Neue Technik baut auf der Fußgängererkennung auf

Viele Autofahrer fürchten sich davor, in der Dämmerung über Landstraßen zu fahren. Diese Angst ist nicht ganz unbegründet: In vielen Ländern wie Schweden, den USA oder auch Deutschland gibt es zahlreiche Unfälle aufgrund von Wildwechsel. Der Deutsche Jagdschutz-Verband e.V. (DJV) registrierte für den Zeitraum von April 2009 bis März 2010 insgesamt 238.799 Wildunfälle alleine auf unseren Straßen. Volvo forscht seit einem Jahr an einem Sicherheitssystem, das Wildunfälle vermeiden oder zumindest deren Unfallfolgen reduzieren soll. In den kommenden Jahren will der Hersteller mit dem neuen Assistenzsystem in Serie gehen.

Kombination aus Radareinheit und Infrarotkamera
Die neue Technik basiert auf der Fußgängererkennung mit automatischer Notbremsfunktion, die Volvo im Jahr 2010 erstmals im S60 eingeführt hat. Das aktive Assistenzsystem kombiniert eine Radareinheit und eine Infrarotkamera, die im Zusammenspiel Gefahrensituationen erkennen und entsprechend reagieren soll. Die Infrarotkamera beobachtet permanent die Verkehrssituation vor dem Auto. Wird ein Tier innerhalb einer kritischen Gefahrenzone erfasst, ertönt umgehend ein Warnsignal. Falls der Fahrer nicht darauf reagiert, wird die automatische Notbremsfunktion aktiviert. Das neue System arbeitet sowohl am Tag als auch in der Nacht.

Es fehlt noch die Tiergrößenerkennung
Die größte Herausforderung für die Volvo-Ingenieure ist die Programmierung einer Software, die verschiedene Tierarten und -größen verlässlich erkennt. In der ersten Entwicklungsstufe wird das neue Assistenzsystem deshalb nur auf große Tiere ausgerichtet sein. Ein Forscherteam von Volvo besuchte auch einen Tierpark, um das artenspezifische Verhalten verschiedener Wildtiere zu studieren. Die Volvo-Entwickler forschen zudem noch am bestmöglichen Zeitpunkt und dem zweckmäßigsten Auslösemechanismus für das neue Sicherheitssystem.

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