Studie in Genf: Aufblasbares Dach, Bildschirm an der Front, leuchtende Vögel

Seit vielen Jahren nutzt Frank M. Rinderknecht, Chef der Firma Rinspeed, seinen Schweizer Heimvorteil und präsentiert ausgefallene Ideen auf dem Genfer Automobilsalon. Auf der diesjährigen Messe (3. bis 23. März 2011) wird die witzige Strand-Buggy-Studie BamBoo vorgestellt. Bereits im Dezember 2010 hatte Rinderknecht die ersten Bilder herausgegeben, nun folgen weitere Informationen.

Aufblasbares Dach als Strandmatratze
Auf den ersten Blick sieht der BamBoo aus wie eines jener Gefährte, die wir aus Filmen mit Louis de Funés in der Rolle des wackeren Gendarmen von St. Tropez kennen. Doch der simple Retrolook täuscht. Die Studie ist vollgepackt mit Innovationen. Da ist beispielsweise das aufblasbare Dach: Es ist mit wasserdichtem Material bezogen und schützt das Interieur vor möglichem Morgentau. Außerdem kann man das Dach mitnehmen und als Strandunterlage verwenden. Auf die Oberseite wurde eine Strandszene von Künstler James Rizzi gemalt. Die Unterseite wurde mit Garn aus echtem Bambus veredelt. Für die letzten Meter bis zum Strand ist noch ein faltbares Zweirad an Bord.

Bildschirm an Stelle des Kühlergrills
Wer für den Ausflug noch keinen Partner hat, kann den BamBoo als Kommunikator nutzen. Zum Beispiel mit Hilfe des neuartigen ,Identiface", das den Kühlergrill ersetzt. Dank Internet-Verbindung lassen sich dort eigene Facebook-Inhalte anzeigen, oder Nachrichten aus aller Welt, das Hersteller-Logo oder das Angebot, jemanden mit von A nach B zu nehmen. Farblich variable ,Rizzi-Birds" am Überrollbügel können zusätzliche Informationen preisgeben wie ,grün: bin Single"; ,blau: bin in Partylaune" oder ,orange: brauche eine Pause".

Aufblasbare Rücksitze
Einfach, aber edel geht es innen zu: Die Seitenteile der bordeauxroten Sitzbank zieren ,BamBoo"-Logos und ,Rizzi-Birds". Die mittleren Sitzflächen bestehen aus atmungsaktivem Material. Beide Rücksitze sind aufblasbar und in zwei Alukoffern auf der offenen Ladefläche verstaut. Auch sie können mit zum Strand genommen werden.

Online mit dem Tablet-PC
Das puristische Armaturenbrett hat die Form eines riesigen Brotkastens. Die Abdeckung aus geflochtenem Kunststoff lässt sich auch so aufschieben, wie wir es von dem Küchenutensil kennen. Dann ist der Blick frei auf die Bedienelemente und das futuristische Anzeigeinstrument. Rechts im Handschuhfach hat ein Sieben-Zoll-Tablet-PC nebst Dockingstation Platz gefunden. Ganz zeitgemäß sind der ,BamBoo", seine Passagiere und deren Smartphones immer und überall online. Flankiert wird der langgestreckte "Brotkasten" von avantgardistisch anmutenden Lautsprechern. In der Mitte thront der Ausströmer einer elektrischen Hochvoltheizung.

105 Kilometer Reichweite
Gestartet wird der ,BamBoo" mittels eines USB-Sticks in einem Schweizer Taschenmesser. Der Viersitzer verfügt über einen vorne untergebrachte E-Antrieb mit 40 PS (54 kW). Eine Akkufüllung soll für 105 Kilometer reichen. Das drehmomentstarke Aggregat beschleunigt den 1.090 Kilogramm schweren Wagen auf eine Spitze von 120 Stundenkilometer. Dabei hilft Leichtbau: Das Stahlchassis mit liegenden Stoßdämpfern trägt eine stabile Composite-Karosserie. Das Ganze steht auf 17-Zoll-Dreispeichen-Alus mit lackierten Inserts und Energiesparreifen.

Serienfertigung nicht ausgeschlossen
Rinderknecht hält eine Serienfertigung nicht für ausgeschlossen. Zur Zeit würden ,konstruktive Gespräche mit einigen potenziellen Herstellern" laufen, heißt es.

Total verrückter Buggy