Diese Modelle erwarten uns in den kommenden zwölf Monaten

Stellen Sie sich vor, Sie müssten einen Kuchen backen, der Chinesen, Amerikanern, Indern und Europäern gleichermaßen schmeckt. Vor einer ähnlichen Aufgabe stehen die großen Autohersteller, wenn es um ihre Neuheiten für das Jahr 2011 geht. Neben wichtigen klassischen Märkten wie Europa und den USA fahren die Konzerne ihre Gewinne zunehmend in aufstrebenden Regionen ein, so etwa den BRIC-Ländern. Diese Abkürzung steht für Brasilien, Russland, Indien und China, womit wir wieder beim Kuchen sind, der jedem schmecken muss. Beim Auto bedeutet das, eine möglichst breit aufgestellte Modellpalette zu haben, damit für jeden etwas dabei ist: Kompaktes für Europa, Großes für die USA und den Nahen Osten und Limousinen für China. Als Folge rollt für das Jahr 2011 ein bunter Strauß an Neuheiten auf uns zu, von denen wir Ihnen bereits jetzt die wichtigsten vorstellen. Viele 2011er-Premieren stehen auf dem Genfer Automobilsalon vom 3. bis zum 13. März und der vom 15. bis zum 25. September in Frankfurt stattfindenden IAA.

Audi: Volle Kraft voraus
Mit der neuen A6 Limousine hat Audi bereits einen Kracher für 2011 gezündet. Doch damit nicht genug: Traditionell ist die Kombiversion A6 Avant das beliebeste Modell der Baureihe. Kunden, die High-Tech mit viel Platz kombinieren wollen, müssen sich aber noch bis zur IAA gedulden. Eine weitere wichtige Audi-Neuheit ist der Q3. Bereits im Jahr 2007 gab die Studie Cross Coupé quattro einen Ausblick auf das Kompakt-SUV, welches gegen den BMW X1 und den Mini Countryman antreten soll. Im Design eher sportlich denn praktisch orientiert, kommt unter dem Blech die Technik der nächsten A3-Generation zum Einsatz. Im Sommer 2011 rollt der Q3 zu den Händlern, zeitgleich mit dem fünftürigen Audi A1 Sportback. Richtig Schmackes haben zwei weitere Audi-Debütanten 2011: Der kleine S1 setzt auf Turbo-starke 230 PS. Rund 600 Pferdestärken sind es hingegen beim RS7 Sportback.

Wahre Verpackungskünstler
Auch im Kleinwagensektor tut sich einiges: Renault versieht den erfolgreichen Clio zur IAA 2011 mit einem schicken Kleid. Interessant aus deutscher Sicht: Unter der Haube kommen gemeinsam mit Mercedes entwickelte Motoren zum Einsatz, die ab 2012 auch in der A-Klasse arbeiten werden. Ein echter Hoffnungsträger ist hingegen der nächste Lancia Ypsilon. In Deutschland dümpeln die Verkäufe der Traditionsmarke an der Grenze der Wahrnehmung. Auch der lange Zeit gut verkäufliche Kleinwagen Ypsilon baut ab, schließlich ist er schon seit 2003 auf dem Markt. Sein Nachfolger soll bei seiner Vorstellung auf dem Genfer Salon mit einem avantgardistischen Design Punkte sammeln. Zudem soll es den kleinen Italiener auf Fiat-Plattform erstmals auch als Fünftürer geben. Der unbestrittene Star unter den Cityflitzern wird ab Herbst 2011 der VW Lupo sein. Die zweite Generation mit dem Namen Lupo rollt nach dem Debüt auf der IAA zunächst nur als Dreitürer und mit aus dem Polo bekannten Drei- und Vierzylindermotoren zu den Kunden. Allerdings sind ein Fünftürer und ein Kombi-Van-Mix schon fest eingeplant. Da wir gerade das Wort Van erwähnen: Der neue Opel Zafira debütiert in Genf. Optisch setzt das beliebte Familienauto auf Stilelemente von Meriva und Ampera, technisch bleibt es bei der versenkbaren dritten Sitzreihe und konventionell angeschlagenen Türen hinten.

Nische und Nutzwert
Die Vorfreude auf den Sommer 2011 steigt, auch bei den Autoherstellern: Citroën startet das kultige DS3 Cabrio, um auch in diesem Bereich den Mini von BMW anzugreifen. Einer der schönsten Sonnenplätze der Saison dürfte der neue Mercedes SLK werden. Optisch setzt er auf Parallelen zum SLS-Flügeltürer, doch auch technisch gibt es einige Highlights: Hierzu gehören das auf Knopfdruck transparente Klappdach und eine kleine Plexiglasscheibe neben der Kopfstütze gegen Verwirbelungen. Motorenseitig kommt erstmals ein Diesel zum Einsatz. Saab wurde schon totgesagt, doch die Schweden stellen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Ein Baustein ist der 9-5 Kombi, welcher auf der IAA im Rampenlicht stehen wird. Mit viel Platz und einer modernen Optik soll er wichtige Marktanteile in Europa erobern. Das Design ist auch bei BMW ein entscheidender Faktor. Nach den umstrittenen (aber wegweisenden) Bangle-Entwürfen der letzten Jahre zeigt der neue 6er eine ruhige Linienführung, die weltweit Freunde finden soll. Besucher des Genfer Salons 2011 können sich ein Bild vom 6er Coupé machen, das Cabrio debütiert schon zu Jahresbeginn.

Schicke Schwaben
Schnittige Zweitürer stehen auch bei der Konkurrenz aus Stuttgart im Mittelpunkt. Ab März 2011 soll das Mercedes C-Klasse Coupé nicht nur den glücklosen CLC ersetzen, sondern auch in die Fußstapfen des CLK treten. Dafür haben die Designer eine klassische, unaufgeregte Karosserielinie entworfen. Optisch deutlich auffälliger ist der SLS Roadster geworden. Wenn er auf der IAA präsentiert wird, sind Menschentrauben vorprogrammiert. Zwar muss der Zweisitzer auf die Flügeltüren verzichten, als Ausgleich gibt es dafür ein wohlgeformtes Stoffdach. Unverändert bleibt der Achtzylinder mit 571 PS unter der Haube des flotten Flitzers.

Volkes Wagen
Während sich den offenen SLS nur wenige leisten können, hat der neue BMW 1er das Zeug zum Breitensportler. Geschickt, aber durchaus gewöhnungsbedürftig wird die bisherige Optik weiterentwickelt. Die durchhängende Linie unterhalb der Türen verschwindet, dafür gibt es 38 Millimeter mehr Radstand und einen größeren Überhang hinten. Der so gewonnene Platz soll ab Spätsommer 2011 insbesondere den Passagieren im Fond zugute kommen. Technisch können die 1er-Fans eine Achtstufen-Automatik und noch sparsamere Motoren erwarten. Dezente Weiterentwicklung ist auch das Motto beim VW Passat CC. Nachdem der ,normale" Passat vor kurzem geliftet wurde, bekommt zum Genfer Salon auch sein schöner Bruder eine moderne Frontpartie. Als ,Rettungsanker von Karmann" wird das ab Frühjahr 2011 erhältliche Golf Cabrio wohl in die Annalen eingehen. Gebaut wird der Open-Air-Golf in Osnabrück. Der bislang für das Modell so typische Überrollbügel landet in der Mottenkiste, Verfechter der reinen Linie wird es freuen. Preislich liegt das Golf Cabrio wegen seines Stoffdachs klar unterhalb des größeren und blechbewehrten Eos.

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