Auf Knopfdruck lässt sich das Dach durchsichtig oder dunkel schalten

Im Frühjahr 2011 feiert der neue Mercedes SLK Premiere. Momentan ist die dritte Generation des Roadsters noch als getarnter Erlkönig unterwegs. Dabei wird auch ein neuartiges Glasdach erprobt. Das Panorama-Variodach mit ,Magic Sky Control" lässt sich auf Knopfdruck wahlweise durchsichtig oder dunkel schalten. Im transparenten Zustand soll es auch bei kalter Witterung ein Open-Air-Erlebnis bieten. Verdunkelt spendet das Dach Schatten und soll bei intensiver Sonneneinstrahlung das Aufheizen des Innenraums verhindern.

Innenraumtemperatur sinkt
UV- und Infrarot-Licht werden auch im durchsichtigen Zustand wirkungsvoll abgeschirmt, wobei die Isolation im dunkel geschalteten Zustand nochmals zunimmt. Die Temperatur auf Interieurteilen wie Armauflagen kann damit um bis zu zehn Grad Celsius unter den Werten mit konventionellem Grünglas gesenkt werden, verspricht Mercedes. Auch im Stand soll das Fahrzeug nicht zu stark aufgeheizt werden, da das Dach im stromlosen Zustand dunkel geschaltet ist.

Wie bei einem Platten-Kondensator
Die Technik des Dachs bedient sich der Physik eines Platten-Kondensators: Wird eine elektrische Spannung an die Glaskonstruktion angelegt, richten sich Teilchen im Glasaufbau so aus, dass Licht die Scheibe durchdringen kann. Bleibt die Stromversorgung hingegen ausgeschaltet, orientieren sich die Partikel nach dem Zufallsprinzip. Dadurch wird das Licht teilweise blockiert und die Scheibe ist dunkel. Steuergerät und Wandler sind im Vorderteil des Daches integriert, der Schalter befindet sich in der Dachbedieneinheit.

Tests im Death Valley
Die Tests mit dem neuartigen Glasdach werden unter anderem im Death Valley im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien durchgeführt, wo es außerordentlich heiß sein kann. Dort werden im Sommer unter sengender Sonne fast regelmäßig über 50 Grad Celsius im Schatten gemessen. Unter diesen Bedingungen wurden die SLK-Prototypen beispielsweise um die Mittagszeit mit transparentem Dach vier Stunden durch die Sonne aufgeheizt. Schalteten sie anschließend das Dach undurchsichtig, spürten sie sofort eine deutliche Minderung der Hitze, die Temperatur im Kopfbereich Kopf nahm schnell ab.

Sonnenlast wird deutlich reduziert
Messungen mit einem so genannten Sternpyranometer machten deutlich, warum das so ist. Dieses Gerät misst die Intensität der Sonneneinstrahlung. Bei geöffnetem Dach betrug die Sonnenlast in der Hitze des Death Valleys 1.000 bis 1.100 Watt pro Quadratmeter. Mit transparentem Glasdach sank sie auf 200 Watt, bei dunkel geschaltetem Dach sogar auf nur 40 bis 50 Watt.

Als Extra für unter 2.000 Euro
Vom Panorama-Variodach mit Magic Sky Control sollen nicht nur die Passagiere profitieren. Auch die Klimaanlage kann dadurch entlastet und gleichzeitig CO2 eingespart werden. Das neue Glasdach wird es im kommenden SLK als Sonderausstattung geben, der Preis soll weniger als 2.000 Euro betragen.

Premiere auf dem Genfer Salon 2011
Erstmals vorgestellt wird der neue SLK auf dem Genfer Auto-Salon im Frühjahr 2011, kurze Zeit später erfolgt der Marktstart. Motorenseitig werden die Benziner komplett auf Direkteinspritzung umgestellt. Die Aggregate 200 CGI, 250 CGI mit vier Zylindern und der sechszylindrige 350 CGI sind bereits aus der E-Klasse bekannt. Je nach Modell kommen eine manuelle Sechsgang-Schaltung oder Automatikgetriebe mit fünf beziehungsweise sieben Gängen zum Einsatz. Im Rahmen der BlueEfficiency-Strategie dürfte es auch erstmals einen Diesel-SLK geben, denkbar ist ein SLK 250 CDI mit 204 PS.

Bildergalerie: Innovatives Dach für Mercedes SLK