Neue M-Klasse von Mercedes: Wir haben uns reingesetzt

Mercedes-Chef Dieter Zetsche ist da und spricht über biologisch korrektes Essen. Was das soll? Es geht ums Thema Premium – im Zusammenhang mit der neuen M-Klasse. Daimler zeigt jetzt die dritte Generation der seit 1997 gebauten Modellreihe. Und das SUV siedeln die Stuttgarter selbstverständlich im Premium-Segment an.

Schöner
Von außen ist die M-Klasse schnittiger geworden, ohne ihre SUV-mäßige Präsenz zu verlieren. In dieser Wagenklasse zählt der mächtige Auftritt – nicht umsonst sind 47 Prozent der US-M-Klasse-Kunden Kundinnen. Frauen fühlen sich in so einem großen Auto anscheinend besonders sicher. Damit man sich im Auto wohlfühlen kann, wurde der Innenraum erheblich aufgewertet. ,Beim Innenraumdesign wurde im Gegensatz zum Vorgängermodell die Integration von Zierteilen von Anfang an berücksichtigt.", so Mercedes-Designer Hartmut Sinkwitz. In der Tat wirkt das Interieur sowohl von der Verarbeitung als auch von den verwendeten Materialien her ausgesprochen hochwertig – der Unterschied zum Vorgänger ist signifikant. Leder und Echtholz – farblich fein aufeinander abgestimmt, verströmen eine wohnliche Atmosphäre. Wer will, bekommt auf Wunsch auch technisch kühles Aluminium.

Erheblich mehr
Wir setzen uns hinters Steuer und testen das üppige Raumgefühl. Die Sitze sind bequem, fühlen sich nach Langstreckengestühl an. Die Mittelkonsole ist breit, das beliebte Staufach in ihr wurde größer dimensioniert als je zuvor. Und vorne auf der Konsole sitzen je nach Ausstattung bis zu drei Drehknöpfe. Zum bekannten Comand-Knopf für die Bedienung des Navis und diverser anderer Funktionen kommen noch zwei Fahrmodi-Knöpfe. Mit einem lassen sich zum Beispiel Anhängebetrieb und Untersetzung einstellen, mit dem anderen lassen sich Geländemodi wie Schlamm oder heftige Steigungen vorwählen. Dieses praktische System hat als erstes Land Rover vor Jahren eingeführt. Dann ist Jeep auf den erfolgreichen Zug aufgesprungen, jetzt auch Mercedes. Und die Einstufung der M-Klasse als erstes Premium-SUV der Welt funktioniert nur, weil Mercedes den Range Rover von 1984 noch eine Stufe höher als Luxus-SUV kategorisiert.

Assistenten im Ambiente
Stolz ist Mercedes auch auf das optionale Ambiente-Licht in der M-Klasse: Kein anderer Hersteller bietet den Wohlfühl-Schummer auch für das Armaturenbrett an. Und zum Wohlfühlen ist der Becherhalter in der Mittelkonsole jetzt kühl- und beheizbar. Hübsch: Beim Kühlen wird der Halter blau beleuchtet, beim Heizen rot. Außerdem wurde die Rückbank fünf Millimeter höher angesiedelt und ihre Lehne lässt sich jetzt in der Neigung um sechs Grad verstellen – je nachdem, ob man gerade mehr Wert auf Stauraum oder Komfort legt. An Assistenz-Technik steht jetzt alles für die M-Klasse zur Verfügung, was seit September 2010 schon in S-, C- und E-Klasse sowie im SLK zu haben ist. Das Pre-Safe-System und der Müdigkeitswarner gehören zum Serienumfang. Der aktive Spurhalte- und Totwinkel-Assistent sind gegen Aufpreis verfügbar.

Diesel aktiv gelagert
Die M-Klasse ist durch eine Vielzahl von Maßnahmen deutlich sparsamer geworden. Start-Stopp, neue Getriebe und aerodynamische Verbesserungen sorgen für Sparsamkeit. Erwähnenswert: Alle Diesel-Aggregate erfüllen bereits die erst ab 2015 geltende Euro-6-Norm. Allerdings darf bei Mercedes auch nie der Komfort zu kurz kommen. So arbeitet ein großes Team am Geräusch- und Vibrations-Niveau. Zu dessen Absenkung werden in den Diesel-Modellen erstmals schaltbare hydraulische Motorlager eingesetzt. Diese fangen starke Motorvibrationen im Leerlauf ab und sorgen für einen festen Sitz des Aggregats bei dynamischer Kurvenfahrt.

Angenehmer Alleskönner
Sowohl onroad mit seinen bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast als auch offroad mit seinem permanenten Allradantrieb und den einfach wählbaren Geländemodi wird die neue M-Klasse funktionieren. Dieter Zetsche meint, dass sich Politiker im übertragenen Sinne solch ein Fahrzeug nur wünschen würden: ,Dieser Wagen holt Sie aus jeder Situation." Mit der Politik hat es Zetsche heute: ,Autos verkaufen ist wie bei einer Wahl. Der Unterschied ist nur, dass in der Politik alle vier Jahre gewählt wird. Bei uns findet die Wahl jeden Tag aufs Neue statt, in den Showrooms unserer Händler." Und er sieht einen allgemeinen Trend zum Thema Premium – sowohl, wie eingangs erwähnt, beim Essen, als natürlich auch beim Auto. Wenn dies stimmt, ist Mercedes mit der neuen M-Klasse glänzend aufgestellt.

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