Außerdem: Neues Getriebe, neuer Allradantrieb, frischere Form

Bentley stellt auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober 2010) den neuen Continental GT vor. Das viersitzige Coupé wurde nicht nur optisch dezent aufgefrischt – im Innenraum und beim Antrieb ist richtig viel passiert. Zum Zwölfzylinder-Triebwerk gesellt sich ein Achtzylinder-Aggregat. Außerdem wird die Kraft vom Allradantrieb etwas in Richtung Heck verschoben.

Wenn Hufeisen, dann zwei
Das Exterieur des Continental GT hat Bentley Chefdesigner Dirk van Braeckel nur ganz vorsichtig angefasst. Der typische Matrix-Grill steht ein wenig steiler und das Heck fällt mit seinem Doppel-Hufeisenprofil auf. Die Frontscheinwerfer schmücken sich mit einer Chromeinfassung und kreisförmig angeordnetem LED-Tagfahrlicht. Zudem werden die vorderen Kotflügel und die Motorhaube mit dem so genannten Superform-Verfahren in Form gebracht. Hierbei wird Aluminiumblech auf 500 Grad erhitzt und dann durch Druckluft umgeformt. Mit dieser Technik lassen sich laut Bentley ganz besonders markante Konturen herstellen.

Innen mehr Platz
Die Kabine des Continental GT empfängt die Insassen mit neuen Sitzen, die mehr Seitenhalt als bisher bieten. Außerdem sind die Rücklehnen der Vordersitze so geformt, dass die Passagiere im Fond nun 4,6 Zentimeter mehr Beinfreiheit genießen. Der Raumgewinn soll auch das Einsteigen zur zweiten Sitzreihe erleichtern. Das geschwungene Armaturenbrett und die Türinnenverkleidungen sind mit weichem Leder bezogen, die handgefertigten Holzfurniere bekommen eine UV-Schutzschicht, damit sie über die Jahre nicht ausbleichen. Neu ist ein automatischer Gurtbringer für die Vordersitze. Die Ablagefächer in den Türen wurden neu gestaltet und sind jetzt mit einem Flaschenhalter versehen. Gegen Aufpreis sitzt oberhalb des Getränkehalters in der Mittelkonsole ein herausnehmbares Kästchen. Dieses besteht außen aus einem auf die Wagenkabine abgestimmten Furnier und ist innen mit Leder ausgekleidet. Die mit einem matt verchromten Bentley-Logo verzierte Schachtel ist für Kleinkram wie Schlüssel oder Schreibgeräte gedacht.

Navi mit Google Maps
Ein neues Touchscreen-Infotainmentsystem soll den Continental GT noch komfortabler machen. Von den 30 Gigabyte Festplattenspeicher lassen sich 15 Gigabyte mit Musik füllen. Der Acht-Zoll-Bildschirm lässt sich sowohl als Touchscreen als auch über Drehregler bedienen. Die auf dem Bildschirm dargestellten virtuellen Knöpfe ähneln den echten Knöpfen im Wageninnenraum. Das neue Navigationssystem ist je nach Markt mit Google Maps kompatibel.

Kraftverteilung: 40 zu 60
Eine kontinuierliche Dämpferverstellung, die mehrere hundert Mal pro Sekunde die Federungseinstellungen überwacht, kümmert sich um das Fahrverhalten des neuen Continental GT. Bei hohen Geschwindigkeiten wird das Fahrzeug automatisch abgesenkt. Und nicht nur das verbessert die Stabilität: Vorne wurde die Spur um 4,1 Zentimeter, hinten um 4,8 Zentimeter verbreitert. Serienmäßig stellen 20-Zoll-Räder den Kontakt zum Asphalt her, optional sind erstmals 21-Zöller erhältlich. Und der sportliche Brite bekommt einen Heck-Kick: Der serienmäßige Allradantrieb wurde bisher mit einer Momentenverteilung von 50:50 zwischen vorne und hinten versorgt. Für eine dynamischere Gangart wandern jetzt zehn Prozent mehr Kraft nach hinten, die aber je nach Fahrsituation voll variabel verschoben wird. Ein neu abgestimmtes ESP soll für mehr Sicherheit und Fahrbahnhaftung sorgen.

Mehr Leistung vom Zwölfzylinder
Das W12-Aggregat mit 6,0 Liter Hubraum leistet jetzt 575 statt 560 PS, das Drehmoment steigt von 650 auf 700 Newtonmeter. Der Motor verträgt nun auch Bio-Ethanol, welches in beliebigen Verhältnissen mit Benzin gemischt werden kann. Innermotorisch tragen leichtere Komponenten und reibungsärmere Oberflächen zur Drehfreude des Triebwerks bei. Zwei trägheitsärmere Turbolader minimieren die Turboverzögerung. Der leichtere Motor sorgt übrigens im Zusammenhang mit leichteren Sitzen und weiteren Gewichtsreduktionen dafür, dass der neue Continental GT um 65 Kilogramm abspecken konnte. Der Beschleunigung von null auf 100 km/h kommt dies zugute: In 4,6 Sekunden ist der Spurt erledigt. Der Vorgänger brauchte noch 4,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt mit 318 km/h unverändert. Und trotz 15 PS mehr Leistung sinkt der Verbrauch von durchschnittlich 17,2 auf 16,5 Liter pro 100 Kilometer. Die CO2-Emissionen gehen somit von 410 auf 384 Gramm pro Kilometer zurück.

Ganz neu: Mit V8
Ab Ende 2011 wird es den Continental GT auch mit einem V8-Triebwerk geben. Das neue 4,0-Liter-Aggregat soll im Vergleich zum Zwölfzylinder mit einem um 40 Prozent gesenkten Kohlendioxid-Ausstoß glänzen. Der am englischen Bentley-Sitz in Crewe gebaute Motor wird zudem einen gesenkten Einstiegspreis in die Continental-GT-Welt ermöglichen. Genaue Leistungs-, Verbrauchs- und Fahrdaten hinsichtlich des V8 hat Bentley noch nicht bekannt gegeben.

Schaltet in 200 Millisekunden
Um die höhere Leistung und das gestiegene Drehmoment des W12 zu verarbeiten, wurde auch die ZF-Sechsstufen-Automatik verstärkt. Zudem konnten die Schaltzeiten des so genannten Quickshift-Getriebes um knapp die Hälfte auf 200 Millisekunden reduziert werden. Außerdem ist jetzt beim Herunterschalten der Sprung über zwei Gänge möglich. So schaltet die Automatik beispielsweise bei Bedarf vom sechsten direkt in den vierten Gang.

Bildergalerie: Bentley Continental GT