Neuer leichter Grand Tourer aus England

Morgan, der traditionsreiche britische Spezialist für leichte Sportwagen in klassischem Stil, baut seine Modellpalette kontinuierlich aus. Jetzt stellen die Engländer ihre jüngste Kreation vor: den EvaGT. Der Grand Tourer ist als 2+2-Sitzer mit festem Coupédach ausgeführt, für den Antrieb sorgt Technik aus Deutschland.

Alles Aluminium
Das Chassis des EvaGT kommt vom Morgan Aero Supersports und besteht ebenso aus hochfestem Aluminium wie die windschlüpfige Karosserie. Der Wagen ist gerade mal 1,20 Meter hoch aber immerhin 4,70 Meter lang und 1,80 Meter breit. Die Kabine sitzt am Ende des Wagens hinter einer langen Haube. Morgan betont die weit zurückreichende Geschichte in Sachen Zusammenarbeit kleiner englischer Hersteller mit deutschen Autokonzernen, wie es auch Bristol oder Frazer Nash getan haben. So sorgt im EvaGT der Sechszylinder-Reihenmotor mit TwinScroll-Turbo aus dem BMW 335i für Vortrieb. Das Euro-6-Aggregat ist für eine Leistung von 306 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter gut. Im 335i trifft das Triebwerk auf ein Leergewicht von 1.620 Kilogramm, beim EvaGT muss es auf Grund der konsequenten Aluminium-Leichtbauweise gerade mal 1.250 Kilogramm bewegen.

Konkurrenz aus dem eigenen Land
Der bayerische Motor kann im EvaGT entweder an eine Sechsgang-Automatik oder an eine manuelle Sechsgang-Schaltung gekoppelt werden. Von null auf 100 km/h geht es in 4,5 Sekunden, maximal sollen 274 km/h drin sein. Damit tritt der EvaGT gegen den seit 2009 angebotenen viersitzigen Lotus Evora an. Der Evora drückt mit 1.382 Kilogramm auf den Asphalt, sein Sechszylinder-V-Motor von Toyota leistet 280 PS und ist mit einem maximalen Drehmoment von 350 Newtonmeter dabei. Dementsprechend liegen seine Fahrwerte mit 5,1 Sekunden auf Tempo 100 und 261 km/h Höchstgeschwindigkeit leicht unter denen des EvaGT. Aber: Der Evora ist ein Mittelmotor-Sportler, während der Morgan sein Triebwerk vorne trägt. Beide Wagen setzen auf Hinterradantrieb.

Soll bezahlbar sein
Allerdings wird Lotus in den nächsten Tagen den Evora S vorstellen, eine leistungsgesteigerte Variante des bisher bekannten Evora. Dieser könnte dann in Sachen Fahrleistungen wieder den EvaGT schlagen. Außerdem hat Lotus bald auch eine automatisch schaltende Version des Evora im Korb. Es wird also spannend im Kampf der englischen Sportwagen-Hersteller um Nischen-Kunden. Die Produktion des EvaGT soll erst 2012 starten – für die erste, auf 100 Exemplare limitierte Charge müssen Interessenten pro Fahrzeug zirka 6.000 Euro anzahlen. Der Gesamtpreis soll sich laut Morgan am Wettbewerbsumfeld orientieren. Ein Evora ist im Moment für 60.000 Euro zu haben. Für den mit ABS, ESP und Airbags ausgestatteten EvaGT könnte Morgan so um die 80.000 Euro aufrufen.

Bildergalerie: Morgan EvaGT