Verbandschef spricht von ,Schlag in den Rücken"

Die Ankündigung von Daihatsu, sich aus Deutschland zurückzuziehen, hat für eine Überraschung gesorgt. Die Japaner stellen ab dem 31. Januar 2013 ihre Vertriebsaktivitäten in Deutschland und Österreich ein. Die Vertriebsnetze sollen aufgelöst werden. Auf Daihatsu-Fahrer sowie auf Kunden, die bis Anfang 2013 einen Neuwagen kaufen, soll die Entscheidung keine Einflüsse haben. Daihatsu will auch über 2013 hinaus die Versorgung mit Ersatzteilen sicherstellen und Garantieansprüche gewährleisten. Wir baten Udo Auchter, den Vorsitzenden des Daihatsu-Partnerverbands, um eine Stellungnahme.

Auslaufmodell als Neuheit
Laut Auchter wurden die Händler auf einer Tagung am 13. Januar 2011 offiziell von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt. Dort wurde auch der neue Charade vorgestellt, ein Fahrzeug im B-Segment, bei dem es sich um den bald auslaufenden Yaris der Konzernmutter Toyota mit Daihatsu-Logos handeln soll. Ein Nachteil für die Händler, wie Udo Auchter betont, durch ,ein Fahrzeug, das bereits bei der Auslieferung den Mangel hat, nicht fabrikneu zu sein." Befürchtet wird, dass die allgemeinen Zulassungszahlen durch die frühe Bekanntgabe des Rückzugs für die Kleinwagenmarke weiter sinken werden. Laut Auchter lägen die Zahlen mittlerweile auf dem Niveau der 1980er-Jahre. In der Tat hat Daihatsu starke Einbußen hinnehmen müssen, womit von offizieller Seite auch das Ende begründet wird. Wurden im Jahr 2008 noch rund 14.000 Fahrzeuge zugelassen, ging die Zahl 2009 trotz Abwrackprämie auf 10.500 zurück, um schließlich 2010 auf nur noch 5.300 Stück abzusacken. Zuletzt wurden die Modelle Materia und Copen aus dem Programm gestrichen.

Mit Service in die Zukunft?
Nach Angaben von Verbandschef Auchter soll den Händlern im Januar 2011 zum 31. Januar 2013 gekündigt werden. Wer seine Kunden darüber hinaus mit Teilen versorgen will, soll einen Servicevertrag angeboten bekommen. Vorrangige Aufgabe des Verbands werde es nun sein, die Interessen der Händlerschaft ,ohne Wenn und Aber" zu vertreten. Erste Fragen würden bereits juristisch geklärt, Ende März 2011 sollen auf einer Verbandstagung Entscheidungen getroffen werden. Doch der Frust sitzt tief, wie Auchter bekennt: ,Für den durchschnittlichen Daihatsu-Händler, der seit 30 Jahren durch alle Höhen und Tiefen die Fahne hochgehalten hat, ist die Entscheidung ebenso ein Schlag in den Rücken wie für die Händler, die in den letzten Monaten und Jahren Geld in die Hand genommen haben, um es in die Zukunft mit Daihatsu zu investieren."

Schlag in den Rücken