Der ADAC testet, ob und wie der umstrittene Kraftstoff Fahrzeugen schadet

Der ADAC will herausfinden, was passiert, wenn man E10-Benzin in einem Fahrzeug verwendet, das dafür nicht freigegeben ist. Dazu wird derzeit ein älteres Modell in Form eines Opel Signum 2.2 stets nur mit dem umstrittenen Kraftstoff betankt, obwohl der Hersteller das Modell explizit als E10-untauglich ausweist und vor dem Tanken des Biosprits warnt. In dem Fahrzeug ist ein Vierzylinder-Benziner mit Direkteinspritzung und 155 PS verbaut. 16.000 Kilometer ist der Signum mittlerweile gelaufen.

Keine Ethanolkorrosion
Im E10-Benzin ist ein zehnprozentiger Anteil von Bioethanol enthalten. Er steht im Verdacht, Schäden – beispielsweise durch Korrosion – am Kraftstoffsystem eines dafür nicht ausgelegten Fahrzeugs zu verursachen. Beim Test-Signum hat der ADAC nach eigenen Angaben bislang keinen Hinweis auf die befürchtete Ethanolkorrosion gefunden. Trotz des Zwischenresultats dieser Langzeituntersuchung bleibt Opel nach Angaben des Automobilclubs bei seiner Empfehlung im Falle einer Fehlbetankung mit E10: Laut Hersteller muss das Fahrzeug abgeschleppt und der ungeeignete Kraftstoff sofort und vollständig aus dem Tank entfernt werden. Zudem soll eine Opel-Werkstatt die Hochdruckkraftstoffpumpe und andere Teile des Motorsystems überprüfen.

Einmal ist keinmal, außer bei Opel
Der ADAC möchte, dass die Fahrzeughersteller ihre Empfehlungen bei Fehlbetankungen mit E10 überprüfen. Denn häufig bedeutet auch die einmalige Fehlbetankung einen aufwendigen und kostspieligen Werkstattaufenthalt. Opel will schon in solchen Einzelfällen auf Nummer Sicher gehen. Ford und Mercedes sehen dagegen kein Problem, so der Automobilclub. Sie raten allerdings, so bald wie möglich ethanolarmen Kraftstoff nachzutanken. Der ADAC empfiehlt in jedem Fall, die verbindlichen Angaben der Hersteller zu befolgen.

Bildergalerie: E10-Fehlbetankung