Die englische Schrulligkeit ist dabei, die Welt zu erobern

Das London Taxi ist eine typisch englische Ikone, dachte man bislang. Doch die Zeiten, in denen das eigentümlich geformte Vehikel nur das Straßenbild Londons prägte, sind definitiv vorbei. Es macht sich auf, die Welt zu erobern. The London Taxi Company, welche die schrulligen Retro-Fahrzeuge verkauft, hat weitere Märkte rund um den Globus aufgetan. Demnächst rollen die Personentransporter auch auf den Straßen Roms, Mailands, Istanbuls und Maltas. Mit Aserbaidschan gibt es sogar einen Mega-Deal.

Britishness für Bella Italia
Laut der London Taxi Company hat das internationale Interesse am aktuellen Modell TX4 außerhalb Großbritanniens stark zugenommen. Im Juni 2011 hält in Form von 50 TX4 ein Hauch Britishness in die italienischen Städte Rom und Mailand Einzug. Eine Firma auf Malta bietet ab sofort Fahrten im TX4 an. Rund um die Uhr und sieben Tage in der Woche stehen die hoch bauenden Gefährte bereit – und zwar nicht in Schwarz, sondern in knalligem Gelb. Weitere 50 Taxis werden bald auch in der türkischen Metropole Istanbul eingesetzt. Sie sollen hauptsächlich die Transfers zum und vom Flughafen sicherstellen sowie für Stadttouren zur Verfügung stehen.

Unter heißer Wüstensonne
Ein rund 19 Millionen Euro schwerer Vertrag liegt nach Aussagen der London Taxi Company mit Aserbaidschan vor. Noch im April 2011 sollen 100 Taxis in die Hauptstadt Baku geliefert werden. Bis Ende November 2011 sollen weitere 900 folgen. Auch wer nach Frankreich, Kuwait und Saudi Arabien reist, könnte sich verwundert die Augen reiben. Denn Taxiunternehmen dieser Länder haben sich bereits für das schrullige Stück Großbritannien entschieden.

Taxis für die ganze Welt – made in Shanghai
The London Taxi Company hieß früher London Taxi International Vehicles (LTI). Das Unternehmen wurde von der britischen Firma Manganese Bronze Holdings (MBH) übernommen. Diese vereinbarte 2007 ein Joint Venture mit dem chinesischen Autohersteller Geely Automotive. Das aktuelle Modell TX4 wird in England und seit 2009 auch in Shanghai gebaut. Der englische Markt wird von Coventry aus bedient. Aus China zugelieferte Teile halten die Produktionskosten niedrig. Aus dem Reich der Mitte werden der chinesische sowie alle anderen Märkte beliefert.

Zwei Motorisierungen
Angetrieben wird das Taxi wahlweise von einem 2,4-Liter-Reihenvierzylinder-Benziner oder einem 2,5-Liter-Turbodieselmotor. Das Ottotriebwerk stammt von Mitsubishi und leistet 152 PS. Beim Selbstzünder setzen die Briten auf ein 102 PS starkes Aggregat des italienischen Herstellers VM Motori. Noch erfüllen die Motoren nur die Euro-4-Norm, ab 2012 wird zumindest der Selbstzünder auf Euro 5 umgestellt.

Zwölf verschiedene Farben
Neben dem klassischen Schwarz ist das Taxi in vielen anderen Farben erhältlich: Von Weiß, über Grün und Gelb bis zu verschiedenen Metallic-Tönen können Kunden aus elf weiteren Finishes wählen. Die Sitze sind entweder mit Stoff oder mit Leder bezogen. Zwischen 1,8 und zwei Tonnen – je nach Ausstattung – wiegt ein Taxi. Der aktuelle TX4 startet preislich bei 28.995 Britischen Pfund. Das sind etwa 33.000 Euro.

Bildergalerie: London Taxi fliegt ab