Ungewöhnliche Studie zeigt Stufenheck-Zukunft bei Nissan

Auf der diesjährigen Los Angeles Auto Show (19. bis 28. November) zeigt Nissan die Konzeptstudie Ellure. Das ungewöhnliche Mobil soll eine emotionalere Formensprache für die klassische Stufenheck-Limousine zeigen. Als Hauptzielgruppe für den Ellure sieht Nissan-Designdirektor Shiro Nakamura ,Frauen in den 30ern und 40ern, die ein Faible für raffiniertes Design haben und einen Schuss Rebellion in sich verspüren."

Kameras anstelle von Rückspiegeln
Die Proportionen entsprechen denen einer Mittelklasse-Limousine. Das Auto besitzt kurze Überhänge, soll aber dennoch einen großen Kofferraum bieten. Zum aerodynamischen Feinschliff gehören eine lufttechnisch optimierte Bugpartie, ein Grill mit reduzierten Luftöffnungen, ein voll verkleideter Unterboden und rollwiderstandarme Michelin-Reifen. Seitliche und versenkt angebrachte Kameras ersetzen die Außenspiegel und damit deren Luftwiderstand. Die Zwischenräume der 21 Zoll großen Leichtmetallfelgen im Fünf-Sterne-Design sind zum Teil mit transparenten Abdeckungen verkleidet, um auch so Luftverwirbelungen zu minimieren.

Samurai-Gewänder und Shinto-Schreine
Der Grill des Ellure mit dem großen und hochglanzpolierten Markenlogo wurde laut Nissan aus der zweiteiligen ,Kamishimo"-Bekleidung der Samurai-Krieger inspiriert. Eine weitere Referenz an eine traditionell japanische Kunstform verbirgt das Heck des Ellure. Es ähnelt im Aufbau einem ,Torii", jenem Tor zu einem Shinto-Schrein, der unter anderem immer zwei, zumeist zinnoberrot lackierte, Querbalken besitzt. Das Dach ist vollständig verglast und verfügt über eine Ambientebeleuchtung. Für die Außenlackierung wählten die Designer einen dreischichtigen weißen Perleffektlack mit leichter Goldtönung, der je nach Tageslicht und Lichteinfallwinkel zusätzlich in einem Blauton changiert.

Gegenläufige Türen
Der Zugang zum Innenraum erfolgt, ähnlich wie beim Mazda RX-8, über gegenläufig öffnende Türen. Der wellenförmige Instrumententräger geht in die seitlichen Türtafeln und die im Stil eines Lounge-Sitzmöbels gestaltete Rückbank über. Die Steuerung aller wichtigen Funktionen ist über Touchscreens möglich. Das weiße Leder des Instrumententrägers ist dank eines besonderen Gerbverfahrens chromfrei. Er besitzt eine farbliche Abstufung und hitzeabweisende Pigmente. Das soll Blendeffekte reduzieren. Auch die Vordersitze sind mit einem umweltfreundlichen, schwarzen Leder bezogen, das recycelte Fasern benutzt. Die Sitze tragen an ihrer Rückseite eine durchsichtige Verkleidung aus rotem Acrylglas, was zusammen mit den abgesenkten Schulterpartien den ,Wandeffekt" zwischen hinten und vorn sitzenden Passagieren auflösen soll.

Schwebende Mittelkonsole
,Hingucker" im Interieur des Ellure ist die schwebende und transparente Mittelkonsole. Sie ist ebenfalls mit weißem Leder überzogen und hat auf den Unterseiten eine rote Hintergrundbeleuchtung. Ein auf der Konsole angebrachter Controller erlaubt die Bedienung von Klima- und Heizungsanlage, Audio- und Navigationssystem sowie anderer Funktionen. Auch das Panorama-Glasdach trägt rote LED-Einsätze.

Hybridantrieb mit Kompressor-Aufladung
Der für den Ellure vorgeschlagene Hybridantrieb besteht aus einem per Kompressor aufgeladenen 2,5-Liter-Vierzylinder und einem 25 Kilowatt starken Elektromotor, deren Arbeit durch ein intelligentes Doppelkupplungssystem und ein Lithium-Ionen-Batteriepaket bedarfsgerecht gesteuert und synchronisiert wird. Ein stufenloses Xtronic-CVT-Getriebe leitet die Kraft auf die Vorderräder, ein regeneratives Bremssystem führt Energie in die Batterien zurück.

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