Zum 25sten Jubiläum kommt der Stärkste mit 450 PS

Rechtzeitig zum 25jährigen Jubiläum des BMW M3 krönt der Hersteller die Reihe mit dem 450 PS starken M3 GTS. Vom Clubsport-Wagen wird es nur etwa 120 Stück geben. Alle sind schon verkauft, trotz des stolzen Einstiegspreises von 136.850 Euro. Das Auto ist rund 80 Kilogramm leichter als ein Serien-M3 und wiegt 1.530 Kilogramm. Wie alle aktuellen M3 schöpft der GTS seine Kraft aus einem V8-Motor, der jedoch 4,4 statt 4,0 Liter Hubraum besitzt. Die Maximalleistung wird dank Hochdrehzahlkonzept bei 8.300 Touren erreicht. Ein spezielles Siebengang-DKG und ein einstellbares Gewindefahrwerk gehören zu den weiteren Features.

4,4 Sekunden auf Tempo 100
Der Über-M3 spurtet in 4,4 Sekunden auf Tempo 100 und wird 305 km/h schnell. Auf einer abgesperrten Rennstrecke konnten wir den GTS zum ersten Mal fahren – und erleben den Jägermeister als Meisterjäger. Wir wollen nicht wieder aussteigen. So brachial ist der Vortrieb, so rasant die Kurvenlage und genial der Sound, der von hinten röhrt. Uns steht ein wenig der Schweiß auf der Stirn, denn eine Klimaanlage hat das Auto nicht, und die Lüftung hat mit 39 Grad Außentemperatur ziemlich zu kämpfen ...

Vier Generationen M3
Heiß bleibt es auch, als wir wieder aussteigen, um den Urahn der BMW M3-Modelle fahren zu können. Der Hersteller hatte zu einer Presseveranstaltung zum Jubiläum von 25 Jahren M3 eingeladen. Wir stehen auf dem Gelände einer privaten Rennstrecke in Südspanien und vor uns die Träume unserer Jugend: Vier Generationen BMW M3.

Großes, dünnes Lenkrad
Mit einem roten Coupé von 1986 machen wir uns auf den Weg. Das Gefühl hinter dem Steuer ist ein Ausflug in die Vergangenheit, wird aber schnell vertraut. Das große Lenkrad mit dünnem Kranz liegt zunächst etwas ungewohnt in der Hand, der schlanke Schalthebel mit kleinem Knauf weckt Erinnerungen. Der erste Gang liegt wie damals M-typisch unten links. Wir hören das kehlige Schnarren des 2,3-Liter-Reihenvierzylinders. 1986 hatte er 195 PS, ohne Kat waren es 200.

Komfortabel fahrbar
Wir machen uns auf den Weg und merken schnell: Das 24 Jahre alte Auto fährt sich nahezu wie ein Wagen von heute. Die Maschine hängt willig am Gas und giert nach hohen Drehzahlen. Für 1986 waren die Zahlen grandios: 6,7 Sekunden brauchte der Zweitürer auf Tempo 100 und erreichte 230 km/h Spitze. Das ist auch für die heutigen Tage noch sehr gut. Unser Ausflug auf einer kurvigen Landstraße zeigt, dass die Fahrwerksingenieure damals ihr Handwerk verstanden. Stabil und sicher liegt der Hecktriebler auf der Straße und ist dennoch selbst auf schlechten Straßen mit ausreichendem Komfort unterwegs. An elektronischen Helfern ist gerade mal ein ABS an Bord, an eine Dynamische Traktionskontrolle war damals ebenso wenig zu denken wie an Airbags. Dennoch fühlen wir uns auch im Jahr 2010 sicher im M3-Urahn.

1985: M1-Nachfolger geplant
Schauen wir zurück: Die Geschichte des M3 begann 1985. Er sollte als Nachfolger des legendären Mittelmotorsportlers M1 bei der hauseigenen Motorsport GmbH entstehen und im seriennahen Tourenwagensport eingesetzt werden. Ursprünglich war der M3 als ,Produktionswagen" gedacht, von dem innerhalb eines Jahres mindestens 5.000 Fahrzeuge gebaut werden müssen.

1985 auf der IAA
Auf der IAA 1985 wurde der M3 das erste Mal gezeigt, 1986 erschien er auf dem Markt. Unter der bulligen Karosserie steckte hochkarätige Renntechnik. So waren Achskinematiken, Federung und Dämpfung verändert. Immerhin erreichte der serienmäßige M3 eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h mit Kat-Motor und 235 km/h ohne Kat. Der Verbrauch der 1.200 Kilogramm schweren Wagens lag bei neun Liter auf 100 Kilometer. Allerdings hatte das Kraftpaket seinen Preis: 58.000 Mark kostete ein M3 im Jahr 1986.

