Aktive Spurhalte- und Tot-Winkel-Assistenten sollen Unfälle vermeiden

Drei neue Motoren bekommt die S-Klasse von Mercedes. Es handelt sich um zwei Benziner in V6- und V8-Auslegung sowie einen V6-Diesel. Die Benzinmotoren übernimmt die Luxuslimousine vom neuen CL. Ausgestattet sind die Aggregate mit der Direkteinspritzung der hauseigenen BlueDirect-Technologie und einer serienmäßigen Start-Stopp-Funktion, um den Spritkonsum einzudämmen. Feinschliff am Siebengang-Automatikgetriebe soll ebenfalls Kraftstoff einsparen. Kennzeichen der Ottomotoren ist ein modulares Konzept, das die flexible Integration von Turboladern und die Kombination mit dem Allradantrieb 4matic sowie Hybridmodulen erlauben soll. Sowohl die Benziner als auch der Diesel übertreffen ihre vergleichbaren Vorgänger in der Leistung, sind dabei aber sparsamer. Außerdem bekommt die S-Klasse zwei neue Sicherheitssysteme, die Unfällen vorbeugen sollen.

Turbo-V8 im S 500
Im S 500 BlueEfficiency kommt ein neues Achtzylinder-Triebwerk mit 4,6 Liter Hubraum und Biturbo-Aufladung zum Einsatz. Die Leistung beträgt 435 PS, das Drehmoment 700 Newtonmeter. Damit übertrifft der V8 den 5,4 Liter großen, 388 PS und 530 Newtonmeter starken Saugmotor-Vorgänger. Den Verbrauch des neuen Aggregats gibt der Hersteller nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) mit 9,4 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer an: Das sind 15,5 Prozent weniger als beim alten Modell und entspricht einer CO2-Emission von 219 Gramm pro Kilometer.

S 350 stärker und sparsamer
Der neue 3,5-Liter-V6 startet als Saugmotor-Variante im S 350 BlueEfficiency. Mercedes spricht vom ,sparsamsten Benzinmodell der Luxus-Klasse". Die Leistung stieg gegenüber dem hubraumgleichen Vorgängertriebwerk von 272 auf 306 PS. Das Drehmoment legte leicht von 350 auf 370 Newtonmeter zu. Beim Verbrauch unterbietet der Neue den Alten um 24 Prozent: Statt 10,0 genehmigt er sich 7,6 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer. Die CO2-Emissionen gingen von 234 auf 177 Gramm je Kilometer zurück.

Sparsamste S-Klasse
Den geringsten Verbrauch der Baureihe weist der S 350 BlueTec auf. Unter der Haube arbeitet ein neuer 3,0-Liter-Diesel mit 258 PS und 620 Newtonmeter Drehmoment. Sein Verbrauch beträgt 6,8 Liter pro 100 Kilometer: elf Prozent weniger als beim Vorgänger. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 177 Gramm pro Kilometer. Verbrauchsgünstiger war keine S-Klasse zuvor. Zudem erfüllt der Diesel die erst ab 2014 geltende Euro-6-Norm. Am Titel der sparsamsten S-Klasse wird sich der 350 BlueTec vermutlich nur noch bis Anfang 2011 freuen können. Denn die Oberklasselimousine bekommt den 2,2 Liter großen Vierzylinder-Diesel aus dem E 250 CDI und wird dann vermutlich als S 250 CDI die Baureihe nach unten abrunden. Statt auf 204 PS wie in der E-Klasse wird es voraussichtlich auf 224 PS hinauslaufen. Beim Verbrauch könnte eine Fünf vor dem Komma stehen. Die Motorisierung wird auf dem Pariser Autosalon 2010 (2. bis 17. Oktober) vorgestellt.

Neue Benziner ab 2011
Während der CL noch 2010 die neuen Benziner erhält, halten sie in der S-Klasse erst Anfang 2011 Einzug. Die Preise sind noch nicht bekannt. Der V6-Diesel hingegen ist bereits bestellbar und ab Ende September 2010 im Handel. Preis: 76.279 Euro. Spitzenmotorisierung für die S-Klasse bleibt der 517 PS starke Zwölfzylinder-Biturbo-Benziner im S 600, der jetzt auch die Schadstoffnorm Euro 5 erfüllt.

Aktive Assistenzsysteme
Parallel zur CL-Klasse führt Mercedes-Benz in der S-Klasse auch zwei neue Sicherheitssysteme ein, die gefährliche Situationen und Unfälle vermeiden können. Der Aktive Spurhalte-Assistent tritt in Kraft, wenn das Fahrzeug ungewollt eine durchgezogene Linie rechts oder links der Fahrspur überfährt. In diesem Fall bremst er das Hinterrad der gegenüber liegenden Fahrzeugseite leicht ab und kann so dem Abweichen von der Fahrspur sanft entgegenwirken. Hierzu nutzt das aktive Spurhaltesystem das ESP. Beim Überfahren einer unterbrochenen Fahrbahnmarkierung steuert das System einen Elektromotor im Lenkrad an, der kurzzeitige Vibrationen als Warnhinweis auslöst.

Sanfter Bremseingriff
Als weitere Neuheit ist für die S-Klasse der Aktive Totwinkel-Assistent erhältlich. Dieses System warnt den Fahrer durch ein rotes Signal im Glas des Außenspiegels, wenn es erkennt, dass ein Spurwechsel zu einem Unfall führen kann. Nahbereichs-Radarsensoren detektieren hierzu den Bereich unmittelbar neben und hinter dem Auto. Ignoriert der Fahrer die Warnhinweise und kommt dabei – etwa beim Einscheren nach einem Überholvorgang – einem Fahrzeug auf der Nachbarspur gefährlich nahe, so erfolgt ebenfalls ein sanfter kurskorrektiver Bremseingriff über das ESP an den Rädern der gegenüber liegenden Fahrzeugseite.

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