Aston Martin von James Bond bringt über drei Millionen Euro

Er konnte mit den eingebauten Maschinengewehren schießen, ein kugelsicheres Schott am Heck ausfahren und Öl versprühen: Den 1964er Aston Martin DB5 hatte Tüftler Q perfekt für James Bond hergerichtet. Dieses legendäre Filmauto wurde am 27. Oktober 2010 in London vom Auktionshaus RM versteigert. Heraus kam zwar ein Betrag von rund 3,35 Millionen Euro, aber der von Experten im Vorfeld der Versteigerung erwartete Erlös von 4,2 Millionen Euro wurde nicht erzielt.

Bond-Auto fürs Privatmuseum
Der neue Besitzer heißt Harry Yeaggy und kommt aus den USA. ,Es ist ein Auto, das ich schon immer haben wollte, schließlich ist es das berühmteste Auto der Welt", so der Unternehmer. ,Ich plane, es in meinem privaten Automuseum in Ohio auszustellen." Yeaggy kann sich außerdem über einen 35.000-Euro-Maßanzug aus einem Stoff mit eingewobenen goldenen Fäden freuen. Der Zwirn wird von der Schneiderei Gieves & Hawkes gefertigt, die Sean Connery für seine sechs Bond-Auftritte einkleidete. Das zweite Geschenk ist ein siebentägiger Aufenthalt im Wert von 46.000 Euro am wiedereröffneten GoldenEye-Ferienort in Jamaica. Es handelt sich um das ehemalige Karibik-Anwesen von Bond-Autor Ian Fleming, der dort alle 14 Stories über den britischen Agenten schrieb.

Erlös für guten Zweck
Während Harry Yeaggy es sich gut gehen lässt, will Ex-Besitzer Lee die Einnahmen aus der Auktion seiner Jerry-Lee-Stiftung zuführen. Deren Ziel ist es, Kriminalität vorzubeugen, indem Armut bekämpft wird. ,Das James-Bond-Auto hat mir fast 40 Jahre viel Freude bereitet", so Lee. ,Sogar in dem Moment, in dem ich es verkaufe und mit dem Erlös meine Stiftung finanziere, bringt es mir Erfüllung, weil es die Mission der Einrichtung unterstützt, weltweit Gutes zu tun."

Alles noch dran
Der Wagen mit der Nummer FMP 7B wurde von James-Bond-Darsteller Sean Connery in den Filmen Goldfinger und Thunderball gefahren. Zu den oben genannten Extra-Ausrüstungen kommen noch eine drehbare Rolle mit drei Nummernschildern, ein Fahrzeug-Ortungs-System, ein Nagel- und Nebel-Werfer sowie eine heraussprengbare Dachplatte, die wichtig für den Schleudersitz war. Alle Extras wurden im Aston-Martin-Werk eingebaut und sind von der Mittelkonsole aus zu bedienen. Die dafür nötigen Schalter sind unter der Mittelarmlehne versteckt.

Selten zu sehen
Nach seinen Filmauftritten wurde der Bond-Aston 1969 an den amerikanischen Radio-Moderator Jerry Lee für 12.000 Dollar verkauft. Ab diesem Zeitpunkt war der Wagen kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen. Knapp vier Monate vor der Versteigerung hatte der DB5 seinen ersten Auftritt in diesem Jahrtausend. Vom Auktionshaus RM wieder in einen fahrtüchtigen Zustand versetzt, wurde er im Stoke Park Club in der Nähe von London präsentiert, wo ,007" James Bond und Mr. Goldfinger zum ersten Mal aufeinander trafen. Wer den berühmten Sportwagen von nun an sehen will, muss bei Herrn Yeaggy anklopfen.

Gallery: MGs und Schleudersitz