Festakt erinnert an Rettung in letzter Sekunde

Stellen Sie sich vor, BMW gäbe es gar nicht, stattdessen würden in München Mercedesse vom Band laufen. Unvorstellbar? Keineswegs: Vor 50 Jahren wäre es fast soweit gewesen. Nun feiert das Unternehmen seine damalige Rettung.

Der Retter hieß Quandt
Die Veranstaltung fand auf der Münchner Theresienhöhe statt, an jenem Ort, wo Ende 1959 eine denkwürdige Aktionärsversammlung stattfand. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich BMW durch eine verfehlte Modellpolitik an den Rand des Ruins gewirtschaftet. Zwischen der winzigen Isetta und den dicken V8-Modellen klaffte eine riesige Lücke. Auf der Versammlung sollte beschlossen werden, dass BMW an den Flick-Konzern verkauft und zu einem Produktionsstandort für Daimler-Benz-Pkw umgewandelt wird. Doch es kam in letzter Minute anders: Der Industrielle Herbert Quandt setzte erfolgreich auf die BMW-Karte. Mit seiner finanziellen Hilfe konnte im Jahr 1960 die Produktion des 700 beginnen, einer kleinen Limousine, die Aufsteiger von der Isetta an die Marke band. Rund 180.000 gebaute 700er retteten BMW durch die schwere Zeit, ehe 1961 die ,Neue Klasse" in Gestalt des 1500 erschien. Bereits am 30. November 1960 wurde der Sanierungsplan angenommen, die Weichen für eine eigenständige Zukunft waren gestellt. Begleitumstände wie die Borgward-Pleite halfen BMW zusätzlich, da nun das Segment der sportlichen Mittelklassewagen frei wurde und viele Borgward-Händler auf die weiß-blaue Marke umsattelten. Im Volksmund stand BMW damals für ,Borgward macht weiter".

Mut gewürdigt
In Anwesenheit des Quandt-Sohnes Stefan würdigte BMW-Aufsichtratschef Joachim Milberg den Mut des Vaters: ,Herbert Quandt hat mit seinem unternehmerischen Gespür und seiner Fähigkeit zu mutigen Entscheidungen die Eigenständigkeit von BMW gesichert." Interessant ist ein Vergleich der Zahlen: Waren 1959 noch 6.900 Mitarbeiter für BMW tätig, sind es heute rund 96.000. Die Zahl der verkauften Autos steigt von damals 42.000 auf voraussichtlich über 1,4 Millionen Autos.

Erinnerung ans Comeback