Elektroantrieb stammt aus Kooperation mit Siemens

2006 machte der Autohersteller Tesla den Anfang: Die Kalifornier präsentierten einen rein elektrisch betriebenen Sportwagen – den Tesla Roadster. Zu dieser Zeit steckten die Ingenieure des Porsche-Veredelers Ruf mitten in der Entwicklungsphase ihres ersten Elektro-Roadsters. Im Oktober 2008 wurde der eRuf Roadster, ein umgebauter Porsche 911 mit Elektroantrieb, erstmals vorgestellt. Jetzt wird der weiterentwickelte Sportwagen im Alltag getestet. Klappt alles nach Plan, ist eine Kleinserie nicht mehr weit entfernt.

Elektroantrieb von Siemens
Ab Juli bis Oktober 2011 sind zehn eRuf-Fahrzeuge – je fünf als Coupé und Roadster – unterwegs. Getestet werden die Elektro-Sportwagen vor allem von den Zulieferern der Bauteile, um eventuelle Schwachstellen ausfindig zu machen. Einer der wichtigsten Partner für dieses Projekt ist Siemens, von dem unter anderem der Elektromotor stammt. Das Gerüst des eRuf bildet zwar ein Porsche 911 der aktuellen Baureihe, mit dem schwäbischen Sportwagenhersteller kooperiert Ruf aber nicht.

Zentraler Elektromotor
Drei verschiedene Elektroantriebe werden von Ruf getestet: Drei der zehn Fahrzeuge sind mit einem Elektromotor ausgestattet, der 180 kW (245 PS) und ein maximales Drehmoment von 520 Newtonmeter leistet. Dieser eRuf soll in sieben Sekunden von null auf 100 km/h sprinten. Mit 1.750 Kilogramm Gewicht ist er rund 200 Kilogramm schwerer als ein Serien-Elfer.

Doppelmotorkonzept
Eine weitere Variante ist ein Elektroantrieb mit zwei gekoppelten Motoren, die zusammen 250 kW (340 PS) leisten und auf ein maximales Drehmoment von 480 Newtonmeter kommen. Bei sechs eRuf wird die Kraft des Doppelmotors mit Hilfe eines automatisierten Zweigang-Schaltgetriebes auf die Hinterräder übertragen. Einer der Elektro-Sportwagen ist mit zwei getrennt arbeiteten Motoren ausgerüstet, wodurch das so genannte Torque-Vectoring ermöglicht wird. Das linke und das rechte Hinterrad können dadurch unabhängig voneinander angetrieben werden. Der Sprint auf 100 km/h dauert mit Doppelmotor nur fünf Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Antriebskonzept zwischen 180 und 220 km/h.

Zwei unterschiedliche Batteriekonzepte
Der eRuf mit nur einem Elektromotor bekommt Lithium-Ionen-Batterien, die eine Speicherkapazität von 29 kWh haben. Die Reichweite soll 150 Kilometer betragen. Die Ladezeit beträgt bis zu neun Stunden an einer Haushaltssteckdose und vier bis fünf Stunden bei der Verwendung von Starkstrom. Die sieben eRuf mit doppeltem Elektromotor verfügen über flüssig gekühlte und beheizbare Lithium-Ionen-Batterien. Die Reichweite erhöht sich auf 200 Kilometer, der Energiegehalt steigt auf 36,6 kWh. Die Ladezeit an Haushaltssteckdosen wird mit zehn bis elf Stunden angegeben, bei der Aufladung mit Starkstrom soll diese eineinhalb bis zwei Stunden betragen.

Blackbox zeichnet Daten auf
Alle zehn eRuf haben eine Blackbox an Bord, die dem Hersteller wichtige Informationen über die Alltagstauglichkeit liefern soll. So werden zum Beispiel die Ladezyklen und die Leistungsdaten aufgezeichnet. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesumweltministerium, das insbesondere an der Praxiserprobung der unterschiedlichen Batterie- und Antriebskonzepte interessiert ist.

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