Schweden stellen auf der Automesse ihr erstes Elektroauto vor

Auch Saab setzt künftig aufs Elektroauto: Der 9-3 ePower wird als Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober 2010) vorgestellt. Er ist der erste Prototyp einer Testflotte aus 70 Fahrzeugen, die sich in einem umfassenden Feldversuch in Schweden ab Anfang 2011 beweisen müssen. Die dabei anvisierten Ziele umfassen eine Reichweite von etwa 200 Kilometer, was man mit dem Einsatz hochdichter Lithium-Ionen-Batteriezellen erreichen möchte. Unter der Motorhaube arbeitet ein Elektromotor mit 135 Kilowatt entsprechend 184 PS. Das sofort bereit stehende Drehmoment ermöglicht eine Beschleunigung in 8,5 Sekunden auf Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit beträgt 150 km/h.

Lithium-Ionen-Akku an Bord
Die kompakte Lithium-Ionen-Batteriezelle mit einer Leistung von 35,5 Kilowattstunden wird in eine modifizierte Bodenwanne eingepasst, größtenteils in dem Bereich, wo früher Auspuffanlage und Kraftstofftank untergebracht waren. Eine solche Platzierung ermöglicht laut Saab eine optimale Gewichtsverteilung und hervorragende fahrdynamische Eigenschaften, vergleichbar mit denjenigen eines serienmäßigen 9-3 SportCombi. Im Innenraum des Fahrzeugs befindet sich ein traditioneller Automatik-Schalthebel mit den Fahrstufen ,Drive", ,Neutral", ,Park" und ,Reverse". Drehzahlmesser, Kraftstoff- und Turboanzeige in der zentralen Kombi-Instrumentenanzeige wurden durch Anzeigen für Batterieladung, Stromverbrauch und Reichweite ersetzt, allesamt grün beleuchtet. Aus Gründen der Platzersparnis weist das Fahrzeug eine elektrische Handbremse auf.

Mehr Kälteresistenz
Weitere Ausstattungsmerkmale sind die elektrohydraulische Servolenkung und Klimaautomatik, die über einen von der Batteriezelle angetriebenen Kompressor gespeist wird. Die Batteriezelle wurde für den Betrieb bei Umgebungstemperaturen von bis zu minus 30 Grad entwickelt, das sind laut Saab mindestens zehn Grad weniger als dies bei herkömmlichen, derzeit am Markt angebotenen Zellen der Fall ist. Der Hintergrund dieser Maßnahme sind die Temperaturen im schwedischen Winter. Durch die Verwendung einer Luft- statt einer Flüssigkeitskühlung konnten die Kosten gesenkt und weiteres Gewicht eingespart werden. Die Zelle ist für Ladezyklen konzipiert, die in einem Zeitraum von durchschnittlich zehn Nutzungsjahren auftreten. Diese neuen Batterien können bequem von der Steckdose zu Hause in nur drei bis sechs Stunden geladen werden, je nach Entladestatus. Die Ladedauer lässt sich nach Angaben der Schweden bei einer höheren Spannung der Ladequelle erheblich reduzieren, da die Eingangsleistung der Batterien nicht begrenzt ist.

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