So scharf wird der neue BMW M5

Man schrieb das Jahr 1984, als der erste BMW M5 auf dem unbedeutenden Autosalon in Amsterdam vorgestellt wurde. Noch waren die Münchner unsicher, ob die 286 PS scharfe Limousine ein Erfolg würde. Doch der M5 geriet zum Mythos und Kassenschlager, so wurden allein von der letzten Generation mit inzwischen 507 PS über 20.000 Exemplare gebaut. Jetzt tritt die fünfte Generation des Kraftpakets an, um die Legende fortzuschreiben.

Die Zeichen der Kraft
Optisch grenzt sich der neue M5 durch diverse Merkmale von seinen zivilen 5er-Brüdern ab. Dazu zählen die Frontschürze mit besonders großen Lufteinlässen für Motor und Bremsanlage, ausgestellte Radhäuser und eine Heckschürze mit Diffusor. Die Doppelendrohre der Abgasanlage sind rechts und links angeordnet, auf dem Heckdeckel sitzt ein dezenter Spoiler. Zum Einsatz kommt das vom Vorgänger bekannte Kiemenelement in den vorderen Kotflügeln, in dem sich ein M-Logo und der Seitenblinker zeigen. Serienmäßig steht der neue M5 auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen im M-Design, optional werden geschmiedete 20-Zöller angeboten. Türen aus Aluminium sollen das Leistungsgewicht auf 3,3 Kilogramm pro PS drücken. Der Innenraum ist serienmäßig mit Leder ausstaffiert. Der M5 grenzt sich durch einen speziellen Instrumenteneinsatz, Alu-Zierleisten und eine neu gestaltete Mittelkonsole vom Rest der Baureihe ab. Ein M-eigenes Head-up-Display ist außerdem im Preis inklusive. Über die normalen Informationen wie Geschwindigkeit und Navigation zeigt es zusätzlich ein mehrfarbiges Drehzahlmesser-Symbol und Formel-1-ähnliche ,Shift Lights", die zum Hochschalten raten.

Weniger ist mehr
Zwar wurde der neue M5 bereits im Frühjahr 2011 als Studie gezeigt, doch der Antrieb blieb bis jetzt das größte Geheimnis. Statt des bisherigen Zehnzylinders kommt zukünftig ein doppelt aufgeladener 4,4-Liter-V8 mit TwinScroll-Technik und zylinderbankübergreifendem Abgaskrümmer. Zur Effizienz tragen zusätzlich eine Benzindirekteinspritzung und eine vollvariable Ventilsteuerung bei. Die Leistungsdaten klingen jedenfalls beeindruckend: 560 PS bei 6.000 bis 7.000 Umdrehungen und ein maximales Drehmoment von 680 Newtonmeter ab 1.500 Touren. Von null auf 100 km/h geht es in 4,4 Sekunden, nach 13 Sekunden stehen 200 Sachen auf dem Tacho. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h abgeregelt, in Verbindung mit dem optionalen ,M Driver's Package" wird diese auf 305 km/h angehoben. Für das Stoppen ist eine Hochleistungsbremsanlage in Compound-Bauweise mit 6-Kolben-Festsattel zuständig.

Alles nach hinten
Wie gehabt wird die Kraft auf die Hinterräder übertragen. Die Schaltarbeit übernimmt ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen und traktionsoptimierter automatischer Gangwahl. Auch im manuellen Modus kann der Fahrer zwischen drei Schaltprogrammen wählen, die von komfortabel bis supersportlich reichen. Hinzu kommen eine Launch Control und ein M-Lederlenkrad mit Schaltwippen. Mittels drei verschiedener Modi kann der Pilot über eine Taste auf der Mittelkonsole die Leistungscharakteristik des Motors variieren. Etwas überraschend muten die Maßnahmen zur Verbrauchssenkung im neuen M5 an: BMW setzt hier auf ein Start-Stopp-System und die Rückgewinnung von Bremsenergie. Derart gerüstet, soll der Kraft-Wagen nur 9,9 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen und 232 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Eine deutliche Senkung gegenüber dem Vorgänger: Er brauchte noch 14,8 Liter des teuren Safts.

Agil unterwegs
BMW verspricht für den neuen M5 ein ,herausragend agiles Handling" durch ein Differential, das diverse Parameter wie die Gierrate berücksichtigt und das Sperrmoment darauf anpasst. Hinzu kommt eine elektronisch geregelte Lamellensperre zwischen den Hinterrädern zur Optimierung der Traktion. Serienmäßig ist der M5 mit elektronisch geregelten Dämpfern ausgerüstet. Hier kann durch Tastendruck zwischen verschiedenen Kennlinien gewählt werden, gleiches gilt für die Lenkung: In beiden Fällen heißen die Modi ,Comfort", ,Sport" und ,Sport Plus". Zwei individuell konfigurierte Fahrzeug-Setups kann der Fahrer auf zwei Tasten im Lenkrad speichern und abrufen. Auf der Mittelkonsole ist die Aktivierung des ,M Dynamic Mode" möglich. Über eine Anhebung der Regelschwellen des elektronischen Stabilitätsprogramms soll so das M-typische Eigenlenkverhalten erzeigt werden.

Marktstart noch 2011
Im Gegensatz zum Vorgänger wird es den neuen M5 nicht als Kombi geben, wie uns der Pressesprecher der M GmbH, Stefan Behr, auf Anfrage mitteilte. Auf den Markt kommt der M5 im vierten Quartal 2011, genaue Details zum Termin und dem Preis folgen in Kürze. Zur ungefähren Orientierung hilft ein Blick auf die Konkurrenz: Der 525 PS starke Mercedes E 63 AMG kostet als Limousine 105.791 Euro. Ein weiterer M5-Gegner dürfte auf der Frankfurter IAA im September 2011 um die Gunst der Besucher buhlen: der nächste Audi RS6.

Bayern-Stürmer