Spektakuläre Projektautos von Camaro und Corvette

Seit es bei den großen US-Herstellern wieder Retro-Muscle-Cars im Programm gibt, scheint das Thema Kreativität einen höheren Stellenwert einzunehmen. Bei General Motors beflügelt der Camaro die Designer. Hier überlässt man nicht nur externen Tunern das Feld, sondern lässt die eigenen Gestalter von der Leine. Heraus kamen auf der SEMA Show 2010 (2. bis 5. November) mehrere Konzeptversionen des Coupés. Und auch der US-Sportwagen schlechthin, die Corvette, trat in Spezialvarianten auf. Daneben gab es noch Klassik-Replikas mit moderner Technik.

Red Flash Camaro SS
Der Camaro Red Flash SS ist betont extrovertiert ausgelegt und kombiniert bereits verfügbares Chevrolet-Zubehör mit neu gestalteten Konzeptteilen. Die Außenfarbe Red Jewel wird mit grauen Streifen verziert, die klassischen Super-Sport-Modellen (,SS") der 1960er nachempfunden sind. Die 21-Zoll-Felgen des Konzept-Camaro sind ebenfalls grau. Unter der Haube hilft ein Chevrolet-Luftfilter aus dem Zubehörprogramm dem 6,2-Liter-V8 auf die Sprünge. Daneben sorgt eine Sportabgasanlage für den guten Ton. Geschaltet wird über ein manuelles Sechsganggetriebe. Ein Body-Kit mit großem Heckspoiler sowie eine Tieferlegung machen die aggressive Optik komplett. Innen gibt es Leder mit roten Farbakzentuierungen auf den Sitzen. Neu sind auch das Lenkrad, die Pedale im Rennsportlook und die rote LED-Beleuchtung für die Türen.

Sondermodell Camaro Synergy Series 2011
Chevrolet will jedes Jahr ein Sondermodell des Camaro auf den Markt bringen. Die Fahrzeuge sollen unter dem Oberbegriff ,Synergy Series" laufen. 2010 hieß erste Modell aus der Serie ,Synergy Green". Das in Las Vegas gezeigte Fahrzeug stellt das limitierte Sondermodell für 2011 dar und wird im ersten Quartal lanciert. Die Mischung aus Exterieur- und Interieurkomponenten gibt es laut Chevrolet in keinem anderen Serienmodell. Die Inneneinrichtung ist grau gehalten und wird von roten Nähten kontrastiert. Das in Las Vegas gezeigt Fahrzeug ist unter anderem mit 21-Zoll-Rädern, roten Armaturen und Brembo-Bremsen ausgestattet.

Camaro XM/Appearance Package
Beim Camaro XM/Appearance Package lautete die Zielvorgabe, ein mit Zubehör ausgestattetes Fahrzeug zusammenzustellen, das nicht teurer als 30.000 US-Dollar (zirka 22.000 Euro) ist. Basis ist der Camaro 1LT, der mit einem 3,6-Liter-V6 ausgerüstet ist und damit auf V8-Prestige verzichten muss. Das gesparte Geld landet dafür in der Ausstattung, die den Camaro zumindest optisch rasanter wirken lässt. Beispielsweise hat er 21-Zoll-Räder, einen Heckspoiler und einen besonderen Grill. Wenn das Fahrzeug 2011 in Produktion geht, wird ein Abonnement für den amerikanischen Satellitenradio-Programmanbieter ,XM" im Preis enthalten sein. Das Konzept-Auto von Las Vegas hat darüber hinaus noch eine andere Luftansaugung für den Motor zu bieten.

Camaro SSX Track Car Concept
Das Camaro SSX Track Car Concept zeigt die Verwandlung eines Straßen-Camaro in ein Rennfahrzeug. Dabei wurden Karosserie und Fahrwerk modifiziert. Die Aerodynamik-Teile umfassen einen Front-Splitter, einen einstellbaren Heckflügel, einen neuen Grill und geänderte Belüftungsschächte für die Bremsen. Alle Komponenten bestehen aus Karbon und sollen das Gewicht des Autos senken, genauso wie der Ausbau von Dämmmaterial, Teppichen und Rücksitzen. Der Camaro SSX steht auf 20-Zoll-Rädern für den Renneinsatz und wird von einem 6,2-Liter-V8-Motor angetrieben.

