RM Auctions versteigert Maharadscha-Mercedes und Ford-GT40-Prototyp

Cernobbio (Italien) / Blenheim (Kanada), 4. Mai 2011 – Die Kanadier von RM Auctions versteigern am 21. Mai 2011 wieder eine ganze Reihe von Traumwagen. Die Auktion findet in Italien im Rahmen des Concorso d'Eleganza Villa d'Este am Comer See statt. Erwartet werden einzelne Verkaufserlöse von bis zu 4,25 Millionen Euro. Angeboten werden rare Automobile wie ein Prototyp des Ford GT40 oder ein Bugatti Atalante. Auch für verschiedene Ferrari-Modelle, einen Maharadscha-Mercedes und einen Talbot-Lago werden Millionenbeträge fällig.

1965 Ford GT40 Works Prototype Roadster
Ein V8 mit 4,7 Liter Hubraum, vier Weber-Doppelvergaser, 444 PS, ein manuelles Fünfganggetriebe, Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen rundum: Das sind die Eckdaten des wahrscheinlich wichtigsten Renners in der Ford-Motorsportgeschichte. Dabei handelt es sich um einen von fünf gebauten Roadster-Prototypen des Seriensiegers GT40. Gebaut wurden insgesamt zwölf Prototypen, bei den restlichen sieben handelte es sich um Coupés. Der zu versteigernde Ford ist der elfte von zwölf Testwagen und trägt die Bezeichnung GT/111. Lindgrün lackiert und mit der Startnummer 194 versehen wurde der GT/111 zuletzt 1965 beim Straßenrennen Targa Florio auf Sizilien eingesetzt. Nach einem Unfall dort galt er bis 2006 als verschollen. Mittlerweile wurde der Rennwagen restauriert und zwischen 2007 und 2010 bei historischen Rennen eingesetzt. Der Auktionator erwartet einen Erlös zwischen 2,4 und 2,9 Millionen Euro.

1937 Mercedes-Benz 540K Cabriolet A
Zwischen 1,25 und 1,8 Millionen Euro soll das restaurierte Mercedes-Benz 540K Cabriolet A von 1937 bringen. Gebaut wurde das Fahrzeug für den 14. Maharadscha von Indore, einer Stadt in Indien. Angetrieben wird der Mercedes von einem 180 PS starken 5,4-Liter-Reihenachtzylinder, der von einem Kompressor aufgeladen wird.

1938 Talbot-Lago T150-C SS Teardrop Coupé
Von der Karosseriebau-Firma Figoni et Falaschi wurde das Talbo-Lago T150-C SS Teardrop Coupé eingekleidet. ,Teardrop" wird das schöne Gefährt nicht umsonst genannt, denn mit seiner Stromlinie orientiert es sich an der aerodynamisch günstigen Tropfenform. Gleichzeitig gilt der Talbot-Lago als eines der schönsten Autos der Welt. Zwischen 3,1 und 3,8 Millionen Euro soll der von einem 140 PS starken Vierliter-Reihensechszylinder befeuerte Beau bringen. Wer ihn ersteigert, sichert sich eines von nur elf gebauten Figoni-Exemplaren.

1957 Ferrari 500 TRC Spider
Beim Ferrari 500 TRC Spider handelt es sich um den letzten Rennwagen der Italiener mit Vierzylindermotor – zumindest, bis die Formel 1 ab 2013 vier Zylinder bei den Antrieben vorschreibt. Die Zweilitermaschine im 500 TRC leistet 190 PS und ist mit zwei Weber-Vergasern ausgerüstet. Gebremst wird rundum mit Trommelbremsen. Im Bereich von 2,6 bis 3,3 Millionen Euro sollten sich die Gebote bewegen, um den aktuellen Besitzer glücklich zu stimmen. Als Argumente dienen eine lückenlose Besitzerdokumentation, mehrere Rennsiege sowie die Tatsache, dass das Auktionsfahrzeug mit der Chassis-Nummer 0670 MDTR das sechste von nur 19 Exemplaren ist, von denen wiederum nur 17 Stück als 500 TRC gebaut wurden.

1937 Bugatti Type 57SC Atalante Coupé
Hinreißend gezeichnet ist das Bugatti Type 57SC Atalante Coupé, das zwischen 1934 und 1940 gebaut wurde. Unter der aerodynamisch günstigen, wegweisenden Karosserie schlägt ein Reihenachtzylinderherz mit 3,3 Liter Hubraum. Unter Druck gesetzt wird es von einem Kompressor. Insgesamt wurden um die 40 Exemplare des 57S-Chassis gefertigt und nur 17 Stück davon als Coupé. Der Jahrgang 1937 brachte überdies vier Fahrzeuge mit aerodynamisch günstig in die Karosserie eingebundenen Scheinwerfern hervor: Eines davon ist das Auktionsfahrzeug, das bis zu 4,25 Millionen Euro bringen soll.

1955 Ferrari 375 MM Berlinetta
Ein rares Stück ist auch der Ferrari 375 MM Berlinetta. Nur zehn wurden gebaut. Der Fahrer hat in dem exklusiven Auto die schwere Aufgabe, konservativ geschätzte 340 PS zu bändigen, die der vorn eingebaute 4,5-Liter-V12 auf die Straße lassen will. Darüber hinaus wird dem 375 MM Berlinetta eine beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von rund 290 km/h nachgesagt. Ganz billig wird das Ferrari-Vergnügen für den Käufer nicht: Zwischen 3,2 und 4,2 Millionen Euro sollte er einkalkulieren.

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