100 Jahre gemeinsame Renngeschichte zwischen Chevrolet und Indy 500

Chevrolet gehört zum US-Kultrennen Indy 500 wie Mercedes zur Formel 1: Seit 1945 stellt Chevrolet beim Rennen seine Fahrzeuge als Pace Car – der amerikanischen Bezeichnung für das Safety Car – zur Verfügung, seit 2002 sogar durchgehend. Das Safety Car der Formel 1 ist seit 1996 ein AMG-Modell von Mercedes. In der Saison 2011 geht der insgesamt 22. Chevrolet als Pace Car in Indianapolis an den Start – ein Camaro Convertible. Keine andere Marke fuhr beim traditionsreichsten US-Rennen so oft vorne weg.

Camaro SS Convertible für 2011
Das neue Pace Car basiert auf einem Camaro SS Convertible mit RS-Paket. Unter der Haube sorgt ein Serien-V8-Motor mit 6,2 Liter Hubraum und 405 PS für den nötigen Vortrieb. Die Schaltarbeit übernimmt ein Sechsgang-Automatikgetriebe. Das Pace Car ist an einer weißen Lackierung mit zwei breiten orangen Streifen von der Motorhaube bis zum Heck zu erkennen. Auf den Türen prangt der Schriftzug ,Official Pace Car". Im Inneren ist das Cabrio mit einer Lederausstattung in den gleichen Farben ausstaffiert. Eine ,Performance Launch Control" verhilft dem Camaro zu einer besonders sportlichen Beschleunigung, Hochleistungsbremsen von Brembo bringen den Sportwagen wieder zum Stehen.

Pace Cars unter Sammler heiß begehrt
Die Farbkombination weiß/orange erinnert an das 1969er Camaro Supersport Convertible Pace Car. Mit seiner gewölbten Motorhaube und den ,Hugger-Orange"-Streifen erlangte der 69er Camaro als Indy Pace Car Kultstatus. Heute halten Sammler die verbliebenen 3.675 offiziellen Nachbauten in Ehren. Einen ähnlichen Erfolg erhofft sich Chevrolet auch mit dem 2011er Modell, von dem der Hersteller 500 Fahrzeuge in der ,Indianapolis-500-Pace-Car"-Edition verkaufen will. Die Auslieferung soll im Frühjahr beginnen.

Zehn Corvette-Modelle als Pace Cars im Einsatz
Über große Beliebtheit als Pace Car beim Indianapolis 500 erfreute sich auch die Corvette im Jahr 1978. Grund hierfür war das Wall Street Journal, das den Sammlerwert der dazugehörigen 1978er Corvette Limited Edition in einer Titelgeschichte veröffentlichte. Es war zudem das 25-jährige Jubiläum der Corvette und gleichzeitig auch der erste Einsatz als Pace Car beim Indy. Insgesamt zehn Corvettes waren über die Jahre hinweg als Führungsfahrzeuge bei der Rennserie im Einsatz.

Pace Cars sind so alt wie die Indy 500 selbst
Der amerikanische Rennfahrerpionier Carl Fisher fuhr beim ersten Indianapolis-500-Rennen mit seinem Privatwagen als Pace Car vorne weg. Er war der Meinung, ein fliegender Start sei sicherer als der traditionelle Sprint der Fahrer zu ihren vor der Boxengasse aufgestellten Fahrzeugen. Dieser ist auch als Le-Mans-Start bekannt. Seitdem sind die so genannten Einführungsrunden zum Starten des Rennens eine beliebte Tradition beim Indy 500.

100 Jahre gemeinsame Indy-Geschichte
Chevrolet stellt beim Indy 500 aber nicht nur das Pace Car bereit. Bereits beim ersten Indy-Rennen im Mai 1911 fuhr Arthur Chevrolet mit. Nur wenige Monate später, im November, gründete sein Bruder Louis Chevrolet die gleichnamige Firma. In den darauf folgenden Jahren widmeten sich die drei Brüder Louis, Arthur und Gaston Chevrolet ganz dem Rennsport. Zuletzt nahm Chevrolet bei IndyCar-Rennen in den Jahren 1986 bis 1993 als Motorenhersteller und von 2002 bis 2005 mit eigenen V8-Motoren teil. Das Ergebnis: 104 Siege, sechs Meisterschaften in der Fahrerwertung und sieben Siege beim Indianapolis 500.

Chevy kehrt 2012 als Motorenlieferant zurück
2012 kehrt Chevrolet in die IndyCar-Serie zurück – mit einem neuen, direkteinspritzenden V6-Twin-Turbomotor. Das von General Motors und dem Motorenhersteller Ilmor Engineering entwickelte 2,2-Liter-Aggregat wird mit dem Kraftstoff E85 angetrieben. Motorblock und Zylinderköpfe sind aus Aluminium gefertigt.

Ein Chevy für Indy