Zweisitzer mit 82 PS starkem E-Motor auf Basis eines Spardiesel-Fahrzeugs

An die Kabine eines Segelflugzeugs erinnert der Jetcar Elektro, ein Elektroauto, das jüngst bei der Rallye E-Miglia (3. bis 6. August 2010) antrat. Das Fahrzeug basiert auf dem bereits im Jahr 2004 vorgestellten, dieselgetriebenen Jetcar 2.5.

Hintereinander sitzende Insassen
Wie bei der Dieselvariante sitzen die beiden Insassen hintereinander, was das Elektromobil aerodynamisch günstig macht. Besonders leicht ist das 4,08 Meter lange Fahrzeug allerdings nicht: Mit Batterie wiegt es immerhin 1.150 Kilo. Zum Vergleich: Die Dieselversion Jetcar 2.5 bringt es nur auf 730 Kilo. Auch der Kofferraum ist etwas kleiner: 150 statt 180 Liter. Mit dem 60 kW (82 PS) starken Elektromotor beschleunigt der Jetcar Elektro bis zur elektronischen Begrenzung bei 160 km/h.

250 Kilometer Reichweite
Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie speichert 31 Kilowattstunden (100 Amperestunden bei 312 Volt) und ermöglicht eine Reichweite von bis zu 250 Kilometer. Mit dem Onboard-Schnellladegerät kann sie innerhalb von zwei Stunden auf 80 Prozent ihrer Kapazität aufgeladen werden. Eine Ladedauer von einer Stunde reicht immerhin schon für etwa 80 Kilometer. Das Batteriemanagementsystem mit integrierter Temperaturüberwachung soll eine hohe Zyklenzahl und Lebensdauer ermöglichen. Was den Preis angeht, so ist der Jetcar Elektro selbst für ein Elektroauto nicht gerade günstig: Er wird ab 84.000 Euro angeboten. Zum Vergleich: Ein Tesla Roadster mit 292 PS kostet runde 100.000 Euro.

Jetcar 1 aus dem Jahr 2000
Die Geschichte des Jetcar beginnt im Jahr 1998, als die Brüder Christian Wenger-Rosenau und Michael Wenger im brandenburgischen Nietwerder bei Neuruppin mit der Entwicklung begannen. Die Idee: Mit einer leichten und strömungsgünstigen Karosserie sollte ein Auto mit extrem niedrigem Spritverbrauch auf die Räder gestellt werden. So entstand im Jahr 2000 der Jetcar 1, mit Stahlrahmen, einer Kunststoffkarosserie und einem kleinen Diesel. Der Verbrauch betrug etwa zwei Liter auf 100 Kilometer. Zulassungsfähig war das Auto allerdings nicht, unter anderem, weil es noch keine Frontscheibe aus Sicherheitsglas hatte. In den Folgejahren entstand der Jetcar 2.5 mit einem 41 PS starken Dreizylinder-Turbodiesel, der auf der IAA 2003 zu sehen war. Im Jahr 2009 wurde eine Elektroversion dieses Fahrzeugs getestet, seit Februar 2010 wird es auf Bestellung gefertigt. Bald soll es den Jetcar auch als Cabrio geben, und auch eine serielle Plug-in-Hybridversion ist geplant – also eine Art brandenburgischer Chevy Volt.

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