Corvette Jake Edition Concept
Der Totenkopf ,Jake" hat sich im Lauf der Jahre vom verschämten Logo zum Maskottchen des Corvette-Rennteams entwickelt. Die Chevrolet-Designer zollen dieser Entwicklung Tribut, indem sie das ,Corvette Jake Edition Concept" kreierten. Es ist ein spezielles Konzeptauto auf Basis des Modells Grand Sport Convertible. Jake findet sich rundum auf Exterieur und Interieur. Kleinere Accessoires wie Jake-Fußmatten sollen in Zukunft ihren Weg in das Chevrolet-Zubehörprogramm finden.

Corvette Z06X Track Car Concept
Die Corvette ist in mehreren Rennserien von Clubsport-Veranstaltungen bis zur Le-Mans-Serie vertreten. Das Z06X Track Car Concept soll zeigen, wie man eine 512 PS starke Straßen-Z06 mit Chevrolet-Performance-Teilen in ein Rennauto verwandeln kann. Eingebaut wurden verschiedene sportliche Ausstattungspakete, deren Komponenten partiell aus Kohlefaser bestehen und damit das Gewicht optimieren. Zur weiteren Ausrüstung gehören Karbon-Keramik-Bremsen, ein elektronisches Fahrwerk und ein Aerodynamik-Kit, das mehr Anpressdruck bringen soll. Der Heckflügel des Z06X-Konzeptautos ist verstellbar, das Heckfenster aus Polykarbonat. Für Renntauglichkeit sorgen unter anderem ein neues Fahrwerk und ein Überrollkäfig. Alles Überflüssige, wie Dämmmaterial, wurde zur Gewichtsoptimierung entfernt.

Silverado 2500HD Z71
Mit einem rund 400 PS starken und 6,6 Liter großen Turbodiesel-V8 ausgestattet ist der Silverado 2500HD Z71. Auf der SEMA Show zeigte Chevrolet den neuen Motor in dem für das Modelljahr 2011 überarbeiteten Truck. Er ist das zugkräftigste Pferd im Stall des Herstellers. Es gibt den Pick-up in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlicher Nutzlast. Die stärkste Variante 3500HD hat hinten eine Zwillingsbereifung, darf fast 10 Tonnen ziehen und mit drei Tonnen beladen werden – 1.030 Newtonmeter Drehmoment sei Dank. Die Variante Z71 ist unter anderem an der Dekorbeklebung zu erkennen.

1963er Corvette Grand Sport Replica
Über 560 PS leistet die auf der SEMA Show 2010 ausgestellte Replika einer Corvette Grand Sport von 1963. Das Original bot damals den fast übermächtigen Cobras Paroli, die von Motoren des Rivalen Ford angetrieben wurden. Die Replika wurde von GM Performance Parts aufgebaut. Die GM-Division stellt damit den neuen kompressoraufgeladenen V8-Motor der Serie ,E-ROD LSA" vor. Laut Chevrolet wiegt die die Corvette-Replika nur rund 1.130 Kilogramm und bietet ein besseres Leistungsgewicht als ein Ferrari 599 GTO. Klassisch sind die blaue Außenfarbe und die weißen Streifen.

Custom Chevy Pick-up 1955
GM-Designer Dave Ross zeichnete für das Projekt des Custom Chevy Pick-ups verantwortlich. Wie bei der Corvette-Replika handelt es sich hier um eine klassische Karosserie mit aktueller Technik. Als Basis dient ein Chevrolet TrailBlazer SS. Mit dem Showcar vorgestellt wurde der neue Motor ,E-ROD 5.3L". Er leistet rund 320 PS und generiert 454 Newtonmeter Drehmoment. Derartige Motoren können bei GM für eigene Projekte aus dem Renn-, Custom- oder Restaurationsbereich bestellt werden. Die Karosserie des Chevy-Pick-ups gleicht dem Original aus den 1950ern und stammt von Dynacorn Classic Bodies. Das Blechkleid ist von GM lizensiert und kann von GM Restoration Parts bestellt werden.

Gallery: SEMA 2010: V8-Fieber