Lorinser stellt Easybrid vor

Der Fahrzeugveredler Lorinser befasst sich normalerweise mit der Modifikation von teuren Wagen. Jetzt wollen die Tüftler auch Fahrern von Klein- und Kleinstwagen helfen. Per Radnaben-Elektromotoren sollen aus den Stadtflitzern allradbetriebene Hybride werden. Lorinser stellt das exemplarisch in einem Smart Fortwo verbaute Easybrid-System auf der Essen Motor Show (27. November bis 5. Dezember 2010) vor.

Zusätzlich 30 Kilowatt
Voraussetzung für die Umrüstung ist, dass der umzurüstende Wagen an der Hinterachse mit Trommelbremsen versehen ist. Das ist bei vielen Klein- und Kleinstwagen der Fall. Die Bremsankerplatten dienen nach der Umrüstung als Aufnahme für die Statoren, um welche sich dann der mit Permanentmagneten bestückte Rotor des Elektromotors dreht. Da der Motor direkt auf das jeweilige Rad wirkt, sind keine weiteren Getriebe, Differenziale oder Antriebswellen nötig. Die Leistung der von Lorinser eingesetzten Aggregate liegt bei jeweils 15 Kilowatt, sodass insgesamt zusätzliche 30 Kilowatt (41 PS) zur Verfügung stehen.

Rein elektrische Fahrt möglich
Da die Elektromotoren an den Hinterrädern montiert werden, mutieren frontgetriebene Wagen somit zum Allradfahrzeug. Die Zuschaltung der E-Aggregate erfolgt über ein Steuergerät. Allerdings kann der Fahrer auch per Wahlhebel entscheiden, ob er den Vortrieb rein elektrisch, nur mit Verbrennungsmotor oder mit einer Kombination aus beiden Antrieben erledigen lässt. Dank der entweder in der Reserverad-Mulde oder unter dem Fahrzeug montierten Lithiumionen-Batterie sollen mit einer Ladung bis zu 30 Kilometer rein elektrische Fahrt möglich sein. Die Akkus können im Stile eines Plug-in-Hybriden an jeder 230-Volt-Steckdose wieder aufgeladen werden.

VW, Renault, Fiat
Der in Essen ausgestellte Smart Fortwo mit Easybrid ist ein erster Prototyp. Als für die Nachrüstung geeignete Modelle nennt Lorinser den VW Polo, den Renault Twingo und den Fiat 500. Auch an Lösungen für ältere Kleinwagen-Modelle wird kräftig getüftelt.

Komplizierte Preisfindung
Um die Nachrüstung bezahlbar zu machen, stellt sich Lorinser bei der Finanzierung eine Zusammenarbeit mit Energie-Konzernen vor. Diese sollen Eigentümer der Hochvolt-Speicher sein. Die Fahrer können dann die Batterie-Kosten über einen erhöhten Strompreis bei einem festen Anbieter abstottern. Würde diese Art der Finanzierung von den Stromanbietern angenommen werden, könnte der Preis für eine Umrüstung bei 5.000 Euro liegen. Ohne dieses Finanzierungsmodell wird ein Preis von 15.000 Euro avisiert. Allerdings sind dies nur erste Überlegungen, die tatsächlichen Preise können später deutlich anders ausfallen. Zur Verfügung stehen soll Easybrid ab Mitte 2011.

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