US-Muscle-Car mit legendären Wurzeln soll dem BMW M3 Paroli bieten

Der Boss ist wieder da! Während dieser Satz an Arbeitsstätten rund um den Globus Schweißausbrüche provoziert, führt er bei Fans von US-Muscle-Cars zu einem Glitzern in den Augen. Ford bringt in den USA als Hommage ein Remake des aus dem Jahr 1969 bekannten Modells auf Basis des aktuellen Mustang GT auf die Straße. Maßstab für Fahreigenschaften und Gesamtperformance war laut Ford der BMW M3, beziehungsweise dessen Rundenzeit auf dem US-Rennkurs von Laguna Seca. Um das Rennerbe des Mustang Boss 302 herauszukehren, gibt es außerdem eine limitierte Auflage mit dem Zusatz ,Laguna Seca". Sie wartet noch einmal mit einer besseren Karosseriesteifigkeit, einem härteren Fahrwerk und einem Aerodynamik-Kit vom renntauglichen, 2009 vorgestellten Ford Racing Boss 302R auf.

Vom Rennsport inspiriert
Laut Ford soll der neue Boss 302 ein emotional bewegendes, ungezügeltes Fahrerlebnis bieten. Aus dem 5,0-Liter-V8-Motor des Mustang GT, der in der Serie 418 PS leistet, holen die Amis 446 PS. 250 km/h lautet die Angabe für die Höchstgeschwindigkeit. Das Aggregat soll seine Höchstleistung bei hohen Drehzahlen erreichen, um rennstreckentauglich zu sein. Die Mehr-PS kommen durch ein anderes Ansaug-System sowie eine schärfere Nockenwelle zustande. Aber auch im unteren Drehzahlbereich soll der Motor genug Drehmoment für gemütliches Cruisen bereitstellen. 515 Newtonmeter wuchtet der Boss auf die Kurbelwelle. Der Fahrer sortiert die Gänge über eine Schaltung mit verkürzten Schaltwegen, während die Kupplung vom Rennsport abgeleitet ist. Die Kraft wird auf die Hinterachse übertragen, wo ein mit Karbon-Elementen versehenes Sperrdifferenzial das Drehmoment verteilt. Optional gibt es ein Torsen-Differenzial, das in Verbindung mit Recaro-Frontsitzen angeboten wird.

Bei Bedarf lauter
Um den Motorsound für die Insassen so eindrucksvoll wie möglich in Szene zu setzen, haben die Soundingenieure das Röhrensystem optimiert, das die Geräusche ins Cockpit überträgt. Nach außen teilt sich der Boss über eine spezielle Abgasanlage mit. Diese weist neben den beiden hinteren Auslässen auch noch Sidepipes auf. Der Abgasstrom in diese Richtung ist zwar vergleichsweise schwach, doch laut Ford ist die Soundkulisse um so eindrucksvoller. Die Sidepipes sind aus Legalitätsgründen stark gedämpft. Doch können Tuning-Fans die Dämpfung entfernen oder zum Beispiel an den vorbereiteten Stellen Abgasdrosselklappen aus dem Zubehörbereich anbauen.

Einstellbare Stoßdämpfer
Für den Boss verfeinerte Ford das Mustang-GT-Fahrwerk mit steiferen Fahrwerkbuchsen, härteren Federn und einer größeren Stabilisatorstange. Vorne ist das Sportmodell um elf und hinten lediglich um einen Millimeter abgesenkt. Den größten Effekt auf das Handling haben die mit einem einfachen Schlitzschraubenzieher fünffach einstellbaren Stoßdämpfer. Für ein besseres Lenkfeedback kann der Fahrer außerdem die Steuerung auf die Stufen Komfort, normal und Sport stellen. Traktionskontrolle und ESP können für den Einsatz auf der Rennstrecke abgeschaltet werden. Für nicht ganz so Mutige gibt es aber auch eine später eingreifende Sporteinstellung.

Bessere Verzögerung
Den fiesen Auftritt unterstützen schwarze Leichtmetall-Rennfelgen im 19-Zoll-Format. Für die Haftung sorgen Pirelli-PZero-Reifen in den Dimensionen 255/40 vorne und 285/35 hinten. Um die Verzögerung kümmert sich vorne eine neue Bremse mit Vierkolben-Bremssätteln von Brembo, hinten gibt es neue Hochleistungs-Bremsbeläge. Des Weiteren haben die Entwickler die Leitungen so verändert, dass die Bremse noch schneller Druck aufbaut.

1969er-Optik
Das ,Bad-Boy"-Styling lehnt sich an das Design von 1969 an. Das Dach ist entweder schwarz oder weiß, entsprechend koloriert ist das C-förmige Seitendekor. Auffällig sind die Fahrzeugfarben: Competition Orange, Performance White, Kona Blue Metallic, Yellow Blaze Tri-Coat Metallic und Race Red. Vorne weist der Boss eine neue Blende samt Grill auf. Die Nebellampen sind abgedeckt. Von der 2009 vorgestellten Mustang-Rennversion 302R stammt der Splitter am Frontspoiler. Analog dazu gibt es einen Heckspoiler. Innen erhielt das Lenkrad einen Alcantara-Bezug, die Sitze teilweise ebenfalls. Eine rutschfeste Wildleder-Sitzfläche soll die Passagiere bei wilden Mustang-Ritten auf den Plätzen halten. Optional gibt es Rennschalensitze von Recaro. Farblich anders gestaltet sind Armaturenbrett und Instrumenteneinfassung. Zusätzlich weisen andere Türverkleidungen auf das spezielle Modell hin. Der Schaltnauf ist als schwarze Kugel designt. Damit auch innen die volle ,Dröhnung" genossen werden kann, haben die Ingenieure zirka fünf Kilogramm Dämmmaterial entfernt. Auch ein Weg, wie man einem Boss Gehör verschaffen kann.

The Boss is back