GTÜ rät zur regelmäßigen Überprüfung des Inhalts und des Verfalldatums

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte an den Verbandkasten denken. Sein Inhalt kann nicht nur bei einem Unfall helfen, Menschenleben zu retten, sondern auch bei Verletzungen in den Ferien nützliche Dienste leisten. Darauf weist die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung hin.

Pflicht für jeden
Oftmals fristet der Erste-Hilfe-Kasten abgeschoben in die Reserveradmulde oder den hintersten Winkel des Kofferraums jahrein, jahraus ein kümmerliches Dasein. Der Verbandkasten ist nach der Straßenverkehrszulassungsordnung mit seinen 37 Teilen Pflicht in jedem Auto. Doch neben reiner Anwesenheit bedarf er der regelmäßigen Aufmerksamkeit und Pflege. ,Bei Hauptuntersuchungen ist der Verbandkasten zwar kein Pflichtpunkt mehr, doch leider müssen wir dabei immer wieder feststellen, dass längst nicht alle Autos, die wir überprüfen, einen Verbandkasten an Bord haben. Das ist zwar kein Mangel, doch der Fahrzeughalter erhält einen Hinweis auf die gesetzliche Mitführpflicht", so die GTÜ-Experten.

Vergammelter Inhalt
,Zudem befinden sich viele Exemplare in einem erbarmungswürdigen Zustand", so die Fachleute weiter. Meist ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen oder der Inhalt entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Die GTÜ rät daher, den Verbandkasten regelmäßig zu überprüfen. Denn was nützen Pflaster, wenn sie nicht mehr kleben, oder Einmal-Handschuhe, wenn sie porös geworden sind? Bereits seit 18 Jahren trägt jeder Verbandkasten ein Verfallsdatum. Befindet sich auf dem Exemplar im Auto noch keines, so gehört der Kasten – oder zumindest sein Inhalt – umgehend ersetzt. Gleiches gilt bei einem abgelaufenen Datum sowie für verbrauchtes Material.

Die inneren Werte zählen
Seit seiner Einführung Anfang der 70er-Jahre hat sich das, was in einem Verbandkasten vorhanden sein muss, ständig geändert. Aktuell regelt die DIN 13164 in der Fassung vom 1. Juli 2000 alles, was verpflichtend in den Verbandkasten oder das Verbandkissen gehört.

Verbandkasteninhalt:
1x Heftpflaster DIN 13019-A, 2,5 cm x 500 cm
8x Wundschnellverband DIN 13019-E, 10 cm x 6 cm
1x Verbandpäckchen groß, DIN 13151-G
3x Verbandpäckchen mittel, DIN 13151-M
1x Verbandtuch DIN 13152-A, 60 cm x 80 cm
2x Verbandtuch DIN 13152-BR, 40 cm x 60 cm
6x Kompresse 10 cm x 10 cm
3x Mullbinde DIN 61631-MB-8, 8 cm x 400 cm oder Fixierbinde DIN 61634-FB-8
2x Mullbinde DIN 61631-MB-6, 6 cm x 400 cm oder Fixierbinde DIN 61634-FB-6
1x Alubeschichtete Rettungsdecke, 2,1 m x 1,6 m
2x Dreiecktuch DIN 13168-D
1x Gekrümmte Schere DIN 58279-A 145
4x (= 2 Paar) Einmalhandschuhe DIN EN 455
1x Erste-Hilfe-Broschüre
1x Inhaltsverzeichnis

Wo man Ersatzmaterial kauft
Wer nun einen Verbandkasten nach älterer Norm an Bord hat, muss ihn jedoch nicht sofort ersetzen: Solange die Haltbarkeitsdaten des Inhalts noch nicht überschritten sind, darf er bleiben. Trotzdem sollte man Dinge wie eine Rettungsdecke nachrüsten. Schließlich kann sie verletzte Unfallopfer vor Auskühlung schützen. DIN-gerechtes Verbandmaterial zum Auswechseln des Kasteninhalts erhält man in jeder Apotheke. Und statt in der Reserveradmulde sollte der Verbandkasten oder das Verbandkissen schnell erreichbar verstaut werden.