US-Firma lässt legendäres Muscle-Car wiederauferstehen

Stellen Sie sich vor, ein deutscher Tuner würde den Opel Astra GTC in einen Manta A von 1970 verwandeln und das mit offiziellem Segen von Opel. So lässt sich ungefähr beschreiben, was das US-Unternehmen Heide Performance Products, kurz HPP, jetzt auf die Beine gestellt hat.

Auto-Enthusiasten am Werk
Hinter HPP steht Gordon Heidacker, der über 23 Jahre lang in leitenden Positionen bei Chrysler beschäftigt war. Ende 2008 fiel Heidacker auf, dass es zwar einige werksseitige Neuinterpretationen von Muscle-Cars gab, aber niemanden, der diesen Massenprodukten eine einzigartige Optik verleiht. Zu diesem Zweck wurde sofort der frühere ASC/Saleen-Designer Jack Pennington engagiert. Im April 2009 folgte ein Gedankenaustausch mit Mopar, der hauseigenen Tuningabteilung von Chrysler. Zentrales Thema war die Geschichte von Dodge und der inzwischen eingestellten Marke Plymouth. Konkret ging es um ein Comeback des Dodge Charger Daytona und des Plymouth Superbird. Beide Muscle-Ikonen begeisterten in den Jahren 1969 und 1970 mit einer abgeflachten Frontpartie, einem monströsen Heckflügel und Leistungen von bis zu 425 PS aus über sieben Liter Hubraum. Originale Fahrzeuge sind heute sehr gesucht und kosten sechsstellige Summen.

Arbeit am Comeback
Mopar stellte den HPP-Jungs einen Dodge Challenger zur Verfügung und die Arbeit begann. Heraus kam nach drei Monaten der Dodge Daytona. Zwar ist die Challenger-Basis noch erkennbar, doch laut HPP wurden mehr als 50 Veränderungen vorgenommen. Vor allem die komplett geänderte Nase mit geschickt integrierten Scheinwerfern dient als echter Hingucker. Unter der neuen Aluminium-Motorhaube steckt der bekannte 5,7-Liter-V8, der mittels Kompressor auf rund 600 PS gebracht wird. Zusätzlich sind ein höhenverstellbares Fahrwerk von K&W und eine verschärfte Abgasanlage mit seitlichen Auslässen an Bord. Der Innenraum präsentiert sich farblich passend zur Lackierung des Wagens. Unbestrittenes Highlight ist aber der riesige Heckflügel, der das Erscheinungsbild im Stil der 1960er-Jahre komplettiert. Alle optischen und technischen Veränderungen sind für Besitzer eines Dodge Challenger käuflich zu erwerben, so müssen beispielsweise für das komplette Aerodynamikpaket mit Nase und Flügel umgerechnet rund 12.500 Euro hingeblättert werden.

Fantastischer Vogel
Mittlerweile hat HPP einen weiteren Flügeltraum auf der Grundlage des Challenger verwirklicht. Das an den Plymouth Road Runner angelehnte Fahrzeug fällt etwas dezenter als der Daytona aus. Auf dem unverändert großen Heckleitwerk prangt der namensgebende Laufvogel, den die meisten aus Zeichentrick-Verfolgungsjagden mit einem Kojoten kennen werden. Sowohl der Road Runner als auch der Daytona werden Anfang November 2010 auf der Tuningshow SEMA in Las Vegas im Mittelpunkt stehen, dort soll auch ein Camaro-Umbau zu bewundern sein.

Scharfe Supervögel