Dartz Prombron Nagel: Panzer-Sportwagen zum Yacht-Schleppen

Riga (Lettland) / Vargön (Schweden) , 10. Mai 2011 – Die ehemals russische und mittlerweile im lettischen Riga beheimatete Firma Dartz Prombron hat sich mit Gray Design aus Schweden zusammengetan. Das Ergebnis ist ein abgefahrenes Auto-Projekt: Einer der stärksten für den Yacht-Transport vorgesehenen Sportwagen, der ,Nagel".

Nagel fürs Yacht-Pulling
Der 5,30 lange und 2,20 breite Superschlitten soll 2012 auf den Markt kommen. Da Dartz Prombron unter anderem auf Fahrzeugpanzerungen spezialisiert ist, soll auch der Nagel seinen Passagieren maximalen Schutz bieten. Zum Gewicht des Fahrzeugs äußert sich der Hersteller nicht. Es soll aber genügen, um locker eine fünf Tonnen schwere 15-Meter-Yacht zu ziehen. Gleichzeitig verspricht der Hersteller rasante Fahrleistungen: Denn für den Antrieb soll ein 2.000 PS starker Monstermotor sorgen, bei dem es sich um ein getuntes V8-Aggregat aus der Chevrolet Corvette handelt. Die angepeilte Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h. Was der Yacht-Express voraussichtlich kosten wird, ließen die involvierten Unternehmen ebenfalls verlauten: Heftige zwei Millionen Euro. Ein Schnäppchen wird der Nagel also definitiv nicht.

Nagel als Jubiläumsauto
Dartz Prombron möchte mit dem Nagel ein Jubiläum der russischen Ur-Muttermarke Russo-Baltique feiern. Der Autohersteller existierte von 1909 bis 1923 und hieß später Prombron. In einem Russo-Baltique C24/55 Monaco nahmen Andrey Nagel und sein Beifahrer Vadim Mikhailoff an der Rallye Monte Carlo von 1912 Teil. Die Rallye war damals noch eine Sternfahrt, die von mehreren Punkten aus in Angriff genommen werden konnte. 1912 durfte der Start auch vom russischen Sankt Petersburg aus erfolgen. Ziel war Monaco. Die Reisestrecke für das russische Team betrug knapp 3.260 Kilometer.

Sieger und doch nicht Sieger
Theoretisch hätten die Russen die Sternfahrt gewonnen. Der Russo-Baltique wies jedoch kein festes Dach auf und wurde von der Jury deshalb nicht zum Sieger erklärt. Denn das Reglement schrieb eine gewisse Eleganz bei den teilnehmenden Fahrzeugen vor. Als Ideal galten geschlossene Fahrzeuge wie der Berliet 16 CV des schließlich zum Sieger erkorenen Deutschen Julius Beutler. Nagel und Mikhailoff galten dennoch als Helden der Sternfahrt und wurden bei der Rückkehr von Zar Nikolaus II. mit dem Sankt-Anna-Orden ausgezeichnet.

Bildergalerie: Der schnellste Nagel