gar nicht darüber im Klaren, dass bei Fehlverhalten der Führerscheinentzug droht. Die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG klärt die populärsten Irrtümer für Radfahrer auf.

Irrtum 1: Für Radfahrer gibt es keine Punkte in Flensburg
Auch wer mit dem Fahrrad unterwegs ist und einen Verstoß begeht, muss mit einem Bußgeld und Punkten rechnen. ,Stand die Ampel nur eine Sekunde auf Rot, kann für Radler ein Bußgeld bis zu 120 Euro verhängt werden. War die Ampel schon länger rot, drohen Strafen bis zu 180 Euro – sowie in beiden Fällen ein Punkt in Flensburg", erläutert Rechtsanwältin Romy Effler. Die Höhe des Bußgeldes hängt davon ab, ob jemand gefährdet oder gar ein Unfall verursacht wurde. Übrigens: Auch das Ausweichen auf den Gehweg ist bei einer roten Ampel nicht erlaubt.

Irrtum 2: Auf Gehwegen geparkte Fahrräder dürfen entfernt werden
Es ist erlaubt, Fahrräder auf Gehwegen abzustellen, solange sie andere nicht gefährden. Das gehört zur zulässigen Nutzungsart. ,Dass sich Anwohner durch den Anblick belästigt fühlen, reicht nicht aus, um das Rad zu entfernen", so die Anwältin. Wird es widerrechtlich entfernt, kann sich der Radler gegen die auferlegten Beseitigungskosten wehren. Zudem kann er für Schäden an seinem Fahrrad Ersatz verlangen.

Irrtum 3: Wer ohne Helm fährt, ist bei einem Unfall mitschuldig
Dies stimmt nur in begrenzten Fällen, denn in Deutschland gibt es keine gesetzliche Helmpflicht. Für Schuldzuweisungen bei einem Unfall betrachten Gerichte daher die Fahrzwecke. ,Radfahrern ohne Helm wird normalerweise nicht automatisch Mitschuld gegeben. Das sieht bei Rennradfahrern, die ihren Sport auf der Straße ausüben, anders aus", so Romy Effler. Hier gehe es meist darum, hohe Geschwindigkeiten zu erzielen. So kann ein Rennradfahrer ohne Helm mitschuldig sein, wenn er verletzt wird – und seinen Schadenersatzanspruch unter Umständen ganz verlieren.

Irrtum 4: Fahrradfahrer dürfen keine Fußgängerüberwege benutzen
Werden keine Fußgänger gefährdet, dürfen auch Radfahrer Zebrastreifen und Fußgängerampeln nutzen. Sie genießen aber nicht das gleiche Vorrecht gegenüber dem kreuzenden Verkehr wie Fußgänger. ,Radfahrer, die den Übergang fahrend überqueren, müssen bei einem Unfall mit einer Teilschuld rechnen", sagt die Expertin. Nur Radfahrer, die ihr Rad über den Überweg schieben, werden juristisch wie Fußgänger behandelt.

Irrtum 5: Alkoholisierte Radfahrer müssen nicht um ihren Führerschein fürchten
Ein betrunkener Radfahrer stellt nicht nur eine Gefahr für den Straßenverkehr dar, sondern riskiert auch seinen Führerschein. Ab 1,6 Promille gilt ein Radler als absolut fahruntüchtig und macht sich wegen einer ,Trunkenheitsfahrt" im Verkehr strafbar. ,Ab diesem Wert wird oft auch eine medizinisch-psychologische Untersuchung – der so genannte Idiotentest – angeordnet", betont die Rechtsanwältin. Wer diesen verweigert oder nicht besteht, dem droht der Entzug der Fahrerlaubnis.

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