Umfassendes Mobilitätsangebot jetzt auch in München verfügbar

So sieht Peugeot die Zukunft: Weniger Auto-Eigentümer, aber ein mindestens gleich bleibender Bedarf an Mobilität. Dafür hat man Mu ins Leben gerufen – ein ganzheitliches Mobilitätskonzept. Mu wird ,Mü" gesprochen, so wie der griechische Buchstabe ,µ", der beispielsweise in der Physik als Zeichen für Beweglichkeit und Elektronenmobilität verwendet wird. Bisher waren Leistungen von Mu nur in Berlin verfügbar, jetzt kommen Standorte in München und Hamburg hinzu. Berlin galt ein Jahr lang als Testballon – und Peugeot hat jede Menge Erkenntnisse gewonnen, die nun zur Verbesserung des Systems genutzt wurden.

Früh bei Mobilitätsdienstleistungen dabei
Peugeot-Deutschland-Chef Thomas Bauch betont: ,Wir wollen bei Mobilitätsdienstleistungen führend sein." So bietet Peugeot by Mu alles an, was der Konzern an Fahrzeugen herstellt. Vom normalen Fahrrad über Elektrofahrräder und Roller bis hin zu Cabrios und Möbelwagen kann alles gemietet werden. Und zwar mit transparenten Kosten, die auf lange Sicht stabil bleiben und somit bei der Planung der persönlichen Mobilität helfen sollen. Für Mu kann sich jeder Erwachsene über das Internet anmelden (www.mu.peugeot.de). Dort legt sich der Kunde dann mit seiner Kreditkarte ein Prepaid-Konto an, von welchem die in Anspruch genommenen Leistungen beglichen werden. Und angeboten werden nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Dachboxen, Moped-Helme und Schneeketten.

Konkrete Verbesserungen
Das seit Mai 2010 bestehende Angebot an vier Berliner Standorten wurde nicht beworben. Die inzwischen 1.600 Kunden dort mieten vor allen Dingen kleinere Fahrzeuge, Nutzfahrzeuge und Zubehör. Der Umsatz lag 2010 bei 165.000 Euro. Und während des Testjahres stellte Peugeot konkreten Verbesserungsbedarf fest: So kann der Kunde seit März 2011 über einen Online-Reservierungspool bereits im Vorfeld die Verfügbarkeit eines Fahrzeugs prüfen und sich dieses dann auch reservieren. Außerdem wurden die Mietkautionen um bis zu 50 Prozent reduziert. Sie beginnen jetzt bei 50 Euro, für die Modelle vom kleinen 107 bis zur 308 Limousine sind 150 Euro zu berappen und alles, was größer ist, schlägt mit 200 Euro zu Buche. Zu guter Letzt wurden auch die Mietpreise selbst gesenkt, so Peugeot: Ein 207 kostet jetzt für ein Wochenende 105 Euro, 30 Prozent weniger als zuvor. 65 Euro beträgt die Tageshöchstmiete – keiner der Mu-Wagen ist teurer.

Elektromobilität schnuppern
Die 65 Euro Höchstmiete pro Tag gelten auch für den Elektrowagen iOn. Als Neuwagen wird er von Peugeot nicht verkauft, er kann nur für 500 Euro im Monat geleast werden. Aber die baugleichen Modelle Citroën C-Zero und Mitsubishi i-MiEV werden von den Herstellern mit Neupreisen von 35.165 beziehungsweise 34.390 Euro berechnet. Das Interesse an Elektromobilität ist groß, hier haben die Kunden die Chance, mal zu einem überschaubaren Preis ein Elektroauto zu fahren. Und zu den ohnehin schon verfügbaren Elektrofahrrädern (zehn Euro pro Tag) kommt ab Sommer 2011 auch noch der Peugeot 3008 Hybrid, das erste in Großserie gebaute Dieselhybridfahrzeug der Welt. Ein 163-PS-Diesel leitet bei diesem Wagen seine Kraft an die Vorderachse, während ein 37-PS-Elektromotor seine Momente an die Hinterachse abgibt. 3,8 Liter Kraftstoff sollen dem Franzosen pro 100 Kilometer reichen – und der Mietpreis wird auch für dieses Modell bei voraussichtlich 65 Euro am Tag liegen. Auf die teilweise erheblich niedrigeren Mietpreise anderer Autovermieter angesprochen meint Bauch: ,Wir haben mit Mu nicht den Anspruch, das billigste Angebot abzugeben. Uns geht es um langfristig planbare Mobilität zu transparenten und stabilen Preisen."

München: anders als Berlin
In Berlin gibt es bisher vier Mu-Standorte, in München ist nun einer hinzugekommen. Die Peugeot-Niederlassung in Schwabing (Frankfurter Ring 193) bietet die Mu-Leistungen an. Aber wer in München an Mu teilnehmen möchte, wird umgehend mit einem Problem konfrontiert: der Erreichbarkeit der Filiale. In Berlin sind alle Standorte gut an das öffentliche Nahverkehrssystem angebunden – in München fährt nur der 177er Bus (Haltestelle Funkkaserne) beinahe bis vor die Tür. Der U-Bahnhof Studentenstadt, wo auch der besagte 177er Bus startet, liegt eine Viertelstunde Fußmarsch entfernt. Das Problem der Anbindung muss also noch gelöst werden. Man denkt bei Peugeot unter anderem darüber nach, in Zukunft vielleicht an einem Standort in der Münchner Innenstadt Mu mit verkleinertem Angebot zu etablieren. Konkrete Pläne gibt es dazu aber noch nicht.

Alles noch im Aufbau
Die Komfortleistungen einer klassischen Autovermietung, die Mu auch gar nicht sein möchte, bietet Peugeots System noch nicht. So muss das Fahrzeug immer dort zurückgegeben werden, wo es auch abgeholt wurde, und eine Anmietung im Ausland ist im Moment auch noch nicht möglich. All dies soll aber noch kommen. Peugeot legt Wert darauf, dass die Kunden bei Mu in die Filialen kommen – so kann der Händler seine Angebotspalette präsentieren. Zudem kann jede Mu-Fahrt auch als Probefahrt angesehen werden. Peugeot verfolgt mit Mu also eine Doppelstrategie: Zum einen die Versorgung mit Mobilität für Kunden, die sich kein eigenes Fahrzeug zulegen möchten, zum anderen das Schmackhaftmachen von Autos für Kunden, die Lust auf einen Peugeot bekommen.

Ausblick: Vernetzung
Peugeot-Deutschland-Chef Thomas Bauch ist sich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein: ,Wir müssen auf Veränderungen reagieren." Am Ende möchte Peugeot ein führender Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen werden. ,Wir verkaufen nicht mehr Produkte, sondern Konzepte, wie man Produkte benutzt.", so Bauch. Als Fernziel sollen eine Vernetzung mit der Bahn und das Buchen von Hotels möglich sein. Jetzt kommen in Deutschland erstmal Hamburg, Köln/Bonn und das Saarland hinzu. In Europa hat Mu inzwischen 8.000 Nutzer – und wie es mit dem Konzept weitergeht, wird im September 2011 auf der Automobil-Messe IAA in Frankfurt am Main bekannt gegeben.

Bildergalerie: Peugeot macht Mu