330 PS im neuen Spitzenmodell der kleinen Reihe

Porsche nutzt die Los Angeles Auto Show, um besondere Varianten seine Mittelmotor-Baureihe vorstellen. Im Jahr 2009 war es der Boxster Spyder, der im Spotlicht stand. Auf der diesjährigen Messe (19. bis 28. November 2010) soll der Cayman R die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

20 Millimeter tiefer als der Cayman S
Das Mittelmotor-Coupé ist auf Fahrdynamik ausgelegt und besitzt ein entsprechend abgestimmtes Sportfahrwerk. Das Topmodell liegt um 20 Millimeter tiefer als der Cayman S. Damit verbunden sind kürzere, steifere Federn und angepasste Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse. Dazu kommt eine straffere Abstimmung der Dämpfer. Die Spur wurde vorn um vier, hinten um zwei Millimeter verbreitert. Ein serienmäßiges Sperrdifferenzial an der Hinterachse soll Traktion und Stabilität verbessern.

55 Kilogramm weniger
Konsequentes Abspecken soll den ,R" zu mehr Dynamik beflügeln. So wiegt der Top-Cayman immerhin 55 Kilogramm weniger als die ,S"-Ausführung und bringt damit ein Leergewicht von 1.295 Kilogramm auf die Waage. Gespart wird auf verschiedene Arten: So fallen die Klimaanlage und das Radio weg, das bringt immerhin ein Minus von 15 Kilogramm. Die Verwendung von Alu-Türen, wie sie auch beim 911 Turbo eingesetzt werden, erzeugt ebenfalls ein Mindergewicht von 15 Kilogramm. Leichte Sportschalensitze lassen den Zeiger der Waage um nochmals zwölf Kilogramm sinken. In den Türtafeln wurde auf die Ablagefächer verzichtet. Ebenfalls nicht vorhanden sind die Abdeckung des Kombiinstruments und die Cupholder. Das neue Topmodell rollt laut Hersteller auf den leichtesten 19-Zoll-Rädern, die das gesamte Porsche-Programm zu bieten hat: Die zehn Speichen sind so filigran ausgeführt, dass der komplette Felgensatz weniger als 40 Kilogramm auf die Waage bringt.

Zehn PS mehr als der ,S"
Statt 320 wie der Cayman S powert der 3,4-Liter-Sechszylinder in der R-Ausführung mit 330 PS und soll noch spontaner am Gas hängen. Dafür sind vor allem die veränderte Abgasanlage mit einem neuen Vorrohr sowie eine modifizierte Motorsteuerung verantwortlich. Wie die für den Rennsport bestimmten Motoren ist auch der Sechszylinder des Cayman R nach dem Hochdrehzahlkonzept aufgebaut und gibt seine Maximalleistung von 330 PS bei 7.400 Umdrehungen pro Minute ab. Das sind 100 Touren vor der Drehzahlgrenze.

4,9 Sekunden auf Tempo 100
Der Hecktriebler ist mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder auf Wunsch mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) zu haben. Im Unterschied zu den anderen Cayman-Coupés wurden die Schaltpunkte des PDK in jedem Programm noch später eingestellt, zudem sollen die Bremsrückschaltungen spontaner und bei höheren Drehzahlen erfolgen. Mit Schaltbox sprintet das bissige Krokodil in 5,0 Sekunden auf Tempo 100 und wird 282 km/h schnell. Mit PDK braucht der kurze Sportler 4,9 Sekunden und erreicht eine Spitze von 280 km/h. Den Verbrauch beziffert Porsche mit 9,7 Liter für die manuelle Ausführung, mit PDK nimmt sich der Motor 9,3 Liter auf 100 Kilometer.

Feststehender Heckspoiler
Von außen ist der Cayman R an der stärker ausgeprägten Bugspoilerlippe zu erkennen. Am Heck gibt es einen feststehenden Heckspoiler, der den automatisch ausfahrenden Spaltflügel ersetzt. Die seitlichen Lufteinlässe und das Heckspoiler-Oberteil sind in Kontrastfarbe schwarz oder je nach Außenfarbe in Silber lackiert, die Scheinwerfer besitzen eine schwarze Einfassung. Die Türen tragen einen Porsche-Schriftzug. Ein solcher war auch das Markenzeichen des ersten Porsche mit "R"-Kennzeichnung: des 911 R von 1967. Er entstand für den Rennsport in einer Kleinserie von 19 Exemplaren. Der "R" war ein auf dem Serien-Coupé aufgebauter Prototyp mit 210 PS starkem Carrera-6-Motor und wog dank vieler Kunststoffteile und einer extremen Magerausstattung lediglich 830 Kilogramm.

Testwagen für die Sportomatic
Seine Standfestigkeit und Schnelligkeit demonstrierte der 911 R bei den 84 Stunden "Marathon de la Route" auf dem Nürburgring 1967, wo Porsche diese Dauerprüfung sogleich als willkommenen Prüfstand für ein neues Serienteil nutzte: Vic Elford, Hans Herrmann und Jochen Neerpasch gewannen in einem 911 R mit neuem Sportomatic-Getriebe, einer Halbautomatik.

Ab 69.830 Euro
Der Cayman R soll im Februar 2011 zum Preis ab 69.830 Euro auf den Markt kommen. Damit ist er ein ganzes Stück teurer als am Cayman S: Mit Schaltgetriebe kostet dieser 61.976 Euro.

Porsche Cayman R