Autonomer Audi TTS bereits in der Erprobung

Audi präsentiert einen selbstständig fahrenden TTS im Pikes-Peak-Design. Der Grund: Das sportliche Gefährt soll im September 2010 die berühmt berüchtigte Strecke des Pikes-Peak-Bergrennens im US-Bundesstaat Colorado absolvieren – ohne einen Fahrer hinterm Steuer. Auch ferngesteuert wird der Wagen nicht. Vielmehr sollen ein Haufen Sensoren und zwei Rechner für ein schnelles und sicheres Vorankommen des Audi TTS sorgen.

Verbesserung von Assistenz-Systemen
Partner von Audi sind bei diesem Forschungsprojekt das Dynamic Design Lab der Stanford University (DDL) und das im kalifornischen Palo Alto beheimatete Electronics Research Lab (ERL), das zum Volkswagen-Konzern gehört. ,Unser Ziel ist es, die immensen Weiterentwicklungen der Fahrer-Assistenz-Systeme in Sachen Sicherheit zu zeigen", so ERL-Direktor Doktor Burkhard Huhnke. Audi geht es also nicht darum, den Fahrer von seinem Platz zu verbannen, sondern um die Verbesserung von Systemen zur Vermeidung von Unfällen.

Inspiration und Innovation
,Viele der führenden Automobil-Technologien haben ihren Ursprung im Motorsport", sagt Professor Chris Gerdes, Direktor der Abteilung Automotive Research an der Stanford University. Der autonom fahrende TTS basiert auf einem Serien-TTS. Sein elektronisches Gaspedal und das Doppelkupplungs-Getriebe sollen ihn für eine Automatisierung prädestinieren. Im Kofferraum des selbstfahrenden TTS rechnen zwei Computer, die nicht leistungsfähiger als aktuelle Laptops sein sollen. Ein Rechner ist für die sicherheitsrelevanten Algorithmen zuständig. Der andere Rechner beschäftigt sich mit Algorithmen hinsichtlich der Fahrzeug-Dynamik. Das GPS des Pikes-Peak-TTS soll in der Lage sein zu erkennen, wenn der Wagen zwei Zentimeter von der Ideallinie abweicht.

Spezielles Design
Das Design des Spezial-TTS soll zum einen an die Bergrenn-Tradition von Audi erinnern, zum anderen aber auch die Sonderstellung des Hightech-Vehikels unterstreichen. So wird das topografische Pikes-Peak-Logo auf den Wagen lackiert. Außerdem werden die vier Audi-Ringe groß aufs Dach gezeichnet. Dies entspricht zwar nicht dem historischen Vorbild, macht sich aber, wie bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, gut bei Luftaufnahmen.

Zeitplan
Der fahrerlose TTS durchläuft jetzt verschiedene Stadien: Zunächst sind die Forscher des Projekts auf dem Pikes-Peak-Kurs unterwegs, um Daten zu sammeln. Juli und August werden dann für tiefergehende Tests genutzt. Im September 2010 ist es soweit: Der autonome TTS rast den Pikes Peak hinauf, wobei der Fahrerplatz leer bleibt. Die Veranstaltung ist allerdings aus Sicherheitsgründen nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, wird aber von einer unabhängigen, nicht näher bezeichneten Motorsport-Organisation überwacht. Im November 2010 soll der Wagen dann auf dem Salzfeld El Mirage Lake in Südkalifornien einen Guinness-Buch-Weltrekord für das schnellste autonom fahrende Automobil einheimsen.

Gallery: Pikes Peak ohne Fahrer