Spitzenreiter ist England mit 5.500 Euro für 50 km/h Tempoüberschreitung

Alkoholisiert an der Algarve, brettern am Brenner, chatten an der Costa Brava: Bisher kein Problem, denn kassiert wurde nur bei Sofortkasse – außer in Österreich, wo ein Sonderabkommen für die Strafe sorgte. Das ändert sich nun: Das Gesetz zur Vollstreckung von Bußgeldern aus ganz Europa ist auf den Weg gebracht und tritt voraussichtlich noch in diesem Jahr, wahrscheinlich ab dem 1. Oktober, in Kraft. Doch auch Vergehen vor dem In-Kraft-Treten können geahndet werden, weil der Zeitpunkt der Zustellung ausschlaggebend ist.

In Polen Strafen erst ab 50 km/h drüber
Verkehrsdelikte sind im Ausland oft deutlich teurer als bei uns, wie eine aktuelle Hitliste des TÜV Süd zeigt. Besonders teuer wird es in Großbritannien: Wer mehr als 50 Stundenkilometer über dem Limit liegt, zahlt dort bis zu 5.500 Euro. In Österreich sind in diesem Fall bis zu 2.180 Euro fällig. Selbst in Frankreich, wo ein vergleichsweise milder Strafkatalog gilt, wird es teuer: 1.500 Euro – egal ob 55 oder 85 Sachen zu schnell. In Kroatien wird zu hohes Tempo mit bis zu 680 Euro Strafe belegt. Bekannt streng sind die Regeln in der Schweiz: Dort werden bereits Übertretungen von zehn km/h mit 100 Euro geahndet. In Polen dagegen beginnen die Bußgelder überhaupt erst, wenn man mehr als 50 km/h zu schnell ist. Dann sind 100 Euro fällig.

Absolutes Alkoholverbot in Tschechien
Feiern und fahren: Auch im Ausland versteht die Polizei hier keinen Spaß. In den meisten Ländern gilt eine Promillegrenze von 0,5 Promille. In Schweden und Polen liegt die Grenze bei 0,2 Promille und in Tschechien und Kroatien gilt absolutes Alkoholverbot.

Alkohol: In Italien gibt es zeitabhängige Strafen
In Tschechien kostet ein Verstoß mindestens 970 Euro, in Kroatien geht es bei 135 Euro los. Kurios sind die Regeln in Italien: Dort sind die Alkohol-Bußgelder abhängig von der Tageszeit: Tagsüber zahlt man mindestens 540 Euro, nachts kostet es gut ein Drittel mehr. In Dänemark wird das ohnehin teure Bier noch einmal teurer, wenn es vor dem Fahren getrunken wurde: Die Strafe kann bis zu einem Monatsverdienst ausmachen. Zum Vergleich: In Deutschland beginnen die Strafen bei 500 Euro.

Schwätzen kostet
Andare e parlare: Wer in Italien mit dem Handy am Steuer erwischt wird, zahlt mindestens 155 Euro Strafe. In Deutschland fällt das Bußgeld mit 40 Euro vergleichsweise gering aus, allerdings wird zusätzlich ein Punkt in Flensburg eingetragen. In den Niederlanden werden 150 Euro fällig, in Belgien mindestens 100 Euro. Zum Nulltarif gibt es die volle Mobilität beim Telefonieren in Schweden, hier gibt es kein Handy-Verbot am Steuer.

Günstige Rotlichtverstöße
Bedenkt man die Folgen, sind die Strafen für Rotlichtverstöße geradezu kulant. In Italien zahlt man mindestens 155 Euro, in Kroatien 270 Euro und in Schweden blättern Rotlichtsünder 250 Euro hin. Noch nachsichtiger sind die Straßenhüter in Polen und in Österreich – mit ab 60 beziehungsweise ab 70 Euro Bußgeld. Auch das unerlaubte Überholen ist in Polen und Österreich weniger teuer: 60 beziehungsweise 70 Euro werden berechnet. Spitzenreiter ist Estland mit 385 Euro. Beim Falschparken verlangen die Holländer mindestens 60 Euro, die Spanier bis zu 90 Euro, die Slowaken sogar bis zu 135 Euro – der Spitzenwert in Europa.

Lichtpflicht nicht vergessen
In Schweden, Dänemark, Polen und Tschechien gilt auch tagsüber Lichtpflicht. In Italien gilt das Gebot nur auf Autobahnen und Landstraßen, in Kroatien nur von November bis April. Auch an die Warnweste sollte man denken. Wenn die Anlegepflicht missachtet wird, verlangen die Belgier bis zu 1.375 Euro Strafe.

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