1988 kam das Cabrio
Ab 1987 gab es dann schon elektrisch verstellbare Dämpfer, 1988 kamen zwei Sonder-Auflagen: Der ,Evo" war am opulenten Spoilerwerk zu erkennen und hatte eine 220 PS-Maschine. Die Normalversion wurde auf 215 PS mit Kat gesteigert. Und es kam das Spaßauto: Das 215 PS starke Cabrio war 239 km/h schnell und damit mit Abstand der schnellste offene Viersitzer, den es in Kleinserie zu kaufen gab.

Sonderausgabe: Sport Evo
Fünf Jahre lang führte der M3 die internationale Tourenwagen-Rennszene souverän an. Eine zivile Version der Rennautos kam mit dem Nachnamen "Sport Evolution" auf die Straßen, charakteristisch war sein zweistöckiger Heckflügel. Die Stückzahl dieses 238-PS-Sportwagens war auf 600 Autos limitiert. Bis Ende 1991 verließen 17.970 BMW M3 der ersten Generation das Werk, darunter 786 Cabriolets.

Zweite Generation M3 mit Sechszylindermotor
Der zweite M3 auf Basis der 3er Reihe von 1990 war ein komplett neues Auto. Als Herz unter der Haube schlug ein bärenstarker Sechszylinder. 286 PS leistete der Vierventiler, auch dank der Nockenwellen-Steuerung VANOS. Mit 320 Newtonmeter bei 3.600 Touren war das neue M3 Triebwerk ein Spitzenreiter unter den Saugmotoren. In sechs Sekunden spurtete das Coupé aus dem Stand auf Tempo 100 und erst bei 250 km/h war Schluss. 9,1 Liter Superbenzin verlangte der BMW M3 im Drittelmix. 80.000 D-Mark kostete das Coupé damals. Das war das anderthalbfache, was damals der zweitürige 325i als Spitzenmodell der Großserie kostete. Die Rennsportvariante kam im April 1993. Ihr Sechszylinder leistete 325 PS, das Auto wog entsprechend dem Reglement 1.300 Kilogramm.

1994: Debüt des neuen BMW M3 Cabriolet
Die mittlerweile in M GmbH umbenannte Motorsport-Tochter von BMW brachte 1994 das Cabriolet des M3 auf den Markt – serienmäßig mit elektrischem Verdeck. Statt 6,0 brauchte der offene M3 exakt 6,2 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit betrug wie beim Coupé 250 km/h. Als die Produktion 1999 auslief, hatten exakt 12.114 Cabrios das Werk verlassen. 1994 kam auch die erste viertürige Limousine, von der bis 1999 12.435 Autos verkauft wurden.

Limitiertes GT Coupé
Im Frühjahr 1995 überraschte eine limitierte Kleinserie als BMW M3 GT Coupé zu Homologationszwecken. In der Sonderversion, die es nur in der Farbe British Racing Green zu kaufen gab, leistete der überarbeitete Dreiliter-Sechszylinder nun 295 PS und beschleunigte den BMW M3 GT in 5,9 Sekunden auf 100 km/h. Der Preis des in nur 350 Exemplaren gefertigten Sondermodells lag bei 91.000 DM.

3,2 Liter und 321 PS
1995 bekam der M3 eine Kraftkur. Das neue Modell war nur an durch weiße Blinkergläser, einem schwarzen Kühlluft-Einlass im Frontspoiler sowie anders gestylten Rädern zu erkennen. Mehr passierte unter der Haube: Hier kam ein Motor mit 3.201 Kubikzentimeter Hubraum zum Einsatz. Der Sechszylinder mit vier Ventilen pro Zylinder leistete 321 PS bei 7.400 Touren. In nur 5,5 Sekunden schob er das Auto auf Tempo 100. Außerdem kam ein neues Sechsgang-Getriebe zum Einsatz.

1997: Das erste Sequenzielle M Getriebe.
Ab 1997 gab es das Sequenzielle M Getriebe (SMG). Mit diesem Getriebe lief der Gangwechsel in einer Ebene ab, die Kupplung wurde vollautomatisch bedient. Anfänglicher Skepsis folgte ein Boom - zu Ende seiner Produktionszeit hatte fast jeder zweite dieser M3 Generation ein SMG-Getriebe.

