Die L.A. Design Challenge 2010 ist entschieden

Einige der Entwürfe sehen aus, als wären sie im Drogenrausch entstanden. Dabei versuchen die ohnehin in der Zukunft lebenden Automobildesigner nur 30 Jahre vorauszudenken. Auf der Auto Show im kalifornischen Los Angeles wurde wieder die L.A. Design Challenge ausgetragen – ein renommierter Wettbewerb zwischen den Auto-Visionären. Zu den Siegern zählt dieses Jahr auch ein deutscher Hersteller.

Zwei Sieger
Erstmals in der seit 2005 ausgetragenen Design Challenge durften auch Design-Studios teilnehmen, die ihren Sitz nicht in Süd-Kalifornien haben. Diese Chance hat Daimler-Benz ergriffen und sich gleich mit drei Entwürfen ins Zeug geworfen: Einem Smart, gezeichnet im kalifornischen Carlsbad, einem in Japan entworfenen Maybach und einem in Stuttgart entwickelten Mercedes. Der Smart hat es nun geschafft: Zusammen mit einem Entwurf von Cadillac wurde er zum Sieger gekürt. Dies ist das zweite Mal in der Geschichte der L.A. Design Challenge, dass sich zwei Entwürfe den Sieg teilen. Bereits im Gründungsjahr 2005 gab es zwei Gewinner: den Dodge SuperBee und den VW Mobile Lounge. VW konnte auch 2007 mit dem Slipstream aufs oberste Treppchen fahren, sodass jetzt der Smart als Dritter den Design-Sieg nach Deutschland holt.

Leichtgewichte
Gewichtsreduzierung stand dieses Jahr beim Designwettbewerb im Vordergrund. So durften die Fahrzeuge nicht mehr als 1.000 Pfund, also 454 Kilogramm, wiegen. Dementsprechend auch der Name des kleinen Deutschen: Smart 454 Weight Watch Technology. Der Stadtflitzer stützt sich auf eine Tridion-Zelle aus Kohlefaser, wobei das Tragwerk von Robotern gestrickt werden soll. Einen Clou bieten auch seine Reifen: Nach dem Herunterziehen der orangefarbenen Außenhülle werden aus Straßen-Slicks Geländestollen. Während die Jury den Smart als spielerischen Spaßmacher einstufte, sieht sie den Cadillac Aera als Symbol für Kunst und Wissenschaft. Der Ami besteht aus einem dreidimensionalen Gitter mit einer flexiblen Polymerhaut.

Ungewöhnliche Ideen
Die Jury setzte sich aus Vertretern der Academy of Art University, des College for Creative Studies, des Art Center College of Design und des Aria Product Development zusammen. Die Juroren beurteilen unter anderem die Optik, den Komfort, die Einzigartigkeit des Konzepts, die Fahrtauglichkeit, die Nachhaltigkeit, die Leistung und die Benutzerfreundlichkeit. Eine Einschätzung, die angesichts der überbordenden Ideen nicht leicht gefallen sein dürfte. So soll der Maybach Den-Riki-Sha an Rikschas erinnern, die im alten Japan nur Vertretern der Oberschicht zur Verfügung standen. Das wie ein Segway stabilisierte zweirädrige Gefährt bietet Platz für bis zu vier Personen – auf sehr beengtem Raum. Daran muss man sich beim Namen Maybach erstmal gewöhnen. Riesig fällt dagegen der Mercedes Biome aus. Mit den gefühlten Grundmaßen einer Actros-Zugmaschie bietet er reichlich Platz. Und er ist ein echtes Zukunfts-Gewächs: Der Biome soll aus speziellen Baumsamen sprießen.

Gallery: Smart und Cadillac vorn