Kleinwagen als Clubsport-Rennwagen getarnt

Audi lässt bei seinem kleinsten Pferd im Stall die Muskeln spielen. Der A1 erhält ein ,clubsport-quattro"-Paket. Die ideale Plattform, um das Showcar zu präsentieren, ist das GTI-Treffen am Wörthersee im österreichischen Reifnitz (1. bis 4. Juni 2011). Mit dem Kraftzwerg wollen die Ingolstädter die Herzen der dort anwesenden PS-Fans gewinnen.

Auspuff vom DTM-Boliden A4
Das für die Rennstrecke präparierte Einzelstück wird von einem 2,5-Liter-Fünfzylinder befeuert, der auf dem Motor des Audi TT RS und RS 3 aufbaut. Dank Turboladung und Direkteinspritzung schafft es der TFSI auf beachtliche 503 PS. Das maximale Drehmoment von 660 Newtonmeter liegt zwischen 2.500 und 5.300 Umdrehungen pro Minute an. Der Turbolader, der Ladeluftkühler sowie die Ansaug- und Abgasstrecke sind auf Rennsportniveau ausgelegt. Der Auspuff mündet wie beim DTM-Boliden A4 aus der linken Seite kurz vor dem Hinterrad heraus.

In 3,7 Sekunden von null auf 100 km/h
Der kraftvolle Motor beschleunigt den 1.390 Kilogramm schweren A1 in 3,7 Sekunden von null auf Tempo 100. Für den Sprint auf 200 km/h vergehen 10,9 Sekunden. Audi hält den Kraftzwerg aber an der Leine – die Höchstgeschwindigkeit wird von den Ingolstädtern auf 250 Stundenkilometer begrenzt. Die Sechsgang-Schaltung und der permanente Allradantrieb stammen aus dem TT RS.

19-Zoll-Räder im Turbinendesign
Das Showcar rollt auf Niederquerschnittsreifen der Größe 255/30, die auf 19-Zoll-Leichtmetallräder im Turbinendesign aufgezogen sind. Hinter den Vorderrädern sitzen gelochte Kohlefaser-Keramik-Scheibenbremsen, die von Sechskolben-Sätteln angepackt werden. An der Hinterachse arbeiten Stahlscheiben. Das Gewindefahrwerk des A1 hat eine einstellbare Druck- und Zugstufendämpfung.

,Blister"-Kanten, wie einst beim Ur-Quattro
So stark wie sein Motor ist auch der optische Auftritt des A1 clubsport quattro. Die Karosserie ist in mattem Weiß lackiert. Der schwarz glänzende Dachboden trägt ein Karbon-Dach und sorgt für einen Kontrast. Das Heck des Sportlers dominieren ein mächtiger Spoiler und ein durchgehender Diffusor. Die Rückleuchten sind dunkel gefärbt. Die Front des Audi zieren ein großer Singleframe-Kühlergrill in schwarzer Waben-Optik sowie eine neue Schürze inklusive zweigeteilte Lufteinlässe mit Karbonstreben. Durch zwei große Auslässe auf der Haube kann die Motorwärme entweichen. Die vorderen Kotflügel, die Türen und die hinteren Seitenteile sind um 60 Millimeter verbreitert und bilden ,Blister"-Kanten wie einst beim Audi Ur-Quattro. Die Lufteinlässe an den hinteren Kotflügeln und die Aufsatzleisten an den Seitenschwellern bestehen aus Sichtkarbon. Die schlanken Außenspiegel sind vom R8 abgeguckt.

Karbonschalensitze mit Vierpunktgurten
Auch der Innenraum des A1 clubsport quattro ist ganz auf die Rennstrecke ausgelegt. So verzichtete Audi auf eine Rücksitzbank und setzte lieber einen Querbügel zur weiteren Karosserieversteifung ein. Fahrer und Beifahrer sitzen in Karbon-Schalensitzen mit Vierpunktgurten. Eine Infotainmentanlage oder Lautsprecher fanden aufgrund des Leichtbauprinzips keinen Platz mehr. Dafür zeigen drei Zusatzinstrumente den Öldruck, den Ladedruck und die Bordnetzspannung an.

Rote Schlaufen ersetzen die Türgriffe
Das Interieur des Showcars ist in Dunkelgrau gehalten. Weite Teile sind mit matt lackiertem Sicht-Karbon verkleidet. Das Karbon-Sportlenkrad ist im oberen Teil mit Leder überzogen. Auch die Mittelkonsole und die Sitze tragen feine Lederbezüge. Der Schalthebel ist aus Aluminium, die Kappen der Pedale und die Auflagenfläche der Fußstütze sind aus Edelstahl gefertigt. Rote Schlaufen ersetzen die Griffe an den Türen, dem Handschuhfach und den Deckeln der Ablagefächer.

Kraftzwerg mit 503 PS