Genf 2000: M3 Nummer drei debütiert
Der dritte M3 debürtierte auf dem Genfer Salon 2000. Dank einer speziellen Frontschürze mit integrierten Nebelscheinwerfern und großen Kühllufteinlässen unterschied er sich deutlich von allen anderen Modellen der BMW 3er-Reihe. Seine Motorhaube hatte einen Powerdome, um der Maschine Platz zu schaffen. Und jetzt signalisierten erstmals vier Endrohre die ungeheure Kraft.

Neuer Sechszylinder
Das Herzstück des neuen M3 war wieder ein Reihen-Sechszylindermotor. Aus einem Hubraum von 3.246 Kubikzentimeter schöpfte der M3-Motor 343 PS bei einer Drehzahl von 7.900 Touren, das maximale Drehmoment erreichte 365 Newtonmeter bei 4.900 Umdrehungen. Aus dem Stand auf Tempo 100 km/h beschleunigte der M3 in nur 5,2 Sekunden. Ein spezieller Schalter, die Fahrdynamik-Control, erlaubte es dem Fahrer darüber hinaus, das Motoransprechverhalten sportlich oder komfortabel zu wählen. Erstmals zum Einsatz kam die variable M-Differenzialsperre. 2001 erschien dann das neue M3 Cabrio. Es spurtete in 5,5 Sekunden auf Tempo 100 und war bei 250 km/h abgeregelt.

US-Renner M3 GTR
In den USA sorgte derweil ein ganz anderer M3 für Aufregung. 2001 fiel die erste Startflagge für den neuen BMW M3 GTR mit einem 450 PS starken V8- Motor. Der stärkste M3, den es bis dahin je gab, setzte mit seinem Vier-Liter-Motor Maßstäbe in der GT-Klasse der American Le Mans Series (ALMS). Ab Februar 2002 war der von 450 auf 350 PS gedrosselte Straßenrenner zum Preis von rund 250.000 Euro auch zu kaufen.

Zweite Generation des sequenziellen M Getriebes
Als weiteres Highlight folgte das Sequenzielle M Getriebe (SMG) der zweiten Generation. Um in den jeweils gewünschten Gang zu gelangen, konnte das SMG blitzschnell über Schaltwippen - so genannte ,Paddles" - am Lenkrad bedient werden. Außerdem hatte der M3-Fahrer dank ,Drivelogic" die Möglichkeit, die Schaltdynamik in sechs verschiedenen Programmen vorzuwählen.

M3 CSL: Das 110-Prozent-Auto
Im Jahr 2003 brachte BMW den BMW M3 CSL auf den Markt. Das Kürzel stand für Coupé, Sport und Leichtbau. Das Auto war 110 Kilogramm leichter und wog nur 1.385 Kilogramm. Der Motor wurde auf 360 PS gepowert. Den klassischen Sprint aus dem Stand auf 100 km/h schaffte er in nur 4,9 Sekunden.

Vierter M3: Der Achtzylinder kommt
2007 kam der aktuelle M3, zunächst als Coupé. Als Antrieb dient ihm ein neu entwickelter Achtzylinder-Motor in V-Anordnung. Aus einem Hubraum von 3.999 Kubikzentimetern mobilisierte das Triebwerk 420 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter. Er beschleunigt in 4,8 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Spitze von 250 km/h. Das neue Hinterachsgetriebe des BMW M3 war mit der variablen M Differenzialsperre ausgestattet, die bei Bedarf ein bis zu 100-prozentiges Sperrmoment aufbaut. Als Option steht für den neuen BMW M3 die Elektronische Dämpfer Control (EDC) zu Wahl.

Limousine und Cabrio folgten
Im Herbst 2007 fuhr die fünfsitzige M3 Limousine neben dem viersitzigen Coupé an den Start, seit 2008 gibt es das Cabrio. Mit dem neuen M-Doppelkupplungsgetriebe mit Drivelogic stellte die BMW M GmbH 2008 das weltweit erste für Hochdrehzahlmotoren ausgelegte Doppelkupplungsgetriebe vor. Es ermöglicht Schaltvorgänge ohne Zugkraftunterbrechung und bietet mit sieben Gängen eine optimale Übersetzungsanbindung. Doch damit ist die Entwicklung nicht zu Ende: Wir sind auf die kommenden Modelle und Innovationen gespannt.

Bildergalerie: 25 Jahre BMW M3