Zum Start vier Diesel und zwei Benziner, HYbrid4-Variante folgt 2012

Peugeot präsentiert mit dem 508 auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober 2010) sein neues Topmodell. Rund vier Wochen vor der Messepremiere konnten wir uns das neue Modell bei einem exklusiven Vorabtermin in Châtenay-en-France bei Paris ansehen und Bekanntschaft mit der Mittelklasse-Baureihe schließen.

Nachfolger von 407 und 607
Der 508 tritt sowohl die Nachfolge des 407 als auch des 607 an. Ein Modell für die obere Mittelklasse bieten die Franzosen damit künftig nicht mehr an. Den 508 wird es als 4,79 Meter lange Limousine und bereits ab Marktstart auch als zwei Zentimeter längere Kombivariante namens 508 SW geben. Beide Modelle erreichen einen hervorragenden cW-Wert von 0,25, so Peugeot. Auch Leichtbaumaßnahmen sorgen für Effizienz: Die Limousine ist 35 Kilo leichter als der 407, obwohl sie rund zehn Zentimeter länger wurde.

Der Erste mit neuem Markendesign
Der 508 ist der erste Serien-Peugeot, der das neue Design des französischen Herstellers aufgreift. Dieses war Anfang 2010 erstmals mit der Roadster-Studie SR1 vorgestellt worden. Das jahrelang dominierende Haifischmaul verschwindet künftig, nichtsdestotrotz gibt es beim 508 einen großen Kühlergrill und weit nach hinten gezogene, laut Peugeot ,katzenartige" Scheinwerfer. Tagfahr-Leuchten in charakteristischer Schneeflockenform mit sieben LEDs sorgen für guten Wiedererkennungswert. Die Heckleuchten der Limousine zieren drei erhabene, rote Segmente mit jeweils einer dahinter liegenden LED-Reihe. Beim Kombi hingegen ist bei eingeschaltetem Rücklicht ein roter Bogen erkennbar.

Automatisch umklappende Fondsitze
Der klar gegliederte Innenraum macht einen hochwertigen Eindruck. Ausstattungsmerkmale wie ein farbiges Head-up-Display, eine Vier-Zonen-Klimaanlage, ein Fernlichtassistent oder ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem sollen den Premiumanspruch des 508 unterstreichen. Das Platzangebot im Fond ist auch für Erwachsene mehr als ausreichend. Der Kombi wird durch ein großes Panorama-Glasdach besonders lichtdurchflutet. In den Kofferraum der Limousine passen zwischen 515 und 1.381 Liter Gepäck. Die Kombivariante SW bietet im Normalzustand 560 Liter Stauraum. Die Rücksitzlehnen lassen sich besonders leicht umklappen: Ein Druck auf den Entriegelungsknopf, und schon bildet sich ein ebener Ladeboden. Bis unters Dach beladen fasst der 508 SW 1.598 Liter Gepäck. Optional gibt es eine elektrische Heckklappenbetätigung.

Neue Start-Stopp-Technik
Sechs verschiedene Motoren stehen für das neue Mittelklassemodell zur Wahl: Auf Dieselseite sind es Triebwerke mit 112, 140, 163 und 204 PS. Neu ist hier der 2,2-Liter-Selbstzünder mit 204 PS, der mit ein paar PS weniger auch im frischen Mondeo von Kooperationspartner Ford arbeitet. Dazu gesellen sich zwei Benziner mit 120 beziehungsweise 156 PS. Mit dem Start-Stopp-System namens e-HDi hält eine neue Start-Stopp-Automatik Einzug. In der Stadt können damit bis zu 15 Prozent an CO2-Emissionen eingespart werden, so Peugeot. e-HDI wird für den 112 PS starken 1.6 HDi FAP mit automatisiertem Sechsganggetriebe angeboten – ob serienmäßig steht noch nicht fest. Zur Markteinführung soll der 508 so motorisiert nur 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchen und lediglich 114 Gramm CO2 ausstoßen. Im Laufe des Jahres 2011 sollen diese Werte sogar auf 4,2 Liter beziehungsweise 110 Gramm pro Kilometer sinken.

Ab 2012 auch als Diesel-Hybrid
2012 wird dann die HYbrid4-Technologie Einzug in den 508 halten. Dieser Antrieb besteht aus einem Dieselmotor an der Vorder- und einem Elektromotor an der Hinterachse, die es gemeinsam auf eine Leistung von 200 PS bringen. Kombiniert wird das Ganze mit einem serienmäßigen Allradantrieb. Als CO2-Ausstoß für den HYbrid4 peilt Peugeot einen Wert von lediglich 99 Gramm pro Kilometer an.

Zwei verschiedene Fahrwerksvarianten
Der 508 ist mit zwei verschiedenen Fahrwerksvarianten erhältlich: eine für die Kernmodelle der Baureihe und eine für die sportlichere GT-Version, die mit dem neuen 204-PS-Diesel kombiniert wird. Erstere verfügt über eine neue McPherson-Vorderradaufhängung, die einen Kompromiss aus Komfort und guter Straßenlage bieten soll. Letztere geht mit zwei Dreiecksquerlenkern und entkoppeltem Achsschenkel an der Front an den Start und ist vor allem auf Fahrdynamik ausgelegt. Beide Karosserievarianten des 508 – die Limousine und die Kombiversion SW – sind ab März 2011 in Deutschland erhältlich. Die Preise sollen etwa auf dem gleichen Niveau beginnen wie beim 407, wo der Basispreis bei rund 22.000 Euro liegt. In Europa will Peugeot 2012, also im ersten vollen Verkaufsjahr, trotz rückläufigem Mittelklasse-Markt 200.000 Stück absetzen werden. Hauptmarkt für den 508 soll aber schon 2012 China sein, wo Mittelklasselimousinen heiß begehrt sind.

Bildergalerie: 508 unter der Lupe