Peugeot holt sich den Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen

Was für die Franzosen Le Mans ist, ist für die Deutschen das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring. 250.000 Fans pilgern in die Eifel, um sich dort auf Camping- oder Parkplätzen für mehrere Tage anzusiedeln. Selbstverständlich konnten auch wir uns das Renn-Highlight nicht entgehen lassen. Wir waren für Sie vor Ort und haben dabei den Peugeot-Team beim Einsatz zweier Diesel-RCZ über die Schulter geschaut.

39. Start des 24-Stunden-Rennens
Das 24-Stunden-Rennen erlebt schon seine 39. Auflage. Der Nürburgring ist bekannt als weltweit anspruchsvollste und härteste Rennstrecke. Die Nordschleife in Verbindung mit der Grand-Prix-Strecke hat eine Länge von 25,4 Kilometer. Gespickt ist sie mit Sprunghügeln, Steilkurven, langen Geraden, 39 Links- und 46 Rechtsbiegen. Im Gegensatz zu anderen Rennveranstaltungen dieser Dimension haben die Fans hier die Möglichkeit, hautnah an Fahrer und Fahrzeug zu kommen und davon gibt es in diesem Jahr auch wieder genug. Rund 250 internationale Teams starten mit je zwei bis vier Fahrern, die die Tankstopps nutzen, um sich abzuwechseln.

Reifen-Poker und nasse Zelte
Regnerisches Wetter macht die Auswahl der Reifen nicht leicht. Noch kurz vor Beginn des Rennens wechseln die Teams auf der Start-Ziel-Geraden im Akkord die Reifen aus. Wer dabei nach dem Start gleich in den ersten Runden wieder zurück in die Box kommt, hatte sich für den falschen Gummi entschieden. Auch den Fans am Campingplatz macht das Wetter am ersten Tag gut zu schaffen, denn das satte Grün der Wiese verwandelt sich schnell in ein dunkles Braun und viele Zelte verlieren ihren "Kuschel-Faktor" durch die eindringende Nässe.

Moralische Unterstützung von der Tribüne
Die überdachten Tribünen an der Boxengasse sind für viele Fans der einzige trockene Platz an der Rennstrecke und sie sind deshalb auch gut besucht. Ausgerüstet mit Curry-Wurscht und Bier feuern zahlreiche Besucher ihr Team mit vollem Einsatz an. Inmitten der Zuschauer-Meute berichten uns französische Peugeot-Fans, dass sie jedes Jahr rund 1.000 Kilometer von Marseille nach Nürburg fahren, um das Team moralisch zu unterstützen.

Erneuter Start der zwei Peugeot-Spitzen-Modelle
Peugeot startet auch dieses Jahr wieder mit zwei Diesel-RCZ. Die beiden 200 PS starken Boliden wurden in Sachen Gewicht und Bremsen deutlich optimiert. Von Anfang an legen die Fahrzeuge der Löwen-Marke eine gute Rundenzeit vor. Der Peugeot mit der Startnummer 200 wird von den drei Franzosen Alexandre Prémat, Jonathan Cochet, Bruce Joanny und Stéphane Caillet gefahren. Die Nummer 201 pilotiert ein deutsch-französisches Quartett, bestehend aus Michael Bohrer, Stéphane Caillet, Jürgen Nett und Alexandre Prémat. Es konnte sich bis in die Nacht an die Spitze der Klasse "D1T" setzen. Doch am Morgen um fünf Uhr und 29 Minuten kollidiert Alexandre Prémat mit einem anderen Fahrzeug in der Fuchsröhre und scheidet aus. Die Kollegen mit der Startnummer 200 erben dadurch die Führung und können sie auch bis zum Ende halten. Klassensieg für Peugeot Um 16 Uhr überquert der RCZ von Bohrer, Nett, Caillet und Prémat als bestes Dieselfahrzeug und als Sieger der Klasse "D1T" mit drei Runden Vorsprung vor dem Verfolger die Ziellinie. Mit der Weiterentwicklung der Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahr konnten die Franzosen pro Runde 15 Sekunden gut machen. So schaffte es der RCZ als schnellstes Diesel-Modell beim 24-Stunden-Rennen zum Klassensieg

Gesamtsieg aber für den Manthey Porsche
Der Porsche 911 GT3 RSR mit der Startnummer 18 beendet das Rennen konsequent mit einem Vorsprung von 4:25 Minuten. Auf dem zweiten Platz folgt mit der Startnummer eins ein BMW M3 GT, der den Gesamttitel aus dem Vorjahr nicht verteidigen konnte. Der dritte Platz entscheidet sich erst in der finalen Phase, als der Mercedes SLS GT3 von Heico Motorsport endgültig in die Box muss und der Phoenix Audi R8 seinem Platz auf dem Treppchen gemütlich entgegen fahren kann.

Nächstes Jahr sicher wieder dabei
Nach dem Rennen treffen wir beim Durchstreifen der Campingplätze noch einmal auf die Peugeot-Fans. Die Löwen-Fahne steckt locker im aufgeweichten Erdboden und neben den Zelten glänzt eine leere Bierflasche aus einem Haufen ihresgleichen. Es wurde ordentlich gefeiert und man berichtet, dass die Erwartungen wie jedes Jahr aufs Neue übertroffen wurden. Eine erneute Anreise 2012 ist sicher.

Gallery: Klassensieg für Peugeot