Mercedes CLS & Co: Elegante Vier

Kleine Autos liegen wegen ihrer Sparsamkeit und Bezahlbarkeit im Trend. Aber es gibt noch andere Gründe, einen Trend vom Zaun zu brechen: Größe, Eleganz und Sportlichkeit sind ebenfalls überzeugende Argumente. Und so breiten sich langsam aber unaufhörlich viertürige Coupés auf dem Fahrzeugmarkt aus – mit erbsenzählerischer Strenge müsste man eigentlich von viertürigen Limousinen mit coupéförmigem Dach sprechen, da echte Coupés immer nur zwei Türen haben.

Bristol war zuerst da
Aber: In neuen Zeiten erhalten alte Begriffe eben neue Inhalte – untermauert von konkreten Fahrzeugen: Der frische Mercedes CLS wird genauso kommen wie das BMW Gran Coupé, der Audi A7 und vielleicht der Citroën Metropolis. Die erste Generation des CLS erfuhr sich bereits im Oktober 2004 einen Platz in den Herzen der Kundschaft. Aber es gab da noch einen Hersteller, der war seiner Zeit um zirka 50 Jahre voraus: Bristol stellte bereits 1953 das Modell 405 vor. Der 1.233 Kilogramm leichte Wagen stützt seine Aluminium-Haut auf Strukturen aus Holz und trägt ein Reserverad unterm vorderen linken Kotflügel-Blech. Die Batterie sitzt im Bereich des rechten vorderen Kotflügels. Der handgemachte aerodynamisch günstige Wagen ,Ist echt ein Erlebnis. Sein in Lizenz gebauter BMW-328-Vorkriegsmotor klingt, als würden 1.000 Großmütter anfangen zu stricken", so Bristol-Enthusiast Rolf Klein.

Mercedes und BMW
Und ein Erlebnis soll auch der neue Mercedes CLS werden: Der Wagen wirkt sanfter geschwungen und breiter als sein Vorgänger, der große Stern wird von zwei Querstreben gehalten. Die Außenspiegel-Gehäuse bekommt der neue CLS von der E-Klasse, auf der er basiert. Ihre kräftige Hüfte gibt die E-Klasse hingegen nur sehr dezent an den CLS weiter. Für Vortrieb könnte unter anderem ein hochmoderner V6-Benziner mit 306 PS sorgen, der bereits in der Studie Shooting Break steckt. Diese Mischung aus Kombi und Coupé zeigte Mercedes erstmals im Frühjahr 2010 auf der Auto China in Peking. Am Rande der gleichen Messe präsentierte BMW dann eine sensationelle Überraschung: das Concept Gran Coupé. Der schnittige Wagen basiert auf der 5er-Reihe und hat nichts mit dem ebenfalls anstehenden neuen 6er zu tun. Der 1,40 Meter flache Wagen gefällt durch seine optisch nach vorne gerichtete Dynamik. Als Motorisierung stehen wahrscheinlich die Sechs- und Achtzylinder der 5er-Reihe zur Verfügung. Wann der Wagen in Serie geht, geben die Bayern noch nicht bekannt.

Audi und Citroën
Audi bringt den A7 noch 2010. Der kleinere A5 Sportback hat dem großen Wagen den Weg geebnet. Citroën nutzte wie Mercedes und BMW die Auto China, um eine Limousine mit Coupédach zu zeigen: Der Metropolis war allerdings nur als verkleinertes Modell vor Ort. Seine wahre Größe zeigt der Franzose erst auf der diesjährigen Weltausstellung im chinesischen Shanghai. Und er ist groß: länger als eine Mercedes S-Klasse mit langem Radstand. Wie der BMW, so ist auch der Citroën 1,40 Meter flach. Mit schmalen breiten Front-Scheinwerfern guckt er aus dem dynamisch geformten Blech. Die Studie Metropolis soll von einem Plug-in-Hybriden befeuert werden, wobei offen ist, ob die Franzosen jemals so einen Wagen ins Rennen um Marktanteile werfen werden. Aber nach Mercedes mit dem CLS, Maserati mit dem Quattroporte, Porsche mit dem Panamera und Aston Martin mit dem Rapide, werden weitere Hersteller den Eleganz-Trend bei großen Fahrzeugen aufnehmen – und somit die Idee, die der dieses Jahr 100 Jahre alte englische Hersteller Bristol mit dem 405 vor einem halben Jahrhundert verwirklichte, in die Moderne tragen.

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