Geändertes Karosseriekonzept und erstmals mit Allradantrieb

Ferrari lässt die Katze aus dem Sack: Das neueste Modell heißt Ferrari Four, abgekürzt FF. Zeitlich gesehen ist er der Nachfolger des 612 Scaglietti. Doch die Italiener gehen mit dem von Pininfarina gezeichneten Gran Turismo neue Wege – formal und technisch. Ein unkonventionelles Raumkonzept soll neue Käuferkreise ansprechen.

Shooting Brake statt klassische Coupé-Form
,FF" steht für ,Ferrari Four" – vier Sitze und Vierradantrieb. Der Ferrari Four wurde als Shooting Brake gestaltet und ist demnach ein Coupé, das aber durch ein längeres Dach und eine steil abfallende Heckscheibe gekennzeichnet ist. Ähnliches sahen wir bereits in der jüngeren Vergangenheit beim BMW Z3 Coupé. Die Karosserieform bietet einige Vorteile. So haben die hinteren Passagiere des 4,9 Meter langen 2+2-Sitzers mehr Platz als unter einem niedrigen Coupé-Dach der klassischen Bauweise. Auch das Kofferraum-Volumen wird von Ferrari hervorgehoben: 450 Liter, die auf 800 Liter ausgeweitet werden können, sollen ausreichenden Raum für Gepäck bieten. Klar ist: Durch das Konzept wird nicht nur der typische Coupé-Kunde angesprochen.

Viele Personalisierungsmöglichkeiten
Bei den Individualisierungsmaßnahmen hat der Kunde die Wahl aus sechs modellspezifischen Lackierungen. Dazu kommen verschiedene Optionen für die Inneneinrichtung, die beispielsweise mit Anilinleder ausgestattet werden kann.

Erster Ferrari mit Allradantrieb
Der FF hat als erster Ferrari vier angetriebene Räder. Verwendet wird das hauseigene System 4RM. Es soll 50 Prozent weniger wiegen als ,herkömmliche" Allradsysteme. Die Steuerung der Ferrari-Lösung ist in die Elektronik der restlichen Fahrdynamik-Systeme integriert. Das Drehmoment wird je nach Bedarf individuell an die vier Antriebsräder verteilt. Zudem hat der FF die neueste Generation des magnetorheologischen Dämpfungskontrollsystems SCM3 an Bord und eine Karbon-Keramik-Bremsanlage vom Hersteller Brembo.

660 PS starkes V12-Triebwerk
Ausgerüstet wird der neue Ferrari mit einem V12-Motor. Der Direkteinspritzer hat 6,3 Liter Hubraum und produziert 660 PS sowie 683 Newtonmeter Drehmoment. Die Kraftübertragung übernimmt ein Doppelkupplungsgetriebe. Es ist in Transaxle-Weise angeordnet und sitzt demnach hinten, um eine ausgewogenere Gewichtsverteilung – 47 Prozent vorne, 53 Prozent hinten – zu erreichen. Von null bis 100 km/h braucht der 1790 Kilogramm schwere Shooting Brake nach Herstellerangaben 3,7 Sekunden. Das Leistungsgewicht beträgt 2,7 Kilogramm je PS. Die Höchstgeschwindigkeit geben die Italiener mit 335 km/h an.

Mit Hybrid-Technik?
Auch wenn Ferrari nichts davon wissen will: Wir tippen auf eine nachgeschobene Hybridversion mit der weiterentwickelten Technik aus dem 599 HY-KERS Hybrid Concept, der auf dem Genfer Autosalon 2010 gezeigt wurde. Damit sollte dann ein Verbrauch möglich sein, der geringer ausfällt als die 15,4 Liter auf 100 Kilometer, die für die reine Benzinervariante angegeben sind.

Beim Händler im Sommer 2011
Vorgestellt wird der Ferrari Four auf dem Genfer Autosalon 2011. Seit Dezember 2010, als bereits ausgewählte Kunden das neue Modell begutachten konnten, sind Bestellungen möglich. Ausgeliefert werden die ersten Exemplare nach Ferrari-Angaben wahrscheinlich im Sommer 2011. Was der FF kostet, will Ferrari auf der Genfer Messe mitteilen. Wahrscheinlich wird er preislich unter dem 612 Scaglietti angesiedelt sein. Dieser kostet ab 268.300 Euro.

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