Finanzierung des Zukunftsplans wird intern geregelt

General Motors (GM) und Opel haben sich entschieden, sämtliche Anträge auf staatliche Bürgschaften in Europa zurückzuziehen.

Zukunftsplan soll schnell umgesetzt werden
Seit Bekanntgabe des Opel-Zukunftsplans vor sieben Monaten gab es keine grundlegenden Änderungen am Finanzbedarf des Unternehmens. Die Gründe für die Antragstellung existieren nach wie vor. Allerdings hat es sich gezeigt, dass der Vorgang weit komplexer und langwieriger ist als zunächst erwartet und noch immer keine Ergebnisse vorliegen. Unter diesen Umständen haben GM und Opel entschieden, die Finanzierung intern zu regeln. Damit wird der Weg für eine schnelle Umsetzung des Zukunftsplans freigemacht.

Reilly: Bald wieder Profit einfahren
"Wir wissen die Unterstützung, die uns von einigen europäischen Regierungen, insbesondere in Großbritannien und Spanien, zugesagt wurde, sehr zu schätzen", sagte Nick Reilly, GM-Europa-Chef und Vorsitzender der Opel-Geschäftsführung. ,Die Entscheidung der deutschen Regierung letzte Woche war eine Enttäuschung für uns. Damit hat sich eine mögliche Sicherung von Bürgschaften aus Deutschland vermutlich um weitere Monate verzögert. Wir freuen uns über die Entscheidung unserer Muttergesellschaft und die damit verbundene Unterstützung". Er geht davon aus, dass das Unternehmen mit dem Produkt- und Wachstumsplan und den positiven Auswirkungen der Restrukturierung bald wieder profitabel arbeiten kann.

Bürgschaften aus dem Ausland
Im Rahmen der in verschiedenen europäischen Ländern gestellten Anträge hatte die britische Regierung Bürgschaften für Bankkredite in Höhe von 330 Millionen Euro angekündigt. Die spanische Regierung hatte Bürgschaften in ähnlicher Höhe angedeutet. Der Gesamtbetrag, den man bei allen europäischen Regierungen zusammen beantragt hatte, belief sich auf rund 1,8 Milliarden Euro. Letzte Woche hatten vier deutsche Bundesländer ihre grundsätzliche Bereitschaft gezeigt, neue Gespräche über Bürgschaften aufzunehmen.

Verkaufszahlen über Plan
Mit dem Verzicht auf die Bürgschaften kann sich Opel nun auf die Umsetzung des Wachstumsplans konzentrieren. Dieser beinhaltet insbesondere, elf Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Produkte zu stecken. Derzeit zeichnet sich ein Aufwärtstrend ab: Nach Auskunft des Unternehmens erzielen Opel-Modelle Verkaufszahlen über dem Plan. Für den neuen Astra Fünftürer, der Ende 2009 vorgestellt wurde, lägen nach wenig mehr als sechs Monaten bereits 160.000 Aufträge aus ganz Europa vor. Für das Gesamtjahr hatte Opel zunächst 180.000 Verkäufe erwartet. Ähnlich sieht die Situation beim neuen Meriva aus, wo bereits vor der offiziellen Händlerpremiere innerhalb weniger Wochen 30.000 Aufträge vorliegen sollen. Im Jahr 2010 will Opel noch acht neue Produkte auf dem Markt bringen, für 2011 sind bereits vier neue Produkte angekündigt. Dazu gehört auch der Opel Ampera, ein Elektrofahrzeug mit Reichweitenverlängerung.

Opel zieht Anträge zurück